Fusion ja, aber gleichberechtigt

Am Donnerstag haben sich in Bütschwil interessierte Bürger aus Bütschwil und Ganterschwil mit der möglichen Gemeindevereinigung befasst. Am Bürgerforum zeigte sich, dass einige Ganterschwiler fürchten, den kürzeren zu ziehen.

Matthias Giger
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Der Ganterschwiler Gemeindepräsident Othmar Gerschwiler (links) erläutert den Besucherinnen und Besuchern des Bürgerforums zur Gemeindevereinigung die wichtigsten Ergebnisse der Arbeitsgruppe «Präsidiales und Finanzen». (Bild: mgi.)

Der Ganterschwiler Gemeindepräsident Othmar Gerschwiler (links) erläutert den Besucherinnen und Besuchern des Bürgerforums zur Gemeindevereinigung die wichtigsten Ergebnisse der Arbeitsgruppe «Präsidiales und Finanzen». (Bild: mgi.)

Bütschwil. Für die Grösse und Wichtigkeit des Vorhabens, der Vereinigung der beiden Gemeinden Bütschwil und Ganterschwil, ist die Teilnehmerzahl am Bürgerforum bescheiden gewesen. Am Donnerstag haben Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche, Bedenken und Anregungen plazieren können. Das Kernteam hat das Feedback der Bürger gesammelt und wird es im weiteren Prozess berücksichtigen. «Für Feedback der Bevölkerung, des Gewerbes und weiterer Interessengruppen – sei dies per E-Mail, Brief, Telefon oder persönliche Vorsprache – sind wir weiterhin empfänglich», betonte der Bütschwiler Gemeindepräsident Karl Brändle.

Angst, vergessen zu werden

Die Aushänge am Bürgerforum, welche die Ergebnisse der fünf Projektgruppen enthielten, verglichen die Ist-Situation mit der Soll-Situation. Mögliche Nachteile einer Gemeindevereinigung waren nicht aufgeführt. Bei den Bedenken, welche die Bürgerinnen und Bürger äusserten, kam hingegen die Angst der Ganterschwilerinnen und Ganterschwiler heraus, dass sie etwas unter die Räder kommen könnten.

So hielt ein Bürger fest, bei den Verkehrsberuhigungen solle man Ganterschwil nicht vergessen. Der Wunsch nach einem verkehrsberuhigten Dorfplatz wurde geäussert. Ein anderer Bürger schrieb auf einen der Zettel, auf denen das Feedback der Bevölkerung gesammelt wurde: «Schulverwaltung in Ganterschwil (nicht alles nach Bütschwil)». Die allgemeine Anlaufstelle, die es nebst der zentralen Gemeindeverwaltung in Bütschwil geben soll, bezeichnete ein Forumsteilnehmer gar als «Pseudo-Kiosk».

Auch bei den Herzenswünschen, die nebst Anregungen und Ärgernissen ebenfalls formuliert werden sollten, kam dies zum Ausdruck. So notierte jemand: «Zweigstelle des Seniorenzentrums Solino in Ganterschwil mit Alterswohnungen». Jemand anders schrieb als Herzenswunsch: «Eine Zweigstelle in Ganterschwil mit einem Büro, das fünf Tage geöffnet hat». Guido Kriech von der Beraterfirma KAT-Team in Wil sagte, dass erfahrungsgemäss an solchen Bürgerforen viele Wünsche geäussert würden, die eher indirekt mit der eigentlichen Gemeindevereinigung zu tun haben. Er meinte damit hingegen nicht die Wünsche, die Bedenken zum Ausdruck brachten, sondern vielmehr jene, die eine gestalterische Komponente oder einen Service-Aspekt beinhalten.

Nicht repräsentativ

Ein Beispiel dafür war der Wunsch nach einem Abendverkauf in der vereinigten Gemeinde. Zudem betonte er, dass nach den Herzenswünschen gezielt gefragt wurde, da sie wichtige Anhaltspunkte für die spätere Ausgestaltung der neuen Gemeinde seien. Weiter wies er darauf hin, dass das Feedback nicht repräsentativ ist.

Karl Brändle informierte, dass die Vorbereitungen des Vereinigungsbeschlusses, der Inkorporationsvereinbarung und des Gesuches um Förderbeiträge laufen. Er wies zudem auf das zweite Bürgerforum am 16. Juni hin. Es wird in Ganterschwil stattfinden. Über den Vereinigungsbeschluss und die Inkorporationsvereinbarungen stimmen die Bütschwiler und Ganterschwiler am 27. November ab.

Die wichtigsten Ergebnisse aus den fünf Teilprojekten können in den Internetauftritten der Gemeinden (www.buetschwil.ch und www.ganterschwil.ch) nachgelesen werden.