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Fünf Lehrpersonen und ein «Fatsuit»: Lehrerin Seraina Stark hat die Primarschule Jonschwil mit ihrer Musical-Begeisterung angesteckt

Primarlehrerin Seraina Stark spielt die Hauptrolle im Musical «Hairspray» des Theatervereins Fürstenland - und hat einen Teil ihrer Arbeitskollegen gleich mit an Bord geholt.
Tobias Söldi
Eine typische Musical-Haltung: Die beiden Lehrpersonen Seraina Stark und Simon Bächtiger spielen im Musical «Hairspray» die Hauptrollen. (Bild: Tobias Söldi)

Eine typische Musical-Haltung: Die beiden Lehrpersonen Seraina Stark und Simon Bächtiger spielen im Musical «Hairspray» die Hauptrollen. (Bild: Tobias Söldi)

Gesprächsthema Nummer eins auf den Gängen der Primarschule Jonschwil: Das Musical «Hairspray», welches der Theaterverein Fürstenland im Mai in Gossau aufführen wird. Primarlehrerin Seraina Stark spielt im Stück die Hauptrolle. Sie hat das Schulhaus mit dem Musicalfieber angesteckt. Mit einem Lachen sagt die 26-Jährige:

«Ich habe versucht, möglichst viele mit reinzuziehen.»

Mit Erfolg: Fünf Lehrpersonen der Jonschwiler Primarschule machen bei «Hairspray» mit. Die männliche Hauptrolle spielt Simon Bächtiger; Raphael Thommen tanzt, Stefanie Brunschwiler und Gabriella Caldeira helfen bei den Requisiten mit. Sogar die beiden Zivis Joel Morales und Andrin Owassapian waren vor Starks Enthusiasmus nicht sicher.

Ein Traum geht in Erfüllung

Seraina Stark ist schon lange in der Musical-Szene aktiv und hat bereits in verschiedenen Produktionen mitgewirkt. Mit der Rolle der Tracy Turnblad in «Hairspray» geht für sie ein Traum in Erfüllung. «Ich spiele die tragende Rolle im Stück, bin durchgehend präsent. Das ist eine sehr spezielle Erfahrung.»

Die Faszination wurzelt in ihrer Familie. Vater Pius Stark ist Präsident des Theatervereins Fürstenland. Er spielt in «Hairspray» eine Rolle, genauso wie Seraina Starks Mutter und eine ihrer Schwestern. Der Verein hat Tradition: Die erste Produktion wurde 1988 aufgeführt. Trotz Anspruch, Aufwand und Grösse – es engagieren sich 45 Leute – sind fast alle Beteiligten Laien mit mehr oder weniger Erfahrung.

Das Faszination bleibt nicht ohne Folgen

Simon Bächtiger, Starks Lehrerkollege, hat weniger Erfahrung als Musical-Darsteller. Als Gymnasiast hat er einmal bei einem Musical mitgemacht, danach immer wieder bei kleineren Musik-, Tanz- oder Theaterprojekten. «Es ist das erste Mal, dass ich an einem so grossen Projekt teilhabe», sagt der 34-Jährige, der seit drei Jahren in Jonschwil unterrichtet. Die neue Erfahrung begeistert ihn: Das Hinarbeiten auf ein gemeinsames Ziel, die Energie, welche freigesetzt wird, das Miteinander verschiedener Menschen, die zusammen etwas auf die Beine stellen.

«Es ist unglaublich, Teil eines so grossen Projekts zu sein und diesem beim Wachsen zuzusehen.»

Die Faszination ist nicht ohne Folgen geblieben: «Ich möchte im Sommer nebenberuflich an der Musicalschule in Zürich studieren.»

Die intensive Phase steht bevor

Seit August probt der Theaterverein, die ersten Castings fanden vor mehr als einem Jahr im Januar statt. Schwierig war es, die geeigneten Leute zu finden. «Das Stück verlangt viele dunkelhäutige Darstellerinnen und Darsteller. Wir haben bei der Suche alles gegeben», sagt Stark. Erst im Dezember war die Crew komplett. Jetzt steht die intensive letzte Phase bevor. «Ab April werden wir fast jeden Abend proben», sagt Stark.

Eine weitere Herausforderung: Tracy Turnblad, Starks Rolle, ist beleibt. «Es war mehr als ein Jahr lang eine Überraschung, wie sich diese Verwandlung genau realisieren lässt», erinnert sie sich. Die Lösung wurde schliesslich vergangene Woche in Gestalt eines «Fatsuits» angeliefert, einem engen, mit Watte bepolsterten Tanzanzug. «Er ist sehr eng und man kriegt rasch warm», beschreibt Stark das Gefühl beim Tragen. «Aber er ist erstaunlich leicht. Ich kann mich sehr gut darin bewegen.»

Die Schüler am Projekt teilhaben lassen

Das Engagement bleibt nicht ohne Einfluss auf den Unterricht der beiden Primarlehrpersonen. «Ich lasse die Kinder am Projekt teilhaben und erzähle viel davon», sagt Stark. So hat sie ihre Schülerinnen und Schülern zu einer Führung hinter die Bühne eingeladen. Vergangenes Jahr hat Stark zudem mit zwei Klassen ein grosses Musical aufgeführt. Bächtiger ist zurückhaltender, trennt das Musical-Engagement stärker von seiner Lehrertätigkeit. «Singen, Tanzen und Schauspiel spielen aber auch im Unterricht eine wichtige Rolle», sagt er. In einem Punkt sind sie sich einig:

«Musicals geben einem viel Energie und Inspiration.»

Hinweis:
«Hairspray» wird vom 3. bis 25. Mai mehrmals im Fürstenlandsaal in Gossau aufgeführt. Weitere Informationen finden sich unter www.theaterverein.ch.

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