Gämperli mit Achtungserfolg

An den Schweizer Meisterschaften der Aktiven in Biel gingen die erfolgsverwöhnten Tennistalente aus der Region am Wochenende für einmal leer aus. Einige Lichtblicke sind trotzdem zu erkennen.

Marie&theres Brühwiler
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Mirjam Gämperli war am vergangenen Wochenende die erfolgreichste Tennisspielerin aus der Region. (Bild: Mario Gaccioli)

Mirjam Gämperli war am vergangenen Wochenende die erfolgreichste Tennisspielerin aus der Region. (Bild: Mario Gaccioli)

TENNIS. Im Qualifikationsturnier für die Schweizer Meisterschaften der Aktiven in Biel konnte sich Nina Stadler (N3.36) vor zehn Tagen ausgezeichnet in Szene setzen und sich souverän das Ticket für das Hauptturnier sichern. Dass die Kirchbergerin ihre Chancen in dem von Fed-Cup-Spielerin Timea Bacsinszky (N1.1) angeführten Hauptturnier am letzten Wochenende nicht nutzen konnte, bedauert die ehrgeizige Toggenburgerin. «Meine Knieprobleme wurden von Tag zu Tag stärker und an eine Teilnahme war nicht mehr zu denken», resümiert die 16-Jährige.

Bencic hielt Druck nicht stand

Auch für die Oberuzwilerin Belinda Bencic (N1.10), die seit Jahren in Wollerau SZ trainiert, endete die Swiss Champion Trophy enttäuschend. Für einmal war Europas beste Unter-14-Jährige dem Druck, der an nationalen Titelkämpfen jeweils besonders auf ihren Schultern lastet, nicht gewachsen. Erstmals in ihrer Karriere scheiterte sie an der gleichaltrigen Thurgauerin Chiara Grimm (N3.32). An der Seite von Grimm hatte sich Bencic im Sommer den Doppel-Europameistertitel bei den Unter-14-Jährigen gesichert. Im hochspannenden Dreisatzduell lag das Glück auf der Seite von Chiara Grimm. Die Tägerwilerin konnte alle wichtigen Punkte für sich buchen und Bencic mit 7:6, 3:6, 6:1 erstmals schlagen.

Wer sich für das parallel zu den Aktiv-Schweizer-Meisterschaften ausgetragene Nationale Masters qualifizieren konnte, darf von sich behaupten, sich gegen die Besten aus rund 600 Schweizer Tennisclubs durchgesetzt zu haben. «Natürlich freue ich mich, dass mir diese Qualifikation gelungen ist», betonte die Flawiler Clubmeisterin Mirjam Gämperli (R1). Alleine mit der Qualifikation mochte sich die knapp 18-Jährige, die wenige Monate vor ihrer Matura steht, aber trotz Nachwehen einer Magen-Darm-Grippe nicht zufriedengeben. Die Westschweizerin Fiona Curty (R2) bekam Gämperlis Vorsätze zu spüren und hatte nicht den Hauch einer Chance. Auch im Viertelfinal sah es zunächst nach einer sicheren Beute für die Flawilerin aus. Isabella Bellotti (R1) war vom Tempo überfordert und lag schon nach kurzer Zeit mit 1:5 zurück. Dass das Spiel danach kippte, hat mit der taktischen Reife der Zürcherin zu tun. Denn Bellotti gelang es immer besser, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. «Ich wurde unsicher und machte den Fehler, ebenfalls in einen defensiven Spielstil zu verfallen.» Dabei hätte sie wissen müssen, dass das defensive Spiel nicht ihre Stärke sei.

Out im Viertelfinal

«Schade, dass ich meine Chancen nicht nutzen konnte und damit nach den Viertelfinals bereits Endstation war», so Gämperli. Obwohl die Flawilerin als Verliererin vom Platz musste, sind ihre Fortschritte unverkennbar. Seit Gämperli die grossen Reisestrapazen in Kauf nimmt und jeweils zwei Tage pro Woche beim ehemaligen Davis-Cup-Spieler Freddy Blatter in Oberentfelden AG trainiert, ist ihre Spielweise mutiger und angriffiger geworden. «Ich muss lernen, dass ich dieses offensive Spiel konsequent und über die ganze Spieldauer durchziehen kann.»