FUSSBALL: Amerika macht noch Träume wahr

Der Wiler Jan Breitenmoser hat sich in die Vereinigten Staaten aufgemacht, um dort ein Sportstudium gemeinsam mit einer Fussballkarriere zu absolvieren. Unterdessen mischt er erfolgreich in der Playoff-Phase mit.

David Metzger
Drucken
Teilen
Jan Breitenmoser hat in Amerika gefunden, was er suchte. Er spielt Fussball und kann studieren. (Bild: PD)

Jan Breitenmoser hat in Amerika gefunden, was er suchte. Er spielt Fussball und kann studieren. (Bild: PD)

David Metzger

sport@wilerzeitung.ch

«The American Way of Life», der grenzenlose, individualistische Lebensstil, von dem viele nur träumen können. Für Jan Breitenmoser ist er Realität geworden. Vier Autostunden nordwestlich von New York, im fast schon an der kanadischen Grenze gelegenen Syracuse, da hat es den 21-jährigen Blondschopf hinverschlagen. Hier geht der gebürtige Wiler für seine liebevoll «Cuse» genannte Universität auf Torjagd. Breitenmoser ist Teil des campuseigenen Fussballteams, welches landesweit zu den besten gehört.

Konfrontiert mit einem verlockenden Angebot

Rückblende, Frühling 2015: Noch ist es kühl in der Schweiz, als Jan Breitenmoser von einer Vermarktungsfirma ein Angebot für ein attraktives Sportwissenschafts-Stipendium in den Vereinigten Staaten erhält. Die einzige Voraus- setzung: Breitenmoser muss für das schulinterne Team von Bluefield (Virginia) auflaufen. «Als ich zum ersten Mal von diesem Angebot las, war ich einfach nur sprachlos», erinnert sich Breitenmoser. Nach langen Gesprächen und Abwägungen wird die Einladung angenommen. «In der Schweiz ist es relativ schwierig, Leistungssport und Studium gleichzeitig erfolgreich betreiben zu können. Da diese Möglichkeiten in den USA besser sind, habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen», begründet Breitenmoser.

Und so hebt sein Flug im Sommer 2015, mit der kurz zuvor erfolgreich absolvierten Berufsmaturität, ab in Richtung Amerika. Fernab von Zuhause, fernab von all den Schweizer Tugenden. «Anfangs war es schon eine Herausforderung, so ganz auf sich alleine gestellt zu sein», sagt Breitenmoser.

An Auswärtsspiele mit dem Flugzeug

Immerhin auf dem Rasen, da ­hatte der Wiler keine Probleme, sich mit seiner lockeren und fokussierten Art sofort zurechtzufinden. Ihm gelang eine starke erste Saison als Newcomer. Als Krönung wurde er gar zum wichtigsten Spieler seiner Mannschaft ernannt. Eine Auszeichnung, die nicht ungehört blieb. Die Scouts der Universität von Syracuse nahmen sich seiner an und verpflichteten ihn nur kurze Zeit später für die nächste Saison. Und in dieser steht Breitenmoser nun mittendrin. Soeben hat die heisse Phase der Meisterschaft begonnen. Zusammen mit seinen Teamkollegen hat sich Breitenmoser eben erst für die K. o.-Phase der ­landesweit besten 32 Univer­sitäten qualifiziert. «Wöchentlich bestreiten wir meist zwei ­ Spiele», erzählt Breitenmoser. «Da wir aufgrund der Distanzen jeweils mit dem Flugzeug zu ­ den Auswärtsspielen gelangen, geht das Ganze an die Substanz.» Ist Breitenmoser doch einmal auf dem 20000 Studenten fassenden Universitätscampus von Syracuse, bewohnt er mit einem Teamkollegen ein einfaches, aber durchaus nettes Appartement. Alles bezahlt durch die Uni, sozusagen als Goodwill, weil Breitenmoser für das Fussballteam aufläuft und so das Renommee der Schule zu steigern vermag.

Im Studiengang selbst be­findet sich Breitenmoser, dank der vollwertigen Unterstützung seitens der Universität, auf Kurs. Zwei Jahre dauert sein Studium noch. Was danach pas­- siert, weiss der 21-Jährige nicht. «Vieles hängt davon ab, wie weit ich es im Fussball bringe», sagt Breitenmoser. Um das zu schaffen, gilt Jan Breitenmosers Fokus derzeit vollumfänglich den Playoffs.

Gelingt in diesen Spielen nämlich eine gute Vorstellung, könnte sein ganz persönlicher «American Way of Life» über die Spickzettel der verschiedenen MLS-Scouts noch eine ganze Weile seine Fortführung finden.

Aktuelle Nachrichten