FÜNF DEPONIESTANDORTE IN KURZER DISTANZ: Gemeinde deponiert Unmut

Bekannt ist, dass im Sonnenberg in Niederwil Kies abgebaut wird und dass einige Meter davon entfernt eine Deponie entstehen soll. Nun werden in unmittelbarer Nähe weitere Projekte geplant.

Zita Meienhofer
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Auf dieser Wiese ist die Deponie Ruetwis geplant. Mit der Realisation des Vorhabens sollte Anfang 2018 gestartet werden können. (Bild: Zita Meienhofer)

Auf dieser Wiese ist die Deponie Ruetwis geplant. Mit der Realisation des Vorhabens sollte Anfang 2018 gestartet werden können. (Bild: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Es sind etwa vier Kilometer zwischen dem Gebiet Sonnenberg in Niederwil und dem «Radmoos» am östlichen Ende der Gemeinde Gossau. Innerhalb dieser vier Kilometer interessieren sich vier Unternehmen an fünf Stand­orten, eine Deponie zu erstellen oder Kies abzubauen. Nun meldet sich der Gemeinderat Oberbüren – Niederwil gehört zur Gemeinde Oberbüren – zu Wort. Seine Worte richten sich an die entsprechenden Stellen beim Kanton. Er fordert diese deutlich auf, nun eine Strategie bei der Festlegung der Deponien zu definieren. Es sei einfach verrückt, so Alexander Bommeli, Gemeindepräsident Oberbüren, dass auf dieser nahen Distanz überhaupt über eine solche Anzahl Projekte diskutiert werde. Zudem verlangt der Oberbürer Gemeinderat, dass der Kanton seine Koordinationsaufgabe für alle Deponievorhaben wahrnehmen soll. Dabei dürfen jedoch die Kiesabbauvorhaben – Kiesgruben werden bei der Auffüllung ebenfalls zur Deponie – auf keinen Fall vergessen gehen.

Für Sonnenberg und Ruetwis liegen bereits konkrete Projekte vor, die auch bereits von Gemeinde und Kanton geprüft worden sind. Zudem ist für den Sonnenberg ein Richtplaneintrag vorhanden. Für das Projekt Ruetwis ist das nicht erforderlich, da das Volumen 100000 Kubikmetern nicht überschreitet.

Die Vorhaben an den Standorten Nutzenbuechwald und Degenau sind überhaupt nicht konkret oder noch nicht in den Händen der Behörden. Für den Standort Radmoos ist eine provisorische Aufnahme in den Richtplan vorgesehen. In Gossau bahnt sich gegen das Vorhaben Widerstand an. Und, obwohl sich der Standort nicht auf Oberbürer Boden befindet, hat sich auch der Oberbürer Gemeinderat gegen dieses Projekt ausgesprochen. Es könne nicht sein, dass die Region Oberbüren-Gossau einer solchen Belastung ausgesetzt werde, schreibt der Oberbürer Gemeinderat. Er erwartet vom Kanton auch klare Aussagen, wie das durch die Deponien verursachte Verkehrsaufkommen bewältigt werden soll.