Funkelnde Schätze in der Kirche

Vor 200 Jahren ist die paritätische Kirche Mogelsberg gebaut worden. Eine Ausstellung am Wochenende zeigte die wichtigsten Eckpunkte in der Geschichte. Die zahlreichen Besucher konnten auch über einige Schätze in der Kirche staunen.

Sabine Schmid
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Mogelsberg. Schnell war sie gebaut, die Kirche in Mogelsberg. Am 24. März 1810 entschlossen sich die evangelische und die katholische Kirchgemeinde, die bestehende Kirche abzureissen und an deren Stelle eine neue zu bauen. Schon am 16. Dezember desselben Jahres konnten die Reformierten ihren ersten Gottesdienst in der neuen Kirche feiern. «Und dies, obwohl am 3. August der Kirchturm in der Höhe von rund 18 Metern zusammengefallen ist», sagt Peter Weber.

Der ehemalige Gemeinderatsschreiber von Mogelsberg hat in den Archiven der Kirchgemeinden die Akten durchgesehen und eine Ausstellung zum 200-Jahr-Jubiläum zusammengestellt, die am Wochenende zu sehen war. Dabei war zu lesen, dass sich die Katholiken mehr Zeit gelassen haben, bis sie das neue Gotteshaus bezogen, nämlich erst am 13. Januar 1811.

Drei Renovationen hinter sich

Wer sich heute die Kirche ansieht, kann sich kaum noch erinnern, wie diese früher ausgesehen haben muss. «Die erste Orgel wurde 1855 eingebaut und zwar an die linke Seitenwand», erklärt Peter Weber. Bei der Kirchenrenovation von 1932 gab es für die Orgel nicht nur ein neues Gehäuse, sondern sie wurde auch an ihren jetzigen Standort in der Mitte der Empore verlegt. Bei dieser Renovation ist noch mehr Elementares verändert worden.

«Die grossen Abwandlungen sind 60 Jahre später bei einer weiteren Gesamtsanierung wieder zurückgebaut worden», weiss Peter Weber. Er spricht damit die Wiederherstellung von vier grossen Fenstern in der Chorrundung und von zwei Fenstern in der Westfassade an. Bei den Renovationen ist durch den Wegfall von Bänken im Chorraum jeweils auch die Anzahl Sitzplätze reduziert worden, von ursprünglich 660 auf knapp über 500. «Diese Reduktion wurde möglich, weil einige Mogelsberger Kirchgemeindegebiete an St.

Peterzell und Brunnadern gekommen sind», erklärt Peter Weber. Die dritte Renovation war nach einem Brand einer Krippengruppe Ende 2000 nötig. Aufgrund des starken Rauchs musste die ganze Kirche gereinigt und gemalt werden.

Seltene Prunktstücke

Peter Weber nahm die Ausstellung zum Anlass, um selten gebrauchte liturgische Gegenstände zu zeigen. So gab es im Chorraum zwei Kelche zu bestaunen. Der eine stiftete Fürstabt Bernhard Müller um 1600 der katholischen Kirchgemeinde Mogelsberg.

Der andere Abendmahlbecher, dieser Eigentum der evangelischen Kirchgemeinde, ist wahrscheinlich rund 30 Jahre jünger. Nicht mehr in Gebrauch ist ein altes Messbuch aus dem Jahre 1923 oder der Baldachin, unter dem früher der Priester bei Prozessionen die Monstranz getragen hat. In diesen sind Bilder vom heiligen Niklaus von der Flüe, von Idda von Toggenburg oder auch von Gallus eingestickt.

Bei einer Prozession – früher gab es in Mogelsberg jedes Jahr deren drei – ging das Vortragekreuz aus dem 16. Jahrhundert voran. Zwischen 1680 und 1720 wurde es umgerüstet und mit Medaillons von den Evangelisten und der Madonna ergänzt. Zu sehen gab es verschiedene alte Messbücher oder eine Hausbibel, die ein evangelischer Pfarrer 1943 einem Hochzeitspaar geschenkt hat.

Die Bilder von Konfirmationen und Erstkommunionen regten die Besucher an, nach bekannten Gesichtern zu suchen.

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