FÜHRUNGSKRAFT: Neue Stelle für die Wiler Schule

Im Departement Bildung und Sport soll ein Leiter Bildung angestellt werden. Der Stelleninhaber soll die operative Führung aller Schulen übernehmen. Die SVP hat Widerstand angedeutet.

Philipp Haag
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Philipp Haag

philipp.haag@wilerzeitung.ch

Die Gesellschaft verändert sich. Mit ihr der Anspruch an die Schule. Eine Entwicklung, welche auch vor den Wiler Schulen nicht haltmacht. «Die Anforderungen an die Förderung der Schulkinder haben in den letzten Jahren stetig zugenommen. Es bedarf immer wieder Anpassungen in den Schulen und einer entsprechenden städtischen Steuerung und Führung», sagt Schulratspräsidentin Jutta Röösli. Aus diesem Grund möchte sie im Departement Bildung und Sport eine Änderung in der Organisationsstruktur vornehmen. Tragendes Element ist die Schaffung einer Stelle «Leiter/-in Bildung». Der Stelleninhaber soll die operative Leitung aller Wiler Schulen übernehmen. Ihm obliegt die personelle, fachliche und organisatorische Führung. Mitwirken wird der Stelleninhaber auch bei der Qualitätsentwicklung und -sicherung. Mit der neuen Stelle, die den 14 Schulleitungen direkt übergeordnet ist, soll eine Führungsstruktur mit klaren Zuständigkeiten geschaffen werden.

Wieder auf die Kernaufgabe fokussieren

Durch den Leiter Bildung soll die Spitze des Departements, vor allem die Vorsteherin, aber auch die Sekretärin, von operativen Tätigkeiten entlastet werden. «Seit Jahren leidet das Departement Bildung und Sport unter zu geringen Ressourcen», sagt Jutta Röösli. Sie ist beispielsweise mit schulhausspezifischen Fragen konfrontiert, um die sich künftig der Leiter Bildung kümmern kann. Jutta Röösli soll sich wieder stärker ihrer Kernaufgabe als Exekutivmitglied widmen können, der Führung des Departements, wie dem Antrag zur Schaffung der Stelle «Leiter/-in Bildung» zu entnehmen ist. Um die neue Vollzeitstelle installieren zu können, muss das Stadtparlament diese allerdings erst noch bewilligen. Beantragt ist eine Gehaltsspanne zwischen 140000 bis 190000 Franken (inklusive Lohnnebenkosten), je nachdem in welcher Besoldungsklasse der Leiter Bildung eingeteilt wird.

Dass die Anstellung der neuen Führungskraft wahrscheinlich nicht ohne Widerstand vonstatten gehen wird, hat sich an der letzten Sitzung der Legislative gezeigt. Jede Stelle auf der Stadtverwaltung, die der Stadtrat als neu zu schaffende ins Budget 2017 aufgenommen hatte, fochten die SVP und in Teilen die FDP an. Jutta Röösli erwartet denn auch eine vertiefte Diskussion. «Neue Stellen werden im Parlament nie einfach nur durchgewunken.» Dennoch ist sie überzeugt, den Parlamentarierinnen und Parlamentariern den Bedarf «nachvollziehbar aufzeigen zu können», einerseits im bereits vorliegenden Antrag, anderseits im Rahmen der vorberatenden Kommission und in der Debatte an der Parlamentssitzung . Sollte die Stelle nicht bewilligt werden, «werden wir wohl über die Bücher gehen müssen, was wir in Zukunft noch leisten können und wo insbesondere in der Schul- und Qualitätsentwicklung allfällige Abstriche gemacht werden müssen», sagt Jutta Röösli.

Departement mit 350 Mitarbeitenden

Jutta Rööslis Pensum – die Schulratspräsidentin verfügt über eine 100-Prozent-Stelle – wird an der Parlamentssitzung, an welcher der stadträtliche Antrag behandelt wird, höchstwahrscheinlich kritisch hinterfragt werden, sollte der Leiter Bildung genehmigt werden. Dies hat die SVP an der Sitzung Anfang Monat bereits angekündigt. «Das Departement Bildung und Sport ist mit rund 350 Mitarbeitenden nicht nur das weitaus grösste Departement, sondern hat auch ein sehr vielfältiges Aufgabenspektrum», hält Jutta Röösli dagegen. Um vor diesem Hintergrund die politische Führung als Departementsvorsteherin wahrnehmen zu können, «ist ein Pensum in der jetzigen Grösse unabdingbar».