«Für eine lebendige Gemeinde»

Am 25. September wird in Kirchberg gewählt: Joachim Harder möchte dann den Einzug in den Kirchberger Gemeinderat schaffen. Für Vereine, das lokale Gewerbe und den Bauernstand möchte sich der SVP-Mann einsetzen.

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Joachim Harder: Der SVP-Mann möchte sich im Gemeinderat fürs lokale Gewerbe stark machen. (Bild: seb.)

Joachim Harder: Der SVP-Mann möchte sich im Gemeinderat fürs lokale Gewerbe stark machen. (Bild: seb.)

Herr Harder, wieso wollen Sie Gemeinderat werden?

Joachim Harder: Politik interessiert mich. Ich bin der Meinung, dass man nicht immer nur diskutieren und kritisieren kann, sondern auch mal Zeit investieren sollte, um mitzugestalten.

Die SVP hat bei der Gemeinderatsersatzwahl im Jahr 2010 einen Sitz an die FDP verloren. Ist das auch ein Grund für Ihre Kandidatur?

Harder: Absolut. Nach Wähleranteilen stünden der SVP zwei Sitze zu. Und diesen zweiten Sitz wollen wir zurückholen.

Sie sind Landwirt. Kommt die bäuerliche Vertretung im Gemeinderat zu kurz?

Harder: Das denke ich nicht. Aber natürlich möchte ich die Landwirtschaft vertreten. Aber jemand, der das Gewerbe vertritt, fehlt noch. Und für dieses möchte ich mich stark machen.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, gewählt zu werden?

Harder: Es ist schwierig, das einzuschätzen. Bisher habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten. Aber: Wer dich nicht wählen will, sagt dir das nicht ins Gesicht.

Wie sehen Sie die anderen beiden Kandidierenden?

Harder: Ich nehme beide wahr. Donat Ledergerber ist als Kantonsrat bekannt, und Andrea Eberhard kenne ich aus dem Turnverein.

Findet ein Wahlkampf statt?

Harder: Ich werde zumindest viel angesprochen. In der Bank musste ich die ID nicht mehr zeigen, da mich die Frau auf den Plakaten sah. Und, zugegeben, man gibt sich mehr Mühe, sich zu zeigen. Ich denke, man wählt eine Person, die man kennt.

Wieso soll man am 25. September gerade Sie wählen?

Harder: Weil ich ein junger, bürgerlicher Volksvertreter bin, der sich für eine lebendige Gemeinde einsetzt. Ausserdem arbeite und wohne ich in der Gemeinde.

Was reizt Sie am Amt?

Harder: Ich würde gerne das politische Geschehen beeinflussen. Und dabei die Meinung des Volkes einbringen. Ein Stück weit möchte ich auch zur positiven Entwicklung der Gemeinde beitragen.

Wie soll sich denn diese entwickeln?

Harder: Getreu ihrem Motto «Kirchberg zum Läbe». Die bestehende Industrie sollte man fördern, aber nicht allzu viel neue Betriebe ansiedeln. Das lokale Gewerbe muss erhalten und möglichst gestärkt werden. Mit attraktiven Bauplätzen sollten neue Einwohner angelockt werden. Dabei ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ein zentrales Element.

Wo würden Sie, so Sie denn gewählt werden, den Hebel ansetzen?

Harder: Vereine sind mir wichtig. Anlässe durchzuführen sollte für diese finanziell tragbar sein. Auch die Miete für Räumlichkeiten muss bezahlbar sein. Eine weitere Frage, die man angehen könnte, ist: Wieso gibt es immer weniger Restaurants? Solche sind wichtig für lebendige Dörfer. Die Verwaltung muss ihre Arbeit noch mehr in den Dienst der Bevölkerung stellen, und der Gewerbetreibende, der in der Gemeinde investieren will, sollte unterstützt werden.

Wo gibt es noch Handlungsbedarf?

Harder: Dass man die dörflichen Strukturen nicht vergisst und die Primarschulen erhält. Die Zusammenarbeit mit den Dorfkorporationen ist auch wichtig. Auf eine schlanke Verwaltung würde ich ebenso ein Auge werfen.

Wo liegen Ihre Interessen?

Harder: Die sind vielfältig. Ich könnte mich im Baubereich einbringen. Ich war schon häufig selber Bauherr und hatte für die Dorfkorporation Wolfikon mit Baufragen zu tun. Ökologie und Energie sind weitere Themen, die mich selber betreffen.

Wie das?

Harder: Ich plane gemeinsam mit dem Energietal Toggenburg zwei Projekte: Zum einen eine Photovoltaikanlage und zum andern eine Biogasanlage, die rund 300 Haushalte mit Strom und Wärme versorgen könnte. Beide sind bei der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) angemeldet und auf der Warteliste.

Was kann eine Gemeinde im Bereich Energie tun?

Harder: Ich finde, man sollte solche Vorhaben unterstützen. Beispielsweise in der Bewilligungspraxis. Gut vorstellen könnte ich mir eine kostenlose Energieberatung, die auf Energieerzeugung und auf Energiesparen abzielt.

Interview: Sebastian Keller

Die Gespräche mit den beiden anderen Kandidierenden sind in den Ausgaben vom 7. und 8. September veröffentlicht worden.

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