Fritz Studli

Bodycheck Das Sommerloch, von Journalisten gefürchtet, dürfte überstanden sein. Nun steht der Wahlherbst bevor. Kandidierende jeglicher politischer Couleur möchten ins richtige Licht gerückt werden. Und so erfahren Redaktoren mehr Wertschätzung als üblich. Sie werden hofiert.

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Bodycheck

Das Sommerloch, von Journalisten gefürchtet, dürfte überstanden sein. Nun steht der Wahlherbst bevor. Kandidierende jeglicher politischer Couleur möchten ins richtige Licht gerückt werden. Und so erfahren Redaktoren mehr Wertschätzung als üblich. Sie werden hofiert. Zumindest bis zum Wahltermin. Danach wird wieder zum courant normal übergegangen. Und Journalisten stehen dort, wo sie hingehören: überall dabei, aber nirgends dazugehörend.

Zögerliche Vorboten der Wahlen sind erkennbar. Als kompetent, zielorientiert, kooperativ und weitblickend wirbt ein Kandidat fürs Uzwiler Schulratspräsidium in eigener Sache. Das Amt ist gefragt. Waren's erst vier Bewerber, sind's jetzt hingegen nur noch drei. Richard Ammann, Sekundarlehrer, hat mit seiner Kandidatur bei der Lehrerschaft zum Teil wenig Akzeptanz erfahren. Und deshalb früh das Handtuch geworfen. Studli bedauert dies. Wäre doch der ehemalige Eishockeyspieler und -trainer ein valabler Kandidat gewesen. Seine Sportart zählt zu den rauheren. Da wird bisweilen mit harten Bandagen gekämpft. Studli weiss, wovon er spricht. Sieht er sich doch noch heute zusammen mit seinem Kollegen Max ab und an ein Spiel des EHC Uzwil in der spärlich besuchten Uzehalle an.

Vielleicht hätte der Lehrer und Sportler nicht gleich die Flinte ins Korn werfen sollen. Studli wagt einen Vergleich zum Sport, wo Fairplay oberstes Gebot sein müsste: Gegenreaktionen dürfen keinesfalls mit groben Fouls wie etwa einem Stockendstich beantwortet werden. Aber vielleicht hilft ein veritabler Bodycheck. Das verschafft Respekt, und der Spieler erhält freie Bahn aufs gegnerische Tor. Doch die Enttäuschung beim aussichtsreichen Kandidaten war wohl zu gross. Und so ist die Auswahl bei der Bestimmung des Schulratspräsidenten deutlich geschrumpft.

Wahlvorschläge sind auch anderswo eingetroffen. Dabei wäre einem der Kandidierenden ob dem Damm – seine Wahl ist unbestritten, und er soll hier auch nicht namentlich erwähnt sein – die Wahlfrist beinahe zum Verhängnis geworden. Hat er doch fast vergessen, seinen eigenen Wahlvorschlag rechtzeitig auf der Gemeindeverwaltung einzugeben. Und ihn erst eingereicht, nachdem er eindringlich dazu aufgefordert worden ist. Im letzten Moment, kurz vor Torschluss.

Politauguren, stets bestens informiert, ist dies selbstverständlich nicht entgangen. Und so hat die kleine Episode für einigen Gesprächsstoff und viel Gelächter an Studlis Stammtisch gesorgt.

Fritz Studli ist Journalist im Ruhestand und kommentiert regelmässig das Lokalgeschehen.