Freiraum für kreative Narren: Flawil hat einen neuen Narrenrat

Die Fasnacht in Flawil lebt weiter. Ein neuer Narrenrat hat sich formiert, die «Chratzbörschte»-Verleihung ist gesichert, der Umzug findet statt und das Motto ist bekannt. Was sich dahinter verbirgt, erklärt Sandro Fischer.

Zita Meienhofer
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Der neue Flawiler Narrenrat freut sich auf die bevorstehende Fasnacht: Judith Siegenthaler, Sandro Fischer, Barbara Reut Schatzmann und   Mischa Sutter (von links). (Bild: PD)

Der neue Flawiler Narrenrat freut sich auf die bevorstehende Fasnacht: Judith Siegenthaler, Sandro Fischer, Barbara Reut Schatzmann und
Mischa Sutter (von links). (Bild: PD)

Er ist kein Fasnächtler, aber er will, dass die Fasnacht in Flawil weiterlebt. Er möchte, dass die jetzigen und künftigen Flawiler Kinder die Fasnacht so erleben können wie auch er. Sandro Fischer, in Flawil aufgewachsen und dort auch wohnhaft, hat sich deshalb im vergangenen Jahr bereit erklärt, die Flawiler Fasnacht am Leben erhalten zu wollen und als Mitglied des Narrenrats die Anlässe während der fünften Jahreszeit zu organisieren. Auf Anhieb haben ihm seine drei «Mitstreiter» Judith Siegenthaler, Barbara Reut Schatzmann sowie Mischa Sutter zugesagt. «Sie gehören nicht meinem engsten Freundeskreis an», erklärt Fischer, «aber es sind gute Leute, die wissen, was es für die Organisation solcher Anlässe braucht.» Sandro Fischer will deshalb den Narrenrat bei vier Personen belassen, erklärt aber, dass viele Helfende im Hintergrund bereitstehen.

Ein Motto, das die kreativen Fasnächtler fordert

«ändöränand» heisst das diesjährige Motto der Flawiler Fasnacht. «Wir wollten eines, das vieles offen lässt, wo vieles möglich ist», sagt Sandro Fischer, «wir wollen, dass sich die Leute Gedanken zu ihrer Verkleidung machen müssen, dass sie kreativ sein müssen.» Dass die Flawiler – oder weiteren Umzugsteilnehmenden aus der Region – das sind, davon ist Sandro Fischer überzeugt. Er staune immer wieder von Neuem, wie fantasievoll und originell die Kostüme seien.

Bewährtes beibehalten, Ideen weiter entwickeln

Der neue Narrenrat schafft Neues – wie das Logo, seine Kostüme oder auch die Internetseite – und behält Bewährtes bei. Die «Chratzbörschte», die Flawiler Fasnachtszeitung, wird wiederum herausgegeben. Sie erfährt jedoch eine leichte Veränderung. Dazu sagt Sandro Fischer lediglich: «Das sieht man, wenn man sie in den Händen hält.» Wie in den Vorjahren wird am Schmutzigen Donnerstag, um 19.11 Uhr, vor dem Gemeindehaus die «Chratzbörschte» verliehen. Diese erhält jene Person, jene Gruppierung, die Flawil durch einen Fauxpas während des Jahres zum Lachen brachte. Zu der Vielzahl der Preisträger gehört übrigens auch das Narrenrat-Mitglied Mischa Sutter. Er gewann diese mit dem «Ochse-Team» im 2017 dafür, dass sie in einer lauen Sommernacht auf der Flawiler Ochsenkreuzung grillierten. Anschliessend an die Verleihung wird zur Beizenfasnacht in den Restaurants geladen.

Auch der Umzug findet wieder statt. Er erfährt allerdings eine kleine Namensänderung – von Kinderumzug zu Umzug. «Damit hoffen wir, dass sich auch die Erwachsenen angesprochen fühlen und am Umzug teilnehmen werden», so Fischer. Fischer, der in einer Werbeagentur tätig ist, hatte bereits an der Vereinskonferenz im Sommer als Gag Gutscheine für eine «Gratisteilnahme am Umzug» verteilt. Gemäss Fischer sind Anmeldungen eingegangen, aber es dürften noch mehr sein. Bis zum 22. Februar können sich interessierte Gruppen anmelden (www.
narrenrat.ch).

Auf den Maskenball – der in den vergangenen Jahren nicht mehr stattgefunden hat – verzichtet der Narrenrat auch dieses Jahr. «Zu kurz ist die Zeit bis zur Fasnacht», sagt Fischer. Er verschweigt jedoch nicht, dass Ideen vorhanden seien, die in Zukunft weiterentwickelt werden und zur Umsetzung gelangen könnten.

Hinweis:
«ändöränand» heisst das Motto der Flawiler Fasnacht. Am Donnerstag, 28. Februar, 19.11 Uhr, ist Chratzbörschte-Verleihung und anschliessend Beizenfasnacht. Am Samstag, 2. März, findet der Fasnachtsumzug statt.