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Für den Fall der Urteilsunfähigkeit: Kesb-Präsident Martin Widmer zeigte auf, was passiert, wenn jemand nicht mehr selbst entscheiden kann.

Es ist ein nützliches Dokument, das aber hoffentlich nie zum Einsatz kommt, ist dafür der Vorsorgeauftrag. Martin Widmer, Präsident der Kesb Wil-Uzwil, erklärt, was es dabei zu beachten gibt.
Tobias Söldi

Alter, Unfall, Krankheiten oder Demenz – es gibt viele Szenarien, die unsere Urteilsfähigkeit mindern können. Doch wer trifft Entscheidungen, wenn wir selbst nicht mehr in der Lage dazu sind, uns vielleicht nicht einmal mehr mitteilen können? Eine Absicherung stellt der Vorsorgeauftrag dar. In diesem kann jemand festlegen, wer sich um einen kümmert, wer das Vermögen verwaltet oder sich um die Rechtsgeschäfte kümmert.

«Man muss sich mit der Zukunft beschäftigen, auch wenn das nicht immer nur Freude bereitet», sagt Rolf Raschle, Präsident des Gewerbevereins Uzwil zu den rund 30 Mitgliedern, die der Einladung zum halbjährlichen Gewerblerlunch gefolgt sind, welcher gestern Mittag in Niederuzwil stattgefunden hat. Auf dem Programm stand ein Referat von Martin Widmer, dem Präsidenten der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Wil-Uzwil.

Zentral: die eingesetzte Vertrauensperson

Eine der zahlreichen Aufgaben der Kesb besteht nämlich in der Inkraftsetzung der oben erwähnten Vorsorgeaufträge. Wird eine Person urteilsunfähig, prüft die Kesb, ob es einen solchen Auftrag überhaupt gibt, ob dieser gültig ist und ob die beauftragte Person geeignet und willens ist, die Aufgabe zu übernehmen. «Die Überprüfung ist wichtig, weil unter Umständen viel Zeit vergeht zwischen der Erstellung und dem Inkrafttreten. Da können sich tausend Dinge ändern», sagt Widmer, etwa die Familienkonstellation, der Ehepartner oder die Möglichkeiten der Medizin.

Besonders wichtig beim Vorsorgeauftrag, der eigenhändig verfasst oder öffentlich beurkundet werden kann, ist die eingesetzte Vertrauensperson. «Sie kann alles machen», erklärt Widmer, ein totales Vertrauensverhältnis sei deshalb zentral. «Am besten spricht man sich in der Familie ab, wer die Aufgabe übernimmt, damit es später nicht zu Streitigkeiten kommt», empfiehlt er. Selbstverständlich kann der Vorsorgeauftrag jederzeit widerrufen werden. «Am sichersten ist es, die alte Version zu vernichten.» Doch was passiert, wenn kein Vorsorgeauftrag existiert? Dann kommen die gesetzlichen Massnahmen zum Tragen: die Vertretung durch den Ehegatten oder die Ehegattin, bei medizinischen Massnahmen oder der Aufenthalt in einer Wohn- oder Pflegeeinrichtung. Reicht das nicht aus, wird meistens eine Beistandschaft eingerichtet.

«Viele Fälle, die sich positiv entwickeln»

Am Ende der Ausführungen brannte Gewerbevereinspräsident Raschle eine Frage unter den Nägeln, die wohl vielen der Anwesenden durch den Kopf ging: Ist die Arbeit bei der Kesb nicht belastend, die Auseinandersetzung mit all den schweren Schicksalen? Widmer bestätigt, betont aber auch die schönen Seiten der Arbeit: «Es gibt viele Fälle, die sich positiv entwickeln. Ausserdem kommen wir mit sehr originellen Leuten in Kontakt, die man sonst kaum je kennen lernen würde.»

Kesb Wil-Uzwil

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) stellen das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicher. Im Kanton St. Gallen gibt es neun regionale Behörden. Die Kesb Wil-Uzwil betreut dabei die Gemeinden Jonschwil, Niederhelfenschwil, Oberbüren, Oberuzwil, Uzwil, Wil und Zuzwil. Dieses Einzugsgebiet macht die Kesb Wil-Uzwil zu einer der grösseren regionalen Stellen im Kanton. Ihren Sitz hat sie in Niederuzwil am Raiffeisenplatz. Der Kesb Wil-Uzwil, die rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat, ist zudem die Berufsbeistandschaft Uzwil angegliedert. (tos)

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