Freisinnige nicht im freien Fall

An der Hauptversammlung der FDP-Regionalpartei Wil-Untertoggenburg waren das Abschneiden der FDP bei Wahlen in anderen Kantonen und die Energiepolitik die dominierenden Themen. Am Präsidenten der FDP Schweiz wollen sie festhalten.

Sebastian Keller
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Marc Mächler, FDP-Kantonalpräsident und Kantonsrat. (Bild: seb.)

Marc Mächler, FDP-Kantonalpräsident und Kantonsrat. (Bild: seb.)

Dreibrunnen. Zuerst zeigte der Wiler FDP-Stadtrat Andreas Widmer seinen Parteikolleginnen und -kollegen die Biorender-Anlage in Münchwilen. Anschliessend hielt die Regionalpartei ihre Versammlung in Dreibrunnen ab. Peter Wieser, Präsident der Regionalpartei aus Flawil, versprach eine zügige Versammlung. Und hielt Wort. Alle Geschäfte passierten ohne Gegenstimmen. Er kam auch auf die Wahlen in anderen Kantonen zu sprechen: «Die Situation ist nicht so erfreulich», sagte Wieser. «Doch», zeigte er sich überzeugt, «müssen wir uns nicht verstecken, aber besser verkaufen. Gerade auch in Energiefragen.» Zu diesem Thema sprach der FDP-Kantonalpräsident Marc Mächler aus Zuzwil anschliessend an die Hauptversammlung.

Den Kassabericht (Gewinn von 3516 Franken) und Revisionsbericht genehmigten die Anwesenden. «Erfreulich» sei, dass die Regionalpartei mehr Beiträge der elf Ortsparteien verbuchen durfte, so der Kassier. In der Regionalpartei sind die FDP-Ortsparteien des Wahlkreises Wil organisiert – mit rund 730 Mitgliedern.

Neuer Vorstand

Neu wählten die Anwesenden den abwesenden Roger Hug aus Niederuzwil in die Parteileitung. Der entschuldigte Hug – er hatte eine Sitzung seines Arbeitgebers – ist neu für die Mitglieder-Kontakte und das Mailing zuständig. Peter Wieser zeigte die Wahlziele der FDP auf: Bei den Nationalratswahlen wollen sie zwei Sitze sichern: «Ich freue mich schon auf die Wahlfeier», sagte er zu Marc Mächler. Karin Keller-Sutter wollen sie in den Ständerat hieven und bei ihrer Wahl den zweiten FDP-Sitz in der St. Galler Regierung halten. Auch in allen Gemeinden wollen sie die FDP-Vertretungen sicherstellen. Zudem strebe die Partei die Wahl Ruedi Müllers als Gemeindepräsident von Uzwil an.

«Andere müssen sich beweisen»

Im Anschluss an die HV sprach Kantonsrat und Nationalratskandidat Marc Mächler aus Zuzwil. «Wir hatten schon einfachere Zeiten», sagte er, «aber Parteien wie die Grünliberalen, die jetzt Sitze gewinnen, müssen sich zuerst beweisen.» Fulvio Pelli, Präsident der FDP Schweiz, solle man nicht «abschiessen». «In solchen Zeiten müsse man auch den Mut haben, an Positionen und Personen festzuhalten.»

Zum Atomstrom meinte er: Für die FDP sei zentral, dass man zuerst genau analysiere und dann handle. «Schnellschüsse oder Panik bringen uns nicht weiter», so Mächler.

Für ihn sei diese Zeit auch eine Chance. Diese gelte es zu nutzen: «Wir müssen die Positionen auch mal härter verhandeln und nicht schon von Beginn weg den Kompromiss anbieten», so der Nationalratskandidat. Dazu gehöre auch: «Man darf auch einmal verlieren, wenn man von einer Sache überzeugt ist.» Dann sprach er noch ein Phänomen an: «Alles, was in der Wirtschaft falsch läuft, werde der FDP in die Schuhe geschoben», obwohl sie längst nicht alles zu verantworten hätten. Fehlerfrei seien sie indes auch nicht.

In der Diskussion forderte ein Anwesender, dass sich die FDP wieder auf die Grundidee des Liberalismus berufen sollte.