Freudige Klänge zum Advent

Am Sonntag führte der Sängerbund an der Thur sein Adventskonzert in der vollbesetzten katholischen Kirche durch und setzte unter dem Motto «Klänge der Freude» Akzente der Freude und der Stille.

Carola Nadler
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NIEDERUZWIL. «Das Programm hat einen freudigen und einen besinnlichen Charakter», so beschrieb Aurelia Schwager in ihrer Begrüssung das bevorstehende Konzert. Das bereits zur Tradition gewordene Adventskonzert wurde auch dieses Jahr wieder mit weiteren Musikerinnen und Musikern ergänzt: Ein Ad-hoc-Frauenchor ergänzte den Sängerbund bei einigen Liedern und gab diesem einen völlig anderen Klangcharakter. Teilweise wurden die Lieder von Manuel Hengartner am E-Piano begleitet. Zwischen den Vorträgen spielte auf der Empore das Panflöten-Trio Alata und wurde auf der Orgel von Lisel Hollenstein unterstützt. Cecilia Hess ergänzte das Programm mit meditativen Kurztexten von Dom Helder Carara.

Nachgespürte Tiefe

Der 1999 verstorbene Carara war Erzbischof in Brasilien und zählt zu den engagierten Regimekritikern und Befreiungstheologen. Die NZZ hatte ihn als einen Menschen beschrieben, der das soziale Bewusstsein nachhaltig geprägt habe, wie Cecilia Hess in ihrer Einführung erwähnte. In seinem Buch «Mache aus mir einen Regenbogen» hatte Carara Eindrücke aus Nachtwachen in meditative Texte zusammengefasst, als er in der Stille dem gelauscht hatte, was sonst vom Tageslärm zugedeckt wird. Die kurzen Texte mochten beim ersten Hören manchmal ein wenig zum Schmunzeln anregen, doch im Nachspüren in der darauffolgenden Stille entwickelte sich eine ungeahnte Tiefe: «Es genügt das Fehlen eines Sternes, damit eine Karawane die Richtung verliert.»

Der Sängerbund trug unter der Leitung seines Dirigenten Florin Farcas Werke vor, mit denen rasch deutlich wurde, welche Entwicklung dieser Chor durchgemacht hat: Im «Morgenrot» bereits, dem ersten Lied des Abends, sangen die rund 30 Männer wunderschön rund die Phrasierungen aus, bewiesen eine gepflegte, dynamische Gestaltung bis ins Pianissimo hinein und verloren dabei niemals die Spannung. Dass die grosse Geste eines kraftvollen Männerforti nicht verloren gegangen ist, bekam das erfreute und berührte Publikum dann in Werken wie Händels «Freuet Euch all» zu hören.

Auch «Dir, Seele des Weltalls» aus einer Mozart-Kantate gelang wunderschön und bewies, dass der Sängerbund sensibel und achtsam seine Musik zu gestalten weiss. Auch in der Ergänzung mit den rund 30 Frauenstimmen entstanden wunderschöne Klänge, wie in dem russischen «Thebje paiom» oder Camille Saint-Saëns' «Laudate Dominum» aus dessen Weihnachtskantate. Eher etwas ungewohnt dagegen die zahme Version des Gospels «This Little Light Of Mine».

Gemeinsame Lieder

Das Panflöten-Trio Alata spielte beliebte Lieder wie «Einsamer Hirte» oder «Die Legende von Pan» und setzte mit diesen Klängen einen sehr schönen Kontrast zu den menschlichen Chorstimmen. Am Ende stimmte das Publikum gemeinsam mit allen Beteiligten in zwei Lieder mit ein: «Herbei o ihr Gläubigen» und «Hört der Engel helle Lieder».