Fürsprecher zugunsten der Natur

Am 5. August hat in Oberuzwil eine grosse Trauergemeinde von Toni Keller Abschied genommen. Der Verstorbene war ein Naturfreund, der sich beharrlich für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt eingesetzt hat.

Kathrin Meier
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Der Bettenauerweiher zählte zu Anton Kellers Lieblingsplätzen. (Bild: zVg.)

Der Bettenauerweiher zählte zu Anton Kellers Lieblingsplätzen. (Bild: zVg.)

Oberuzwil. Mit Würde und Tapferkeit hat Toni Keller viele Jahre gegen den Krebs gekämpft. Am 31. Juli ist er im 76. Lebensjahr von seinen Leiden erlöst worden. Der Verstorbene hinterlässt nicht nur bei seiner Gattin Selma, Tochter Myriam und Schwiegersohn Douglas eine grosse Lücke, er war ein wichtiger Fürsprecher für die Natur. Mit Beharrlichkeit und grossem Engagement hat er sich für den Schutz und die Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt eingesetzt.

Liebe zur Natur

Aufgewachsen ist Toni Keller in Müllheim. Seine Kinderzeit war geprägt von zahlreichen schönen Erlebnissen in der freien Natur. Diese Freizeitvergnügen rückten nach Schulende, als der Bursche in der Firma Sulzer eine Lehre als Maschinenzeichner absolvierte, in den Hintergrund.

Nach erfolgreichem Studium am Technikum in Winterthur kehrte er für drei Jahre zu seiner Lehrfirma zurück, gleichzeitig reichten sich Selma und Toni Keller die Hand zum Bund des Lebens. Ein Jahr später wurde Tochter Myriam geboren.

1964 übersiedelte die junge Familie für sechs Jahre nach Amerika. Beeindruckt von den Parks und den Landschaften dort, wurde ein altbekanntes Gefühl wieder wach: die Liebe zur Natur. Zurück in der Schweiz war es ihm ein Anliegen, sich ganz konkret für die Erhaltung und Aufwertung der Fauna und Flora einzusetzen. Toni Keller wurde Mitglied des Natur- und Vogelschutzvereins Uzwil NVU und präsidierte diesen von 1973 bis 1999.

Ornithologische Reisen

Nebst der intensiven Arbeit bei der Firma Bühler war der Familienvater in seiner Freizeit zusätzlich für die Vogelwarte Sempach aktiv. Fast bis an sein Lebensende sammelte er Daten über jegliche in dieser Region vorkommenden Vögel. In seinen Notizen hielt er alles Wissenswerte über jede bestimmte Art fest. Die Faszination für Vögel führte das Ehepaar Keller in die entlegensten Winkel dieser Erde.

«Die Beobachtungen auf unseren ornithologischen Reisen bedeuten für mich Erholung, Weiterbildung und Hobby», hielt er einst fest. Grosse Freude bereiteten ihm auch die regelmässigen Besuche bei Tochter und Schwiegersohn im Westen Kanadas.

Zu Toni Kellers weiteren Schwerpunkten gehörten die Naturschutzgebiete dieser Region. Manchmal mussten mit Landanstössern und Behörden langwierige Verhandlungen geführt werden, bis Kompromisse gefunden wurden.

Schutz der Amphibien

Die Pflanzung und Pflege von Hecken, der Schutz von Amphibien, Reptilien und Fledermäusen lag ihm ebenfalls sehr am Herzen. Als Vorstandsmitglied von Pro Bettenauer-Weiher setzte sich Toni Keller vehement für die Untertunnelung der Strasse ein, damit die Kröten unversehrt ihre Wanderung überstehen.

In den letzten Jahren hat der Pensionär mit aller Kraft gegen die Invasion der Neophyten in den Naturschutzgebieten gekämpft. Die Krankheit hat seinen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Er hat die Verantwortung für seine verschiedenen Projekte in jüngere Hände übergeben.

Tröstlich zu wissen ist seine Aussage, die er während seiner schweren Krankheit einmal äusserte: «Ich habe eine gute und schöne Zeit erlebt. Es ist ein erfülltes Leben, in dem die Familie, die Natur und der Freundeskreis eine wichtige Rolle einnehmen.»

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