Führungswechsel nach Rekordjahr: Silvia Zurwerra ersetzt Erika Schiltknecht als
JUZ-Geschäftsführerin

Wil, Flawil, Gossau: Drei der vier Niederlassungen des Jung-Unternehmer-Zentrums (JUZ) erhalten neue Stellenleiter. Die Flawilerin Silvia Zurwerra löst JUZ-Geschäftsführerin Erika Schiltknecht ab.

Andrea Häusler
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Silvia Zurwerra aus Flawil tritt ihre Stelle offiziell am 1. Juni an und wird Erika Schiltknecht per Ende Juli als JUZ-Geschäftsführerin und Zentrumsleiterin in Flawil ablösen.Bild: PD

Silvia Zurwerra aus Flawil tritt ihre Stelle offiziell am 1. Juni an und wird Erika Schiltknecht per Ende Juli als JUZ-Geschäftsführerin und Zentrumsleiterin in Flawil ablösen.Bild: PD

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Mit 44482 Unternehmensgründungen geht das vergangene Jahr als das gründungsstärkste seit Bestehen des Schweizerischen Handelsregisters in die inländische Wirtschaftsgeschichte ein. Das Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr wird in der Region Ostschweiz noch überboten: Hier betrug die Zunahme sieben Prozent und ist damit der schweizweit höchste Wert. Der Gründungsboom schlägt sich auch auf die Zahlen des Jung-Unternehmer-Zentrums (JUZ) nieder. Dies geht aus dem eben erschienenen Geschäftsbericht des Trägervereins hervor.

154 Jung- und Neuunternehmer (Vorjahr 120) haben sich mit dem Support der Geschäftsstellen Wil, Flawil, Gossau und Wattwil auf den Weg in die Selbstständigkeit gemacht. Dafür wurden seitens des JUZ insgesamt 643 (440) Beratungsstunden aufgewendet. 42 Prozent der Gründungen entfielen auf den Dienstleistungssektor, 28 Prozent machten Handwerks- und 14 Prozent Handelsbetriebe aus. Wobei der Onlinehandel einen verschwindend geringen Anteil ausmachet.

Die Motivationsgründe der Neuunternehmer sind unterschiedlich: Der Wunsch, sich selbstständig zu machen, die Möglichkeit eine Firma zu übernehmen, eine Vision oder eben die Überzeugung, als Unternehmerin/Unternehmer mehr verdienen zu können. Seit der Gründung des JUZ vor 20 Jahren wurden 1749 Personen beraten und 3917 Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten.

Wechsel an der Führungsspitze

Das gründungs- und beratungsstärkste Jahr seit Bestehen des JUZ leitet auf personeller Ebene in eine neue Ära über. Nebst Erika Schildknecht aus Flawil, welche per Ende August als Geschäftsführerin in den Ruhestand treten wird, war auch ein Nachfolger für den im JUZ Wil als Zentrumsleiter tätigen Norbert Hodel zu suchen. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres konnten die Stellen der beiden Zurücktretenden neu besetzt werden. Die Funktionen und Aufgaben von Erika Schiltknecht wird Silvia Zurwerra übernehmen. Sie tritt ihre Stelle per Ende Juni an und wird Erika Schiltknecht per Ende Juli ablösen.

Zurwerra ist in Ganterschwil aufgewachsen, verheiratet und wohnt seit fünf Jahren in Flawil. Die 50-jährige Betriebsökonomin FH verfügt über rund zwanzig Jahre Erfahrung in Führungspositionen in den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen, Human Ressources und Administration.

Daniel Gerber ersetzt Norbert Hodel als Zentrumsleiter in Wil.

Daniel Gerber ersetzt Norbert Hodel als Zentrumsleiter in Wil.

Bild: PD

Bereits Ende dieses Monats wird Norbert Hodel seinen Arbeitsplatz an den Wiler FDP- Stadtparlamentarier Daniel Gerber abtreten. Gerber ist beruflich als selbständiger Unternehmensberater, Coach und Lehrbeauftragter an höheren Fachschulen tätig.

Noch nicht geregelt ist die Nachfolge für den Zentrumsleiter in Gossau, Karl Maggiorini. Er hat seinen Austritt per Ende dieses Jahres in Aussicht gestellt. Damit verbleibt Daniel Blatter, Zentrumsleiter in Wattwil, als einzig bekanntes Gesicht im Führungsgremium des JUZ.

Düstere Zukunftsaussichten

Der Trägerverein Jung- Unternehmer-Zentren hat 2019 bei Aufwänden von 270500 und Erträgen von 284300 einen Betriebsgewinn von rund 13700 Franken erwirtschaftet. Das sind knapp 10000 Franken mehr als veranschlagt.

Welche Zahlen das JUZ für 2020 ausweisen wird, ist schwierig abzuschätzen. Die Vorzeichen stehen allerdings schlecht. Die Coronakrise verhindert Unternehmensgründungen. «Wir haben praktisch keine Anfragen», bestätigt Geschäftsführerin Erika Schiltknecht. Gleichzeitig würden Jungunternehmer in der ersten Phase ihrer Selbstständigkeit auf eine harte Probe gestellt. Für diese sei die Situation existenzgefährdend, umso mehr, als Banken kaum Kredite gewährten, wenn (noch) keine Leistungsnachweise erbracht werden konnten.

Hauptversammlung verschoben

Die Jung-Unternehmer-Zentren unterstützen Jung- und Neuunternehmer in der Vorbereitung und Durchführung von Unternehmensgründungen und bieten ihren Weiterbildungsmöglichkeiten in spezifischen Themen der Unternehmensführung sowie Netzwerkveranstaltungen und Coachings bis zirka ins vierte Geschäftsjahr an.

Die Hauptversammlung des Vereins war auf den 18. Mai angesetzt, musste jedoch aufgrund der Situation um das Coronavirus auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.