FUSION: Erste Schritte zum grossen Ganzen

Die Katholische Kirchgemeinde Dussnang arbeitet an einem Zusammenschluss mit Au, Fischingen und Bichelsee-Balterswil. An der Kirchgemeindeversammlung wurde deutlich: Die Begeisterung ist nicht überall gleich gross. Noch ist aber ein weiter Weg zu gehen.

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Prior Gregor Brazerol informierte über die Fusion, welche im Pastoralraum Tannzapfenland bevorstehen könnte. (Bild: Christoph Heer)

Prior Gregor Brazerol informierte über die Fusion, welche im Pastoralraum Tannzapfenland bevorstehen könnte. (Bild: Christoph Heer)

Eine mögliche Fusion der vier Kirchgemeinden innerhalb des Pastoralraumes Tannzapfenland steht noch ganz am Anfang. Zwar haben schon Sitzungen stattgefunden und man hat sich untereinander auch bereits auf den Zahn gefühlt, doch von Lösungen, Zielen oder Entschlüssen ist man noch weit entfernt.

Prior Gregor Brazerol sagte, man solle und müsse sich Zeit lassen: «Der Kirchenrat hat seine Politik geändert. So sollen die kleinsten Kirchgemeinden mit unter 300 Katholiken zu Fusionen gezwungen werden.» Dussnang sei zwar eine mittelgrosse Kirchgemeinde und werde daher vom Finanzausgleich bevorzugt. «Nichtsdestotrotz müssen wir eine Fusion ins Auge fassen, zum Wohle aller.» Sechs Jahre lang gibt man sich Zeit, Bedenken abzuklären, Ideen zu sammeln, miteinander Visionen und Wünsche zu eruieren.

An der Versammlung vom Montagabend war aber auch in Erfahrung zu bringen, dass Bichelsee-Balterswil einer Fusion eher kritisch gegenübersteht. Daniela Albus, Seelsorgerin und Gemeindeleiterin in besagter Gemeinde, wies jedoch darauf hin, dass noch gar nichts entschieden sei. Der tiefe Steuerfuss in Bichelsee-Balterswil könnte aber zu einem wichtigen Faktor werden.Denn bei einer Fusion liegt es auf der Hand, dass ein einheitlicher Steuerfuss ansteht.

«Wovor haben wir eigentlich Angst?»

Gregor Brazerol hat die anwesenden 46 von insgesamt 718 Dussnanger Stimmberechtigten detailliert über den Jetzt-Zustand betreffend Fusion informiert. Da waren jedoch noch nicht die grossen Neuigkeiten mit dabei. «Wir wollen miteinander auf den neuen Weg gehen», lautete das Credo des Abends. Was folgen wird, sind Informationsveranstaltungen und Sitzungen. An der Versammlung in einem Jahr sollten dann klarere Definitionen oder gar ein bestmögliches Projekt erarbeitet worden sein. Was bei einer Fusion alles auf eine Kirchenvorsteherschaft zukommt, wurde im Februar schon näher abgeklärt. Da sass man mit Urs Brosi, Generalsekretär der Katholischen Landeskirche Thurgau, zusammen.

Ein Votum traf dann zum Schluss der Versammlung genau den Nerv der meisten Anwesenden: «Wovor haben wir eigentlich Angst?» Eine Frage, die genau so im Raum stehen gelassen wurde, was klar andeutet, dass Katholisch Dussnang – Stand jetzt – wohl nichts gegen einen Zusammenschluss hätte.

Christoph Heer

redaktion@wilerzeitung.ch