Fusion der Philatelisten lohnt sich

FLAWIL. Briefmarken erzielen auch heute noch unter günstigen Voraussetzungen grosse Wertsteigerungen. Die Philatelisten aus Uzwil, Flawil und Degersheim tauschen sich über aktuelle Preise einmal im Monat im Restaurant Steinbock aus.

Bernard Marks
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Die Philatelisten Robert Soltermann, Walter Rütti, Heinz Mettler und Heinz Bauer begutachten wertvolle Briefmarken im «Steinbock». (Bild: bm.)

Die Philatelisten Robert Soltermann, Walter Rütti, Heinz Mettler und Heinz Bauer begutachten wertvolle Briefmarken im «Steinbock». (Bild: bm.)

Es ist Winter und draussen schneit es dicke Schneeflocken. Drinnen im Restaurant Steinbock ist es behaglich warm und es geht gesellig zu und her. Trotz der widrigen Strassenverhältnisse haben sich zahlreiche Freunde des Briefmarkensammelns eingefunden. Wie jeden Monat kamen die Philatelisten aus Uzwil auch diesmal zu ihrem regelmässigen Tauschtreffen zusammen.

Schachteln und Kartons mit den wertvollen Sammlungen stehen auf Tischen parat und warten darauf, von interessierten Vereinskollegen gesichtet zu werden. Ordentlich in Ordnern abgeheftet sind unzählige Briefmarken aus der ganzen Welt. Dabei sind auch einige Raritäten, die mit Vorliebe begutachtet werden.

Beeindruckende Rendite

«Die Wertsteigerungen mancher Exemplare sind zum Teil enorm», sagt dazu der Präsident der Philatelisten, Heinz Mettler.

Sein wichtigstes Werkzeug für die Bestimmung der Preise von Briefmarken ist der Schweizer Briefmarkenkatalog. «Da sind alle Briefmarken aufgeführt und auch die Preise», erklärt Mettler weiter. So manche Geschichte, die er erzählt, würde sogar eingefleischte Investmentbanker interessieren. Zum Beispiel der «Bundesfeierblock» von 1940 mit vier Briefmarken zu fünf Franken kostet heute gut und gerne einmal 1800 Franken. Eine gute Geldanlage, möchte man meinen. Auch jüngere Briefmarken können ihren Wert innert kürzester Zeit rasant steigern.

Der Stickereiblock NABA 2000 zum Beispiel kostete bei Auflage 20 Franken, heute erzielt er bei Sammlern einen Preis der zwischen zweihundert bis dreihundert Franken beträgt.

Es gibt unterschiedliche Arten, Briefmarken zu sammeln», erklärt Mettler das oft und seiner Meinung nach zu unrecht als langweilig abgestempelte Hobby. Die einen sammeln lieber Massenware und andere einzelne Exemplare.

Denn wenn es um Briefmarken geht, dann strahlen die Gesichter der Männer, die Augen funkeln voller Leidenschaft und auf den Wangen ist ein roter Schimmer der Begeisterung erkennbar. Da behaupte noch jemand, das Briefmarkensammeln sei nicht spannend.

Zukunft sichern

Damit der Verein auch weiterhin sein monatliches Tauschtreffen abhalten kann, haben sich zwei Vereine mit Sammlerfreunden aus Uzwil, Flawil und Degersheim zusammengetan.

«In Uzwil waren es irgendwann immer weniger Briefmarkensammler, die zu den Tauschtreffen kamen», berichtet der Uzwiler Philatelist Robert Soltermann. Viele seien zwar noch Mitglied im Verein, zeigten aber kein Interesse an den Treffen. So lag der Schritt einer Fusion mit den Flawilern und Degersheimern nah. Mit Erfolg. Heute sind es wieder regelmässig bis zu dreissig Personen, die einmal im Monat im Restaurant Steinbock über die Briefmarken aus aller Welt philosophieren.

«Wer mag, kann gerne einmal vorbeischauen und einmal einen Einblick in die Welt der Briefmarken erhaschen», sagt Heinz Mettler.

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