FREMDSPRACHE: Berufsschüler sprechen im Unterricht englisch

Als erste Berufsfachschule der Ostschweiz bietet das Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil ab Sommer ein bilinguales Unterrichtsprogramm in der kaufmännischen Grundbildung an.

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Herwig Hansmann (Leiter Förderstelle) und Deborah Grossmann (Fachleiterin Englisch) werden die kaufmännischen Berufsschüler in Englisch unterrichten. (Bild: PD)

Herwig Hansmann (Leiter Förderstelle) und Deborah Grossmann (Fachleiterin Englisch) werden die kaufmännischen Berufsschüler in Englisch unterrichten. (Bild: PD)

Die Welt ist zunehmend vernetzt und rückt zusammen. Auch die Berufswelt ist von der Globalisierung geprägt. Viele Schweizer Unternehmen exportieren ihre Produkte in die ganze Welt oder kaufen den Rohstoff im Ausland ein. Anbieter und Käufer kommunizieren meistens in Englisch, der Weltsprache schlechthin.

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU) nimmt diese Entwicklung nun in den eigenen Stoffplan auf und bietet als erste Berufsfachschule in der Ostschweiz ein bilinguales Unterrichtsprogramm in Englisch an. Ab diesem Sommer startet in der kaufmännischen Grundbildung eine Pilotklasse. Die Schülerinnen und Schüler werden den Unterricht in den Fächern Wirtschaft und Gesellschaft, Überfachliche Kompetenz und Sport mehrheitlich in englischer Sprache absolvieren. «In diesen Fächern wird bis auf wenige Ausnahmen immer englisch gesprochen», sagt Herwig Hansmann, Leiter der Förderstelle am BZWU. Er wird die Schüler mit Deborah Grossmann, Fachschaftsleiterin Englisch, in diesen Fächern unterrichten.

Fremdsprachenkompetenz wird immer wichtiger

Die Einführung des Frühenglisch in der Volksschule sei ganz im Interesse des kaufmännischen Berufsfelds geschehen, wo Fremdsprachenkompetenz eine zunehmend wichtigere Rolle spiele, sagt Hansmann. Die Schüler sollen sich das bilinguale Unterrichtsprogramm aber nicht nur in ihrem beruflichen, sondern auch im privaten Umfeld zu Nutze machen. «Wer sich gut in englischer Sprache verständigen kann, der erweitert den kulturellen und sozialen Horizont», sagt Hansmann. Das neue Angebot am BZWU richtet sich an Schüler, die motiviert und aus freien Stücken sich für den zweisprachigen Unterricht entscheiden. Voraussetzung ist ein gutes Abschlusszeugnis in der Sekundarschule.

Unterschiedliche Englischkenntnisse der Schüler würden sich mit der Zeit ausgleichen, sagt Hansmann. «Die Schüler sollen sich nicht nur mit den Lehrpersonen, sondern auch untereinander in Englisch austauschen. Wenn sie die Fremdsprache konsequent anwenden, verlieren sie die Hemmung.» Während des dreijährigen Lehrgangs erlangen die Schüler das Cambridge First Certificate. In den bilingualen Fächern werden zudem die Prüfungen und die Abschlussprüfung in Englisch durchgeführt.

Urs Bänziger

urs.baenziger@wilerzeitung.ch

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