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Fust lanciert seine digitale Zukunft

Meilenstein in der Geschichte der Dipl. Ing. Fust AG: Gestern wurde der Logistik-Neubau in Oberbüren eröffnet.
Andrea Häusler
Prominenz an der Einweihung des Logistikzentrums: darunter der St.Galler Bauchef, Regierungsrat Marc Mächler und Fust-Gründer Walter Fust (rechts Mitte).Bild: Ralph Ribi

Prominenz an der Einweihung des Logistikzentrums: darunter der St.Galler Bauchef, Regierungsrat Marc Mächler und Fust-Gründer Walter Fust (rechts Mitte).Bild: Ralph Ribi

Heute bestellt, morgen geliefert. Das erwartet der Kunde, so funktioniert der Onlinemarkt, der auch für die Coop-Tochter Dipl. Ing. Fust AG eine zunehmend wichtigere Rolle spielt. Die Entwicklung vom lokalen Anbieter zum Player im globalisierten Markt der Zukunft verlange umfassende Sortimente und grosse Lagerkapazitäten, sagte Daniel Stucker, Verwaltungsratspräsident der Dipl. Ing. Fust AG, an der Eröffnung des Logistikkomplexes im Oberbürer Industriegebiet Haslen. Dies allein begründe die Notwendigkeit des Neubaus aber nicht. Gleichermassen massgebend sei das generelle Wachstum von Fust in den vergangenen Jahren gewesen. «Die neue, topmoderne Logistik genügt den aktuellen, aber auch den künftigen Bedürfnissen», sagte Stucker.

Der mittlerweile sechste Logistikausbau in der 53-jährigen Geschichte des Fust-Standorts Oberbüren sprengt alle bisherigen Dimensionen. In einer Bauzeit von zwei Jahren wurde die bisherige Lagerfläche auf 50000 Quadratmeter verdoppelt. Dies entspricht etwa der Grösse von sieben Fussballfeldern. Die Lagerkapazität konnte dadurch vervierfacht werden.

Vom Zentrallager in Oberbüren aus werden die 150 Fust-Filialen der Schweiz sowie acht Heimlieferdepots von Monteuren bedient.

Roboterintelligenz statt Manneskraft

Auf dem Rundgang wurden die baulichen Ausmasse erlebbar, die Funktionen der automatischen Lager- und Fördertechniken nachvollziehbar. 15000 Palettenplätze stehen für Elektro-­Grossgeräte wie Wasch- maschinen, Koch- oder Kühlgeräte zur Verfügung. Bewirtschaftet werden die Hochregale über Rollbahnen. Geht eine Bestellung ein, holt ein Roboter die Geräte aus den Stellplätzen und liefert sie zur Kommissionierung und für den Verlad an den Warenausgang. Allerdings sind die Lagerplätze erst spärlich besetzt. Wie ein düsterer, von massiven Metallprofilen durchzogener Schlund zieht sich der Lagerschacht vertikal und über 32 Meter durch das Gebäude. «Zum Schluss wurde es zeitlich doch noch eng», sagte Logistikchef Thomy Hess und fügte an: «Derzeit befinden sich hier tatsächlich erst rund zehn Prozent der Lagerware.»

Kleinteile wie Rasierapparate, Fotoapparate, Speichermedien oder Kabel sind anderswo in 60000 Behältern gelagert. Auch hier stehen Roboter im Dauereinsatz. Sie eruieren die Bestellartikel, entnehmen und überführen sie sekundenschnell an die Packstationen der Mitarbeitenden. Das Kleinteilelager ist auf die Bewirtschaftung von maximal 480000 Artikelpositionen ausgelegt.

Kundenkontakt bleibt wichtig

Menschliche Handarbeit hingegen ist in den verschiedenen Reparaturwerkstätten gefragt, die ebenfalls im Neubau untergebracht sind. Der Wegwerfgesellschaft zum Trotz werde nach wie vor ein grosser Teil defekter Geräte zur Reparatur gebracht, sagt Unternehmensleiter Thomas Giger. Die Zahlen geben ihm recht. Zirka 18000 Kleingeräte wie Kaffeevollautomaten, Staubsauger oder Bügelstationen werden jährlich in Oberbüren für den Wiederverkauf aufbereitet, beziehungsweise im Kundenauftrag repariert. Bei der Unterhaltungselektronik sind es rund 7000, bei den Grossgeräten um die 13000.

Generell bleibe die Bedeutung des Menschen im Kundenkontakt trotz Digitalisierung zentral: «1700 der 2200 Mitarbeitenden stehen täglich im Kundenkontakt», sagte Giger.

Fotovoltaikanlage liefert 1,25 Mio. Megawattstunden

Rund 70 Millionen Franken kostete der Neubau inklusive technischer Anlagen. 29 Meter hoch, beherbergt er nebst den grossflächigen Logistikräumen ein Bürogeschoss für 300 Beschäftigte, ein Coop-Personalrestaurant mit Terrasse sowie ein Parkhaus mit 500 Abstellplätzen auf sieben Etagen.

Energetisch versorgt wird das Gebäude mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Flachdach. 1,25 Millionen Megawattstunden schafft die 8000 Quadratmeter grosse Kollektoren- fläche pro Jahr. Eine Ausbeute, die genügt, um 350 Einfamilienhäuser vollumfänglich mit Energie zu versorgen.

Oberbürer Lehm für den Zürcher Zoo

Nahezu gigantisch muten schliesslich die Bau-Kennzahlen an. 65000 Kubikmeter Aushub wurden gesamthaft abgeführt – davon 10000 Kubikmeter Lehm an den Zürcher Zoo geliefert. Verbaut wurden 25000 Kubikmeter Beton, 2400 Tonnen Armierungsstahl sowie 2000 spezielle, vorgefertigte Beton-Spannelemente. Das Fust-Logistikzentrum steht fünf Meter tief im Grundwasser. Deshalb liegt das Fundament auf 471 Verdrängungsbetonpfählen mit einer Länge von je 35 Metern.

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