Fritz Studli

Im Hohrain tut sich was Einst war der Hohrain-Wald nahe dem Kloster Glattburg eine Oase der Ruhe. Ehe eine Wiler Firma dort grossflächig Wald roden wollten, um danach Kies auszubeuten. Opposition machte sich breit.

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Im Hohrain tut sich was

Einst war der Hohrain-Wald nahe dem Kloster Glattburg eine Oase der Ruhe. Ehe eine Wiler Firma dort grossflächig Wald roden wollten, um danach Kies auszubeuten. Opposition machte sich breit. Und Studli, der Lokaljournalist, wurde eher contre cœur zum Spezialisten in Fragen des Kiesabbaus. Die Lage spitzte sich zu. Ehe Waldbesitzer die Pläne der Vereinigten Kieswerke AG Wil endgültig durchkreuzten und das Vorhaben bachab schickten.

Zwanzig Jahre sind seither ins Land gezogen. Doch nun steht der Hohrain erneut im Fokus medialen Interesses. Hat sich doch das gebührenfinanzierte Staatsfernsehen angeschickt, das gefürchtete Sommerloch zu überbrücken. Dergestalt dürfen Zuschauer nun Tag für Tag zu bester Sendezeit mitverfolgen, wie Bäume gefällt und zersägt werden, damit ein ausgewähltes Team im knapp bemessenen Zeitraum von nur drei Wochen eine Waldhütte bauen kann. Der Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil, inzwischen zum Eventmanager mutiert, freut sich. Da mögen Printmedien nicht hintanstehen. Berichten ebenfalls tagtäglich über das emsige Tun im Gehölz.

Mit Ökologie hat das laute Treiben im Hohrain freilich wenig am Hut. Schon bald stellt man nämlich fest: Der Treibstoff wird knapp. Danebst droht weiteres Ungemach. Einschaltquoten verfehlen die erwarteten Werte. Und so sehnt sich Fritz Studli das baldige Ende dieses Spektakels herbei. Auf dass er zusammen mit Dackel Erich bei einem Spaziergang wieder Ruhe in dieser einmalig schönen Naturlandschaft finden darf.

Fritz Studli ist Journalist im Ruhestand und kommentiert regelmässig das Lokalgeschehen.