FUSSBALL: Es kriselt weiter beim FC Sirnach

Beim FC Sirnach, der in der 2. Liga inter spielt und momentan einen Abstiegsplatz belegt, hat Trainer Jürg Stücheli demissioniert. Sportchef Domenico La Pietra hat seinen angedrohten Rücktritt gestern ebenfalls bestätigt.

Urs Nobel
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Jürg Stücheli Zurückgetretener Trainer beim FC Sirnach (Bild: pd)

Jürg Stücheli Zurückgetretener Trainer beim FC Sirnach (Bild: pd)

FUSSBALL. Zuerst sickerte es einmal als Gerücht durch. «Der FC Sirnach-Trainer Jürg Stücheli ist zurückgetreten.» Diese Meldung wurde nach Rückfrage von Vizepräsident Peter Sommer bestätigt. Gemäss Sommer ist der Rücktrittsentscheid von Stücheli in erster Linie wegen ehrverletzenden Aussagen eines Funktionärs gefallen. Jürg Stücheli bestätigte diese Version und ergänzte: «Es herrschten einige Unruhen im Team, die sich schon in der Vorbereitungszeit bemerkbar gemacht hatten. Ich konnte kaum in Ruhe arbeiten und bekam nie eine echte Chance. Es redeten zu viele Leute in Angelegenheiten hinein, mit denen sie nichts zu tun hatten.»

Wenn zwei dasselbe tun

Dass sich beim FC Sirnach offenbar zu viele Personen in laufende Geschäfte des Vereins einmischen, ist auch den Aussagen von Sportchef Domenico La Pietra zu entnehmen. Er wollte vergangene Woche mit einem SMS aufrütteln und die unbefriedigende Situation beenden. Er teilte deshalb auch seinen Rücktritt mit, zog diesen aber vorerst wieder zurück, weil er den Verein nach der Demissionierung des Trainers nicht alleine lassen wollte. Gestern nachmittag hatte er jedoch definitiv genug. «Ich habe mich bereits vergangene Woche auf die Suche nach einem Trainer-Ersatz gemacht und musste nun vernehmen, dass von Seiten der Sponsoren (er meint Ex-Präsident Thomas Hinder) ebenfalls diesbezügliche Schritte eingeleitet worden sind, ohne dass man mich oder den Präsidenten informiert hätte.» Auch Präsident Eugenio Marsicovetere hielt mit seinen Aussagen nicht zurück: «Wir haben mit viel Mühe einen kompletten Vorstand zusammengestellt, können aber trotz der guten Personalkonstellation unsere Arbeit nicht in gewünschtem Mass erledigen. Immer wieder werden wir damit konfrontiert, dass sich einzelne Sponsoren in unsere Geschäfte einmischen.»

Aus allem heraushalten

Dem widerspricht Thomas Hinder. Noch am vergangenen Samstag teilte er mit, dass er sich bewusst aus allem heraushalten wolle und beim FC Sirnach die Zeit kommen müsse, dass sich endlich wieder alle Wogen glätten. Zum Thema des Trainer-Rücktritts meinte er jedoch, dass dieser zum ungünstigsten Zeitpunkt gekommen sei und er sich nicht vorstellen könne, dass Stücheli aus seinem Amt gemobbt worden sei.

Bezug zum Verein

Die zurückgetretenen Jürg Stücheli und Domenico La Pietra sehen schwierige Zeiten auf den FC Sirnach zukommen. Sportlich ist der Ligaerhalt in Gefahr. Gefahr droht aber auch der gesamten Struktur eines Dorfvereins, der auch noch andere Mannschaften betrifft. Vor allem jene der Nachwuchsabteilung. Der Trainer und der Sportchef haben diesbezüglich dieselbe Meinung: «Es sollte nicht sein, dass der FC Sirnach jede Saison zehn Spieler abgibt und dafür wieder zehn neue ins Kader integrieren muss. Es müssen wieder vermehrt Akteure beim FC Sirnach spielen, die aus der unmittelbaren Region kommen und einen Bezug zum Verein finden können.» Diese nicht einfache Aufgabe werden dann aber andere zu lösen haben.

Domenico La Pietra Zurückgetretener Sportchef beim FC Sirnach (Bild: Urs Nobel)

Domenico La Pietra Zurückgetretener Sportchef beim FC Sirnach (Bild: Urs Nobel)

Man kann immer einmal fallen oder sogar zu Fall gebracht werden. Wichtig ist nachher, so schnell wie möglich wieder aufzustehen. (Bild: Urs Nobel)

Man kann immer einmal fallen oder sogar zu Fall gebracht werden. Wichtig ist nachher, so schnell wie möglich wieder aufzustehen. (Bild: Urs Nobel)

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