Galerie Fafou in Oberuzwil – «Eine Plattform für grenzenlose Fantasie»

Bis am 22. März werden in der Galerie unterschiedlichste Kunstwerke ausgestellt.

Kathrin Meier-Gross
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Sie stellen gemeinsam an der «Anfang 20» in der Oberuzwiler Galerie Fafou aus: von links Sanja Kolega, Caterina Gloor, Martin Egli, Anita Collenberg, Tamara Krieger, Bea Grob und Urs-Antoine Stöckli.

Sie stellen gemeinsam an der «Anfang 20» in der Oberuzwiler Galerie Fafou aus: von links Sanja Kolega, Caterina Gloor, Martin Egli, Anita Collenberg, Tamara Krieger, Bea Grob und Urs-Antoine Stöckli.

Bild: Kathrin Meier-Gross

Bereits zum siebten Mal hat der Verein «Fabrik am Freudenberg» in der Galerie Fafou zur Gemeinschaftsausstellung «Anfang 20» eingeladen. An der Vernissage von vergangenem Samstag bot sich die Gelegenheit, die Objekte auch aus Sicht ihrer Erschafferinnen und Erschaffer zu betrachten.

Tamara Krieger war aus dem aargauischen Endingen angereist. Als Reaktion auf die proklamierten Vorsichtsmassnahmen gegen die Corona-Viren trug sie ein aus leeren Pillenverpackungen gebasteltes Collier. Der Schmuck sah gut aus und seine Beschaffenheit offenbarte sich erst auf den zweiten Blick. Mit ihren humorvollen Collagen erzählt Krieger Geschichten von Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen.

Vielfältige Kunstformen

Ein zweiter, vertiefter Blick lohnt sich alleweil. So auch bei den Fotografien von Martin Egli. Der Mosliger findet Motive in der Natur, die Raum für Interpretationen bieten. Beispielsweise der gefrorene Bach, der das Bild eines Menschen mit Herz und Hirn freigibt. Kunst bringe zum Staunen, Studieren, Fantasieren, Diskutieren und Sinnieren, hatte Fafou-Teammitglied Corinne Mettler in ihrer Laudatio gesagt. In diesem Sinn sei auch die Galerie entstanden. Ein Betrieb für Malerei, Fotografie, Konzerte, Skulpturen, Vorträge, Kinderkunst und mehr. «Wir wollen eine Plattform bieten für Werke grenzenloser Fantasie. Ein Treffpunkt sein für Jung und Alt.»

In der Mitte: Eine mannsgrosse Birnbaumskulptur von Urs-Antoine Stöckli.

In der Mitte: Eine mannsgrosse Birnbaumskulptur von Urs-Antoine Stöckli.

Bild: Kathrin Meier-Gross

Sinnlich elegant sind die Bronze- und Holzskulpturen von Urs-Antoine Stöckli, der sein Atelier in Hosenruck hat. Die im Fafou gezeigten Objekte aus Birnbaum und Eiche, die er aus heimischen Bäumen geschnitten und geschliffen hat, sind genauso schwungvoll und harmonisch wie die in Thailand gegossenen Bronzeskulpturen.

Zweites Leben für alte Zeitungen

Aus alten, geschnipselten Zeitungen und Telefonbüchern sowie Kleister und Draht gestaltet Caterina Gloor Ziegenherden, Schweine, Sennen und vieles mehr. Den dreidimensionalen Objekten haucht die St.Gallerin mit Farbe Leben ein. Im Gegensatz zu Gloors Pappmaché-Figuren sind die Acryl-Bilder von Anita Collenberg aus Mels riesig. Mit schön geschwungenen Hörnern bestückt, guckt etwa ihr Highlander-Rindvieh in die Galerie – als Synonym für die Kraft und Lebensfreude, welche die Malerin bei ihrer Arbeit empfindet.

Die Werke von Bea Grob aus Bauma werden als Assemblagen bezeichnet. Sie sammelt in Trödelläden Material, Textilien, Schmuck und alte Puppen, gern auch defekte. Daraus kreiert sie spannende Mixturen wie etwa die Sirene, eine Frau mit Vogelkörper.

Sanja Kolega aus Bülach ist Schweizerin mit serbischen Wurzeln. Sie malt kraftvolle und eindrückliche Ölbilder, die Menschen in schwierigen Lebenslagen zeigen.

Wegen eines Auslandaufenthaltes nicht an der Vernissage teilnehmen konnte der Niederuz­wiler Jérôme Keller. Seine Fotografien stehen unter dem Motto Rotkäppchen. Der junge Mann zeigt in seinen fünf Fotografien Momentaufnahmen aus dem Iran. Im Mittelpunkt jedes Bildes ist ein rotes Objekt. Beispielsweise ein knallrotes Präservativ inmitten von in der Natur herumliegendem Abfall. Titel des Bildes: eine wohlverhütete Gesellschaft. Ein zweiter und ein dritter Blick auf die Objekte ist empfehlenswert.