Freiwilliges Engagement belohnt

Die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Oberuzwil-Jonschwil bedankte sich bei ihren Freiwilligen mit einem Dankesessen. Freiwilligenarbeit bereichert das Leben. Verantwortung zu übernehmen ist ein befriedigendes Gefühl.

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OBERUZWIL. Nebel lag über dem Dorf Oberuzwil, als die Glocken der evangelischen Kirche Oberuzwil zum festlichen Gottesdienst einläuteten. Lebhaftes Stimmengewirr erfüllte das gut besetzte Kirchenschiff, bis die ersten Orgelklänge den Beginn der Feier ankündigten. Pfarrer Alfred Enz erinnerte in der Begrüssung an die Reformation. Die Reformatoren kämpften für die Freiheit von kirchlich-römischer Bevormundung und von allem unbiblischen Ballast.

Freiheit war zentrales Stichwort

Freiheit war ein zentrales Stichwort in dieser Zeit. In der Predigt besann sich Enz auf die Worte von Johannes: «Die Wahrheit wird euch frei machen.» Jesus meinte damit eine noch tiefgründigere Wahrheit, die frei macht. Sie ist nicht bedingungslos frei, sondern lehrt die Menschen auf dem ganzen Lebensweg in seinen Worten zu leben, die Bibel immer wieder hören zu lassen, daraus zu lernen, sie zu lesen und darüber zu diskutieren. In den Worten Jesu Christi zu bleiben ist – neuzeitlich formuliert – das Kerngeschäft der Kirche.

Jeden Tag neu anfangen

Der Kirchenchor unter der Leitung von Dirigentin Verena Chaves sorgte mit schönen Gesängen für die musikalische Auflockerung zwischen dem gesprochenen Wort. Beim Abendmahl bestärkte die Kirchgemeinde die Gemeinschaft mit Jesus und allen Christen. Es erneuerte das Verhältnis zu Christus. Christlich glauben heisse, jeden Tag neu anfangen und das Verhältnis zu Gott erneuern und vertiefen. Das sei auch das Ziel jeder echten Reformation.

Jahr der Freiwilligenarbeit

Bei dezenter Hintergrundmusik – gespielt von Gerd Spycher am Klavier und Anita Freund am Saxophon – tauschten sich die Gottesdienstbesucher anschliessend beim Apéro im Foyer des Kirchgemeindehauses aus. Alsdann waren die freiwillig Mitarbeitenden zum Mittagessen eingeladen. Kirchenvorsteherin Maja Rhyner begrüsste die Gäste und dankte ihnen für ihr Engagement. Mit ihren unzähligen Fähigkeiten ermöglichen und bereichern sie das Gemeindeleben. Im europäischen Jahr der Freiwilligenarbeit wurde die Wichtigkeit und Vielfalt dieser Arbeit besonders hervorgehoben. Aufgefallen ist dabei auch, dass viele Helfer ihr Engagement mit viel Freude ausführen und grosse Zufriedenheit verspüren. Maja Rhyner erwähnte eine Ansprache von alt Bundesrat Moritz Leuenberger zum Freiwilligenjahr 2011. Er fasste dies folgendermassen zusammen: «Freiwilligenarbeit bereichert das Leben. Verantwortung zu übernehmen ist ein befriedigendes Gefühl. Das gibt dem Leben einen tieferen und beglückenden Sinn.»

Das Dankesmenu war unter der hervorragenden Kochägide von Kirchenvorsteher Marco Waespe, dessen Frau Elisabeth sowie Stefan und Fränzi Zehnder entstanden. Sie kreierten in der Küche ein Essen, das viel Lob von den Gästen erhielt. Währenddessen waren die Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft für den Service zuständig. Mit einem feinen herbstlichen Dessert wurde das Dankesessen abgerundet.

Inzwischen hatte sich auch der Nebel gelichtet. Die Nachmittagssonne tat das Ihrige, um die vielen Gäste alsdann zu einem sonntäglichen Spaziergang in die herbstlich verfärbte Umgebung zu locken. (iz)