Freudige Dritte, enttäuschte Zweite

In Malaysia fand die Kunstrad-Weltmeisterschaft statt. Dem Sirnacher Vierer glückte das Unterfangen «Titelverteidigung» nicht. Die Hinterthurgauerinnen wurden Zweite. Die beiden Uzwiler Zweier gewannen überraschenderweise je eine Bronzemedaille.

Urs Nobel
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Die Sirnacherinnen zeigen ihre Medaillen. So ganz glücklich sind sie mit Silber nicht. (Bild: pd)

Die Sirnacherinnen zeigen ihre Medaillen. So ganz glücklich sind sie mit Silber nicht. (Bild: pd)

KUNSTRAD. Die Weltmeisterschaft startete am Freitag, und relativ früh konnte man sich in der Schweiz dahingehend informieren, dass der gemischte Uzwiler Zweier Lukas Burri/Fabienne Hammerschmidt die Bronzemedaille gewonnen hatte. Die zu Hause gebliebene Trainerin Claudia Jricek betonte im Vorfeld der WM stets, dass es Burri/Hammerschmidt bei einer optimalen Kür gelingen könnte, unter die besten vier zu kommen. Jetzt setzte es sogar eine Medaille ab.

Angriff auf Gold

Der Samstag stand aus Schweizer Sicht ganz im Zeichen des Unterfangens «Titelverteidigung» des Sirnacher Vierers mit Céline Burlet, Flavia Zuber sowie Jennifer und Melanie Schmid. Sie schickten noch am Freitag Grüsse in die Schweiz und teilten mit, dass sie ein optimales Abschlusstraining bestreiten konnten und zuversichtlich in den Wettkampf steigen würden. Die Sirnacherinnen starteten als letzte in den Finaldurchgang und wussten zu jenem Zeitpunkt, dass das deutsche Team mit seiner ausgefahrenen Punktzahl zu schlagen sein sollte. Die Schweizerinnen starteten stark und schafften die Viererrunde mit Drehungen problemlos. Im vergangenen Jahr setzte es bei diesem Bild einen Sturz ab.

Einen Sturz setzte es dann doch noch ab. Doch die Sirnacherinnen wiederholten ihr Bild und blieben auf Goldkurs. Es sollte jedoch nicht sein. Ein weiterer Block, bei dem zwei der vier stürzten, führte zu einem Schockmoment mit der Konsequenz, dass sich die Gruppe nicht mehr richtig positionierte. Die Hälfte der Kür war in der Folge nur noch reine Improvisation und entsprechend tief fiel die Notengebung aus. Dass es doch noch für Rang zwei reichte, befriedigte in keiner Art und Weise, und Melanie Schmid meinte stellvertretend für alle: «Bis wir das verdaut haben, wird es noch lange dauern. Es ist wie ein Albtraum, aus dem man nicht erwacht.» Und trotzdem gibt sie sich sofort wieder kämpferisch. «Die Motivation ist uns aber keineswegs abhanden gekommen. Vielmehr ist sie gestiegen. Nächstes Jahr findet die Weltmeisterschaft in Stuttgart statt und dort werden wir uns für das aktuelle Resultat revanchieren. So schnell geben wir nicht auf.»

Burri erneut stark

Lukas Burri startete für die Schweiz auch als Einzelfahrer. Er überraschte erneut positiv und fand Aufnahme in die Final-4-Runde. Er bestätigte seine Leistung, eine Rangverbesserung setzte es aber nicht ab.

Einen Rang besser schloss hingegen der Frauen-Zweier mit der Uzwilerin Rahel Nägele und ihrer Partnerin Fabienne Gamper aus Wülflingen ab. Die zwei absolvierten einen fehlerfreien Auftritt und sorgten für eine Schweizer Medaillenbilanz, die sich sehen lassen konnte. Zusammen mit den Altdorfer Radballern kehrt die Schweizer Delegation heute Dienstag mit vier Medaillen im Gepäck nach Hause zurück. Drei davon sind hausgemacht in der Region, zweimal durch Mitglieder von Kunstradfahren Uzwil und eine durch den RV Sirnach. Die Sportart Kunstradfahren geniesst in der Ostschweiz nicht zuletzt dank diesen Aushängeschildern einen so hohen Stellenwert.

Bern statt Malaysia

Mitglieder von Kunstradfahren Uzwil reisen in der Regel an jede Weltmeisterschaft mit. Da Malaysia nun doch etwas weit weg ist, entschieden sie sich, gemeinsam nach Bern zu reisen und dort in einem Hotel über die Medien mit ihren Kolleginnen und Kollegen mitzufiebern. «Wir freuten uns riesig und sind vor allem stolz auf die Uzwiler», so Claudia Jricek.

Umso grösser ist die Freude bei den Uzwilern mit Trainer Joel Schmid (Mitte) über Bronze. (Bild: pd)

Umso grösser ist die Freude bei den Uzwilern mit Trainer Joel Schmid (Mitte) über Bronze. (Bild: pd)