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Es wird geblättert: Zwölf Bibliotheken der Region laden zum Kulturgenuss

Zwölf Bibliotheken in der Region Wil laden im September zu elf Anlässen zum Thema «Umblättern».
Zita Meienhofer

«Umblättern – ein herbstlicher Kulturgenuss», mit diesem Slogan werben die Bibliotheken zwischen Aadorf und Zuckenriet für verschiedene Anlässe im September. Da entsteht aus einem Blatt Papier ein Kunstwerk, dort liest ein Autor. Da wird aus Blättern ein Buch gestaltet, dort steht ein Wortakrobat auf der Bühne. Ob eine Lesung mit dem bekannten Schweizer Schriftsteller Lukas Hartmann oder ein Workshop mit Felix Immler, dem Taschenmesser-Pädagogen, – es wird geblättert, im Buch oder im Wald.

Die zwölf Bibliotheken in der Region Wil fanden vor einigen Jahren zusammen, nutzten Synergien und organisierten gemeinsame Anlässe. Denn: Bibliotheken sind nicht nur Begegnungsorte, sie sind auch immer mehr Veranstaltungsorte. Die Verantwortlichen jeder Bibliothek haben sich zum Thema «Umblättern» ihre Gedanken gemacht. Letztlich entstand ein Programm mit elf unterschiedlichen Anlässen. «Der September öffnet dieses Jahr die Türen nicht nur in den Herbst, sondern auch zu den Bibliotheken», sagt Manuela Schöb von der Geschäftsstelle der Regio Wil.

Autoren aus Kreuzlingen und Frauenfeld

Der Auftakt findet am kommenden Sonntag in der Bibliothek Littenheid statt. Eingebunden in die «Littenheider Begegnungen» werden in der Bibliothek aus einem Blatt Papier Kunstwerke entstehen – ob es ein Buchzeichen, ein Scherenschnitt oder ein Bild sein wird, das wird der Kreativität des «Künstlers» überlassen.

Die Bibliotheken in Münchwilen und Sirnach haben im Thurgau wohnhafte Autoren zu Lesungen eingeladen. In Münchwilen liest der pensionierte Polizist Hermann Merz. In der Reihe «Tatort Thurgau» ist bereits der zweite Krimi aus seiner Feder entstanden. Der 65-Jährige setzt sich seit 30 Jahren immer wieder hinter die Schreibmaschine oder den Computer. Merz, der in Kreuzlingen wohnt, verbirgt sich hinter dem Pseudonym «Joel Dominique Sante».

Erste Begegnungen mit Schweizern

In Frauenfeld wohnt Usama Al Shahmani. Der 48-Jährige, der vor 17 Jahren aus dem Irak flüchten musste, weil er ein regimekritisches Theaterstück geschrieben hatte, hat in der Schweiz eine neue Heimat gefunden. Usama Al Shahmani ist ein Literaturkenner und ein ebenso begnadeter Erzähler. In seinem zweiten Buch «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» beschreibt er seine ersten Begegnungen mit den Schweizern und ihren Eigenheiten, aber auch seine Erlebnisse in seiner ehemaligen Heimat. Das eine lässt einem schmunzeln, das andere berührt schmerzhaft.

Gelesen wird auch in Kirchberg. Hier sind die Autorinnen von «111 Orte rund um den Säntis zu Gast». Auf den rund 230 Seiten ist Interessantes und auch Unbekanntes zu entdecken. Da wird über eine Nussschalen-Station in Frümsen berichtet oder über das «Büdeli» von Roger Dörig in Appenzell. Und: Wer weiss schon, dass dieser einen «Chüeligurt» für den BAP-Sänger Wolfgang Niedecken gefertigt hatte? Begleitet wird das schreibende Duo vom musizierenden Trio «Rond om de Säntis».

In Wängi wird nicht gelesen, sondern erzählt. Zu Gast ist die einheimische Märchenerzählerin Huguette Schwager. Unter dem Titel «Isländischer Abend» entführt sie in die mystische Welt dieses Landes im hohen Norden. Dazu wird isländisches Bier serviert.
Erfolgreiche Schweizer Autoren im Hinterthurgau

Petra Ivanov liest im Bistro in Dussnang. Sie gehört mittlerweile zur Elite unter den zeitgenössischen Kriminalautorinnen. Sie liest nicht nur im Hinterthurgau, ihr neuster Fall «Entführung» führt eben auch nach Dussnang.

Lukas Hartmann, einer der bekanntesten Schweizer Autoren, liest in Aadorf aus seinem neusten Buch «Der Sänger». Wie bereits beim Vorgänger, «Ein Bild von Lydia», welches das Leben der Tochter des «Eisenbahnkönigs» Alfred Escher beschreibt, erzählt Hartmann diesmal die Geschichte des jüdischen Tenors Joseph Schmidt, der es während des Zweiten Weltkriegs über die Schweizer Grenze schafft. Christian Berzins, NZZ am Sonntag, schrieb treffend in seiner Rezension: «Lukas Hartmann schafft es, Schmidt Würde zu geben – und in den letzten Takten des Buches gar Grösse.»

Basteln, schnitzen, slamen und sich überraschen lassen

Gebastelt wird in der Bibliothek Sproochbrugg, Zuckenriet. Allerdings nicht im Innern, sondern draussen im Wald, in der SRF-Hütte im Hohrain, Niederhelfenschwil. «Vom Buch zum Blatt» heisst der Titel der Veranstaltung für Kinder zwischen drei und fünf Jahren. Die Kinder können bei der Gestaltung ihres Buches ihrer Fantasie freien Lauf lassen und dürfen dabei einer Geschichte lauschen.

Gewerkelt wird auch in der Bibliothek Uzwil. Dort lernen Kinder ab sechs Jahren den sinnvollen Umgang mit dem Taschenmesser. Wer könnte die Kinder besser in das Thema einführen als der Taschenmesser-Pädagoge Felix Immler? Mit dabei ist übrigens auch die Bibliothek Oberbüren.
Die Wörter nicht lesen, sondern mit ihnen jonglieren, das macht Kilian Ziegler in Eschlikon. Der Oltener gehört zu den erfolgreichsten und bekanntesten Slam Poeten der Schweiz und darf sich sogar doppelter Poetry-Slam-Schweizer-Meister nennen.

Beendet wird die Veranstaltungsreihe in der Stadtbibliothek Wil. Unter dem Titel «Bücherjuwelen» stellen Barbara Gyger Bühler von der Sirnacher Buchhandlung Buch & Papier sowie Bibliothekarin Manuela Waeber auserlesene Neuheiten des Büchermarktes vor. Die Teilnehmenden dürfen zudem mit einem Überraschungsgast rechnen, der seine Bücherhitliste präsentiert.

Hinweis
Detaillierte Information zu Anmeldungen, Eintritt und Rahmenprogramm gibt es in den Bibliotheken sowie unter www.thurkultur.ch/bibliotheken.

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