Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Frühe Förderung ist sinnvoll

«Gut gemeinte Ideen, die nichts bringen», Ausgabe vom 24. Februar
Ursula Egli, Rossrüti

Der Leserbriefschreiber hat recht mit seiner Aussage, dass wir in der Schweiz keine Ghettos wie in den USA haben, wo es darum geht, die Kinder davor zu bewahren in die Kriminalität abzugleiten. Bei uns gibt es anderweitige Probleme. Beispielsweise mit Eltern, die, obwohl sie schon lange in der Schweiz wohnen oder sogar eingebürgert sind, es aber nicht für nötig halten, ihren Kindern Deutsch beizubringen. Die gleichen Eltern sind oft auch nicht bereit, ihren Kindern Kontakte mit Gleichaltrigen ausserhalb der eigenen Familie zu ermöglichen. Der Kanton Thurgau glaubte eine Lösung dafür gefunden zu haben, indem er diesen Eltern eine Busse androhte. Das Bundesgericht hat das aber vor Kurzem verboten, mit dem Argument, der Volksschulunterricht müsse auf allen Stufen gratis sein.

Bei der erwähnten Interpellation, die ich zusammen mit Kantonsratsmitgliedern aus allen Fraktionen eingereicht habe, geht es vor allem darum, wie möglichst viele Familien erreicht werden können. Handlungsbedarf besteht, wenn man weiss, dass in Wil in den nördlichen Quartieren im Durchschnitt rund 70 Prozent eines Jahrgangs eine Spielgruppe besuchen, während es im Lindenhofquartier genau umgekehrt ist und nur etwa 30 Prozent der Eltern die Spielgruppen nutzen. Dabei ist unbestritten, wie nützlich diese Form der frühen Förderung für die soziale Integration der Kinder ist. In Basel, wo ein selektives Spielgruppen-Obligatorium besteht, hat man die Erfahrung gemacht, dass gerade die Kinder derjenigen Eltern, die vorher nicht in die Spielgruppe durften, am liebsten daran teilnehmen.

Bei der Frühförderung geht es keineswegs darum, schon Kleinkinder auf die Leistungsgesellschaft vorzubereiten, wie das gewisse ehrgeizige Eltern bereits heute tun und stolz sind, wenn ihre Sprösslinge beim Schuleintritt praktisch schon lesen und schreiben können. Es ist auch immer noch so, dass der Entwicklungsstand der Kinder schon bei Eintritt in die Volksschule recht unterschiedlich ist. Und genau um diese Unterschiede etwas abfedern zu können, ist die frühe Förderung sinnvoll und soll gefördert werden. Denn je früher das getan wird, umso besser für sie und die Gesellschaft, Steuerzahler inbegriffen.

Ursula Egli, Rossrüti

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.