Frühlingsgefühle trotz Schnee

FLAWIL. Die Brassband Ostschweiz war am Samstagabend in der Kirche Oberglatt zu Gast. Unter der Leitung von Thomas Plattner zeigte die BBO ein abwechslungsreiches Programm.

Jonas Lüdi
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Die Brassband Ostschweiz bot ein vielseitiges Konzert und weckte Frühlingsgefühle bei den Besuchern. (Bild: jol.)

Die Brassband Ostschweiz bot ein vielseitiges Konzert und weckte Frühlingsgefühle bei den Besuchern. (Bild: jol.)

Durch die hohen Fenster in der Kirche war zwar wieder der Schnee auf den Ästen zu sehen, und doch durchströmte einen bereits bei den ersten Tönen ein wohlig warmes Kribbeln, das Frühlingsgefühle aufkommen liess. Mit der «Intrada-to a God like this» verbildlichte die Band diese Gefühle, wodurch der Schnee auf den Ästen quasi zu kleinen Blüten wurde. Zwischen den Stücken gab der Bass-Posaunist Markus Häne jeweils eine Erläuterung zum Inhalt oder zur Herkunft der Titel ab. Beim Stück «Majesty» von Kenneth Downie erklärte er, Majesty würde übersetzt soviel wie majestätisch, königlich oder imposant heissen. «Man kann sich zum Stück also eines der grossen Königshäuser vorstellen und in den ruhigeren Passagen, wie edle Damen in den grossen Gärten flanieren.»

Bilder einer Berglandschaft

Im Giovanni Segantini Museum in St. Moritz sei ein Bild ausgestellt, das den Blick auf einen bläulichen Bergrücken zeige, das er als Beschrieb zu diesem Stück sehr passend finde, meint Markus Häne. Als die Posaunen und Euphonien zum Titel «Sunrise over Blue Ridge» alphornähnliche Klänge spielten, suggerierte dies unweigerlich die Bilder einer wunderschönen Berglandschaft, wo die ersten Strahlen der Sonne über die Kreten glitzern. «Cornet Roundabout» bot den Cornets eine Plattform, sich solistisch auszutoben. Doch auch kleine Dinge wie Passagen der Posaunen, die mit Dämpfer gespielt wurden, sorgten für einen tollen Effekt.

Filmmusik vom Feinsten

Die BBO hatte mit «Gabriel's Oboe» ein grosses Stück der Filmmusik von Ennio Morricone in ihrem Programm. Im Film wird der Kampf zwischen Spanien und Portugal um die Vorherrschaft in Paraguay beschrieben. Bei der Missionierung der Guaraní wurde ein Missionar von diesen ans Kreuz genagelt und einen Wasserfall hinuntergeworfen. Also musste ein zweiter geschickt werden. Dieser betörte die Ureinwohner mit seinem Oboenspiel. Die Stimme der Oboe spielte im Falle der Brassband Ostschweiz Thomas Husistein am Euphonium mit einem gefühlvollen Vibrato, das zwischen den anderen Stimmen hervorschimmerte. Nach den schönen Klängen des Euphoniums und der melancholischen Melodie lockerte die BBO das Programm sogleich mit einem feurigen Stück Namens «Él es el Señor» auf. Mit Halleluja von Leonard Cohen als zweite Zugabe setzte die Brassband Ostschweiz einen letzten Höhepunkt und lud das Publikum noch zum gemütlichen Gespräch ins Restaurant Rössli.

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