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Für ihn ist ein Baby kein Hindernis

Mars-Aspirant Steve Schild und seine Freundin Corinna erwarten im November Nachwuchs. Dies ändere nichts am Ziel, 2027 auf dem roten Planeten zu landen, sagt Schild. Auch seine Selektionschancen würden dadurch nicht vermindert.
Marco Zala
Lässt sich nicht von seinem Ziel abbringen: Obwohl er Nachwuchs erwartet, will Steve Schild auf den Mars. (Bild: Mareycke Frehner)

Lässt sich nicht von seinem Ziel abbringen: Obwohl er Nachwuchs erwartet, will Steve Schild auf den Mars. (Bild: Mareycke Frehner)

BALTERSWIL/ELGG. «Wenn ich die Erde für immer verlassen werde, lasse ich etwas zurück», sagt Steve Schild im Hinblick auf sein Kind. Der bis vor kurzem in Balterswil wohnhafte Elgger hat es unter die letzten 100 Bewerber der geplanten Marsmission «Mars One» geschafft. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2027 vier Astronauten auf dem Mars landen zu lassen und dort eine dauerhaft bewohnbare Siedlung zu errichten. Bedingung für die Teilnehmer ist, dass sie nie mehr zur Erde zurückkehren und ihr restliches Leben auf dem Mars verbringen werden.

Chancen bleiben gleich

Vorerst muss sich Schild gegen seine Konkurrenten durchsetzen. Die neue familiäre Situation habe jedoch keinen Einfluss auf das Selektionsverfahren, sagt Schild. «Privates wirkt sich nicht auf meine Chancen aus.» Bereits 2013 äusserte er in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» seinen Kinderwunsch. «Wir planten tatsächlich schon damals Nachwuchs – nur noch nicht so konkret», bestätigt der 31-Jährige.

Auf die Bekanntgabe vor rund einem Monat, dass Schild Vater wird, folgte viel negative Resonanz. In den Kommentarspalten häuften sich Vorwürfe. Er sei ein «unverantwortlicher Vater», schrieb eine Leserin.

Kontakt bricht nicht ab

«Ich kann diese Art von Kritik nicht ernst nehmen», sagt Schild. Es sei schade, dass es Leute gebe, die im Internet ihren Frust rauslassen müssten. Ihm sei durchaus bewusst, dass das Kind bei seinem Aufbruch im Jahr 2026 erst zehn Jahre alt sein werde. Es gebe aber viele Menschen, die dann hinter seiner Freundin Corinna stehen würden. «Ich werde meine Zeit auf unserem Planeten umso mehr geniessen», erklärt er. Auch vom Mars sei schliesslich Kommunikation mit Angehörigen möglich.

Doch Steve Schilds Argumentation geht noch weiter: Gerade durch seinen eigenen Nachwuchs werde er sich seiner Verantwortung für die künftigen Generationen bewusst. Es sei gut möglich, dass «Mars One» eine wichtige Pionierleistung für die Menschheit leiste, sagt Schild. Er begründet: «Möglicherweise entwickelt sich der Mars zum Ausweichplaneten für die Zivilisation, falls der Platz auf der Erde zu knapp wird.»

Überdies seien die Folgen der Klimaerwärmung auf unserem Planeten unberechenbar. Schild zieht gar Parallelen zur Mondlandung im Jahr 1969 und ist bezüglich Gelingen der Mission sehr optimistisch gestimmt. Fortsetzung folgt.

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