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FRÜHAUFSTEHER: Schüler wollen nicht ausschlafen

Anders als an der Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen beginnt für die Wiler Schülerinnen und Schüler der Unterricht auch nächstes Schuljahr bereits vor 8 Uhr. Unglücklich darüber sind sie jedoch nicht.
Gianni Amstutz
Trotz frühem Unterrichtsbeginn bekunden die Wiler Schulen kein Problem mit müden Schülern. (Bild: Urs Bucher (11. Februar 2011))

Trotz frühem Unterrichtsbeginn bekunden die Wiler Schulen kein Problem mit müden Schülern. (Bild: Urs Bucher (11. Februar 2011))

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule am Burggraben haben’s gut. Könnte man zumindest meinen. Denn auch im kommenden Schuljahr dürfen sie wieder länger in den Federn bleiben. Der Unterricht beginnt an der Kanti St. Gallen nämlich frühestens um 7.55 Uhr. Vor rund einem Jahr wurde der Unterrichtsbeginn um 25 Minuten nach hinten verschoben. Die Schülerorganisation hatte sich dafür stark gemacht. Unterstützt wurden sie bei ihrem Anliegen vom Schularzt der Kanti in St. Gallen. Er argumentierte, dass ein späterer Unterrichtsbeginn dem natürlichen Rhythmus von Jugendlichen entgegenkäme und ihre Konzentration und Leistungsfähigkeit steigern würde.

Lieber früher nach Hause gehen

Wie sieht die Situation an den Schulen der Stadt Wil aus? «An der Kanti Wil beginnen wir den Unterricht frühestens um 7.20 Uhr», sagt Rektorin Doris Dietler Schuppli. Selbstverständlich wüssten die Verantwortlichen der Kanti, dass es gute Argumente für einen späteren Schulbeginn gebe.«Wir haben jedoch vor einigen Jahren bei einer Umfrage festgestellt, dass vor allem die Schülerinnen und Schüler den früheren Schulbeginn unterstützen.» Sie zögen es vor, am Abend früher zu Hause zu sein. Das wäre bei einem späteren Unterrichtsbeginn nicht mehr möglich.

Nicola Stilhard von der Schülerorganisation bestätigt die Einschätzung der Rektorin. «Es hat bis jetzt noch keinen Vorstoss seitens der Schülerschaft gegeben, erst später mit dem Unterricht zu starten», sagt er. Viele schätzten es, wenn sie am Abend Zeit für ihre Hobbys hätten. Ausserdem würde eine Verschiebung der ersten Lektion auf 8 Uhr vielen Schüler von auswärts gar nichts nützen, da sie dann keine passenden Zug- oder Busverbindungen hätten.

Das Argument, dass der öffentliche Verkehr zur Hauptverkehrszeit durch eine Umstellung der Unterrichtszeiten entlastet würde, will die Kanti-Rektorin nicht gelten lassen. «Die Belastung durch zusätzliche Pendler aus unserer Schule würde sich lediglich vom Morgen auf den Abend verschieben.» Die Unterrichtszeiten seien zwar nicht in Stein gemeisselt, und man versuche stets für alle die bestmögliche Lösung zu finden, aber alle könne man nicht zufriedenstellen, sagt Doris Dietler Schuppli.

Auch die Schülerinnen des «Kathis» können vom Ausschlafen nur träumen. «Bei uns beginnt die erste Lektion um 7.30 Uhr», sagt Eva Sutter, Mitglied der Schulleitung im St.-Katharina-Schulhaus. «Wir achten jedoch darauf, dass jede Klasse mindestens einmal pro Woche erst auf die zweite Schulstunde um 8.20 Uhr kommen muss.» Mit diesen Unterrichtszeiten habe man gute Erfahrungen gemacht. Eine Verschiebung der ersten Lektion auf eine spätere Uhrzeit stehe im Kathi aktuell nicht zur Diskussion, sagt sie. Es seien weder von der Lehrerschaft noch von den Schülerinnen Anliegen, welche in diese Richtung gehen würden, vorgebracht worden. Ähnlich tönt es an den anderen Wiler Oberstufen Sonnenhof, Lindenhof und Bronschhofen. Hier beginnt die Schule um 7.15 Uhr. «Die Schüler der entsprechenden Schulen haben im Vergleich zur Kanti in der Regel einen viel kürzeren Schulweg», erklärt Ruth Schönenberger vom Departement für Bildung und Sport der Stadt Wil den frühen Unterrichtsbeginn. 10 bis 15 Minuten betrage dieser im Durchschnitt. «Ein späterer Schulstart hätte eine Kürzung der Mittagspause oder eine Verlängerung des Nachmittags zur Folge.» Das sei nicht im Interesse der Schülerinnen und Schüler, wie man festgestellt habe.

Verantwortung der Jugendlichen, fit zu sein

Am Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU) beginnt der Unterricht um 7.30 Uhr. «Ein späterer Unterrichtsbeginn ist bei uns kein Thema», sagt Rektor Marco Frauchiger. «Unsere Schülerinnen und Schüler sind sich von der Arbeit in ihren jeweiligen Betrieben gewohnt, mit der Arbeit noch früher zu beginnen», sagt er. Transportfachleute begännen bereits um 5 Uhr mit ihrer Arbeit. «Die Ausbildungsbetriebe würden sich vor Unverständnis an den Kopf greifen, wenn wir noch später mit den Lektionen starten würden aus Rücksicht auf den Biorhythmus der Jugendlichen», sagt Frauchiger.

«Ich denke, es liegt in der Verantwortung der Jugendlichen, dafür zu sorgen, dass sie am Morgen fit sind. Sonst müssen sie eben am Abend früher ins Bett.» Ausserdem sei es am BZWU nicht möglich, um 8 Uhr anzufangen. Die Schüler kämen nur an eineinhalb Tagen zum Unterricht. Da seien die Stundenpläne ziemlich gedrängt.

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