Gähwiler bekennen Farbe

128 Stimmbürger entschieden sich am 18. Oktober, dem Antrag der Dorfkorporation «Die Wasserversorgung in die Politische Gemeinde Kirchberg zu übertragen» zu folgen. Präsident Peter Breitenmoser zeigt sich vom Ergebnis erfreut.

Beat Lanzendorfer
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Die Dorfkorporation Gähwil, mit Präsident Peter Breitenmoser, wird ihre Geschäfte ab Januar 2017 der Politischen Gemeinde Kirchberg übertragen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Dorfkorporation Gähwil, mit Präsident Peter Breitenmoser, wird ihre Geschäfte ab Januar 2017 der Politischen Gemeinde Kirchberg übertragen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wie lange sind Sie schon Präsident der Dorfkorporation Gähwil?

Peter Breitenmoser: Ich bin im Jahr 2009 zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt worden. Vorher war ich aber bereits 26 Jahre als Kassier für die Dorfkorporation tätig. Somit bin ich seit mittlerweile 32 Jahren für das Dorf Gähwil in diversen Chargen engagiert.

Sind Sie erleichtert über den Entscheid der Stimmbürger?

Breitenmoser: Ja, das bin ich. Seit wir im Jahr 2013 den Entscheidungsfindungsprozess für die Zukunft der Dorfkorporationen in der Gemeinde Kirchberg gestartet haben, habe ich mich in dieser Kommission zusammen mit Pirmin Fischbacher als Vertreter des Gähwiler Verwaltungsrates dafür eingebracht. Nachdem auch der Verwaltungsrat einstimmig mit Ja eingetreten ist, habe ich mich persönlich für diese Variante stark gemacht.

Hat Sie das klare Votum (128 Ja-/ 41 Nein-Stimmen) der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger überrascht?

Breitenmoser: Ganz klar ja. Es ist nicht selbstverständlich, für diesen schwierigen Entscheid eine Dreiviertelmehrheit gewinnen zu können.

Dabei gab es an der Hauptversammlung der Dorfkorporation im Frühjahr durchaus auch kritische Anmerkungen?

Breitenmoser: Es hat durchaus eine offene Diskussion stattgefunden und dazu gehören auch kritische Stimmen. Ich bin froh, dass wir diese Kommunikationsart in Gähwil leben. Scheinbar ist es so, dass die Argumente des Verwaltungsrates auch einige Kritiker überzeugen konnten und so dieses positive Abstimmungsresultat zustande kam.

Was wäre passiert, wenn das Ergebnis anders ausgefallen wäre?

Breitenmoser: Wir haben einen Plan B gehabt, in dem ein Teil der Verwaltungsratsmitglieder ihre Arbeit weitergeführt hätte. Für die Neuwahlen anlässlich der nächsten Bürgerversammlung hätten aber doch ein paar motivierte Personen gesucht werden müssen für die Bereiche Verwaltungsrat, Kassier, Aktuar und GPK.

Wie sieht nun das weitere Vorgehen bis zur Inkorporation im Jahre 2017 aus?

Breitenmoser: Die Politische Gemeinde Kirchberg wird nun die Inkorporationsvereinbarung unterzeichnen und dem fakultativen Referendum unterstellen. Das Departement des Innern des Kantons St. Gallen ist ebenfalls involviert und muss die Vereinbarung noch unterzeichnen. Sollte alles plangemäss ablaufen, so wird zwischen der Politischen Gemeinde Kirchberg und der Dorfkorporation Gähwil die Überführung der Wasserversorgung per 1. Januar 2017 vorbereitet und in Kraft gesetzt.

(Anmerkung der Redaktion: Die Referendumsfrist fürs fakultative Referendum läuft vom 30. Oktober bis 8. Dezember 2015.)

Bleiben Sie der Dorfkorporation bis zum Zusammenschluss erhalten?

Breitenmoser: Ich werde bis zum Ende der Amtsdauer, das heisst bis am 31. Dezember 2016 zur Verfügung stehen und diesen Überführungsprozess begleiten.

Was denken Sie, hat das Gähwiler Ergebnis Sogwirkung auf die anderen Wasserversorgungen, die demnächst ihre Abstimmungen durchführen?

Breitenmoser: Ich denke schon und hoffe es auch. Allerdings betrachte ich es als nach wie vor selbstverständlich, dass diese Entscheidung autonom in allen Korporationen gefällt wird. Als sinnvoll erachte ich es auch, dass die Nachfolgeorganisation im jeweiligen Korporationsgebiet in Gründung ist oder, wie bei uns in Gähwil, bereits gegründet ist.

Blicken wir auf das Jahr 2017 voraus. Ist es denkbar, dass Sie nach der Inkorporation zum Wohle des Dorfes ein anderes Amt annehmen?

Breitenmoser: Nachdem ich nun über 30 Jahre in verschiedenen Funktionen Freiwilligenarbeit in der Öffentlichkeit getätigt habe, werde ich mich vermehrt auf meine anspruchsvolle Geschäftstätigkeit, meine Familie mit Kindern und Enkel, aber auch auf ein paar Hobbies beschränken. Bestimmt wird mir nicht langweilig, und so freue ich mich darauf, meine Ämter bei der Dorfkorporation und beim Verkehrsverein Gähwil niederlegen zu können.