Fünf Millionen Liter Heizöl gespart

Nun wurden die letzten Gräben für das Projekt Fernwärme in Dussnang geschlossen. Trotz Verzögerung und unvorhergesehener Erschwernisse ziehen die IG Fernwärme und die Hebbag AG eine positive Bilanz.

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Die Heizzentrale der Hebbag ist eine Pionieranlage. (Bild: pd)

Die Heizzentrale der Hebbag ist eine Pionieranlage. (Bild: pd)

DUSSNANG. Durch den Anschluss an das Fernwärmenetz der Hebbag AG, eine Tochterfirma der EKT, ist Dussnang in der Lage, CO2-neutrale Wärme zu beziehen. Dies trägt zur CO2-Reduktion bei und bringt den Kanton Thurgau einen Schritt weiter in Richtung Umsetzung der Energiestrategie 2050.

Mit der Interessengemeinschaft Fernwärme Dussnang war der Entscheid getroffen worden, Dussnang an die bereits bestehende Heizzentrale der Hebbag in Bichelsee-Balterswil anzuschliessen. Die Hebbag ist eine Pionieranlage. Sie erzeugt aus Holz umweltfreundliche Wärme und Strom und liefert das ganze Jahr über konstant elektrische Energie. Das Holz, das als Brennstoff eingesetzt wird, stammt direkt von der benachbarten Sägerei Brühwiler AG oder den umliegenden Wäldern. So werden die Transportwege kurz gehalten.

Kolonne von drei Kilometern

Die wöchentlich eingesparte Heizölmenge entspricht der Füllung eines Tanklastwagens. Seit Inbetriebnahme der Hebbag konnte bereits eine Lastwagenkolonne von drei Kilometern Länge eingespart werden, also über fünf Millionen Liter Heizöl.

Trotz aller positiven Aspekte lief der Ausbau nicht ganz reibungslos. «Bauprojekte bergen immer Überraschungen», sagt Jolanda Eichenberger, CEO der EKT-Gruppe. In diesem Fall waren es nicht nur bauliche, sondern auch technische Herausforderungen, welche die Bauarbeiten um über ein Jahr verzögerten. Neben saisonbedingten Verzögerungen im Winter musste die Hebbag mit unvorhersehbaren Schwierigkeiten kämpfen. So waren zum Teil die Pläne ungenau oder schadhafte Rohre mussten ausgegraben und ersetzt werden.

Die Geduld der Bevölkerung, war zeitweise arg strapaziert worden. Sie musste immer wieder Strassensperrungen und Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, trug das Projekt aber trotzdem mit. «Wir sind uns bewusst, dass das nicht selbstverständlich ist», sagt Jolanda Eichenberger.

Laufend neue Kunden

Das Interesse an der Fernwärme ist ungebrochen. Laufend werden neue Kunden angeschlossen. Ein weiterer Netzausbau ist nicht vorgesehen, doch die Hebbag kann im bestehenden Netz bereits erste Anschlüsse realisieren, die über die ursprüngliche Planung hinausgehen. Jolanda Eichenberger freut sich: «Die Hebbag ist ein Pilotprojekt und eine wichtige Erfahrung, aus der wir gelernt haben. Wir freuen uns auf weitere Projekte, bei denen wir unser Know-how einbringen können.» (pd)