Frauen des EC Wil gelingt Transfercoup: Drei Topskorerinnen stossen zum NLB-Team

In der nächsten Saison bläst die Frauenequipe des EC Wil mit geballter Offensivkraft zum Angriff auf die obere Tabellenhälfte der NLB. Mit Nadja Hochuli, Flavia Tschumi und Lisa-Marie Kainz-Schwinger stossen gleich drei Topstürmerinnen zum Team von Marcel Herzog und Diego Gremminger.

Daniel Monnin
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Nadja Hochuli trug als NLB-Topskorerin massgeblich zum Finaleinzug Bassersdorfs bei. (Bild: Ralph Ribi)

Nadja Hochuli trug als NLB-Topskorerin massgeblich zum Finaleinzug Bassersdorfs bei. (Bild: Ralph Ribi)

Die kurze, dreijährige Erfolgsgeschichte des Wiler Frauenteams springt von Höhepunkt zu Höhepunkt: Aufstieg in die zweithöchste Liga im Gründungsjahr, Einzug in den Playoff-Viertelfinal in der ersten NLB-Saison und in der dritten Spielzeit gar in den Playoff-Halbfinal. Nun greifen die Wilerinnen nach den Sternen – zumindest vor dem Sommertraining und dem Meisterschaftsstart im Herbst.

Marcel Herzog, Teamgründer und bisheriger Trainer, hat sich nach drei Jahren erfolgreichen Wirkens aus beruflichen Gründen ins zweite Glied zurückgezogen. Als «eine Art Sportchef», wie er sich selber bezeichnet, ist er für die Transfers zuständig. 

Topskorerin Hochuli:  50 Punkte in 24 Partien

Herzog hat einen guten Job gemacht: Seinem Nachfolger Diego Gremminger stellt er ein hochkarätiges Team zur Verfügung. Von NLB-Finalist Bassersdorf stossen die beiden Stürmerinnen Nadja Hochuli und Flavia Tschumi zum Team. Zudem kehrt die 26-jährige Österreicherin Lisa-Marie Kainz-Schwinger nach ihrer Babypause zurück.

Die 28-jährige Hochuli, einst in der Organisation der ZSC/GCK Lions als Verteidigerin ausgebildet, ist die aktuelle Topskorerin der zweithöchsten Spielklasse: Hochuli erzielte in der abgelaufenen Saison in 24 Spielen 33 Tore und lieferte 17 Assists. Das ergibt einen Schnitt von über zwei Punkten pro Spiel.

Clubtreue Spielerinnen

Ihre Teamkollegin Tschumi kam in 24 Spielen auf 12 Tore und 13 Assists, was einem Punkt pro Spiel entspricht. Mit 19 Treffern und 4 Assists kam die ehemalige Lustenau-Topskorerin Kainz-Schwinger in der Saison 2017/18 für Wil auf 1,3 Punkte pro Spiel. Damit gehörte sie vor einem Jahr – genauso wie Hochuli und Tschumi in der vergangenen Saison – zu den besten NLB-Skorerinnen.

Die drei Stürmerinnen zeichnet neben ihrer Treffsicherheit vor allem eine bemerkenswerte Clubtreue aus: Tschumi spielte zehn Jahre für Bassersdorf, Hochuli brachte es auf acht Jahre und Kainz-Schwinger ebenfalls auf acht Jahre bei Lustenau in der dritthöchsten Schweizer Liga.

Von neuen Herausforderungen und einem Comeback

«Nach zehn Jahren im gleichen Team habe ich eine neue Herausforderung gesucht», so Tschumi. Verbunden mit ihrem Wohnungswechsel habe sich Wil aufgedrängt. Die 21-Jährige sagt: 

«Ich freue mich, meine Erfahrung aus 174 NLB-Spielen in das junge Team einzubringen.»

An sie selber habe sie die Erwartung, an ihre bisherigen Leistungen in neuer Umgebung anknüpfen zu können.

Flavia Tschumi hat nach zehn Jahren eine neue Herausforderung gesucht. (Bild: PD)

Flavia Tschumi hat nach zehn Jahren eine neue Herausforderung gesucht. (Bild: PD)

Auch bei Hochuli stand eine neue Herausforderung am Ursprung des Wechsels. «Die Anfrage von Wil kam im richtigen Moment», sagt die 28-Jährige. Ihr Ziel ist es:

«Immer besser zu werden und dem Team mein Können mit auf den Weg zu geben, sodass es auch von mir und meinen Leistungen profitieren kann.»

Für Kainz-Schwinger war es immer klar, dass sie nach ihrer Babypause wieder in Wil spielen werde. Allerdings gebe es jetzt als Mutter doch «einiges zu organisieren, da auch mein Mann Hockey spielt. Ohne seine Unterstützung und die meiner Eltern wäre ein Comeback undenkbar.»

Kommt noch eine Ausländerin?

Noch nicht abgeschlossen ist laut Herzog die Suche nach einem Ersatz für die in ihre Heimat zurückgekehrten Henriikka Jaatinen (Finnland) und Anna Caumo (Italien). «Wir haben ein paar vielversprechende Kontakte zu jungen und erfahrenen Spielerinnen, die direkt aus der amerikanischen Universitätsliga kommen oder bereits in Europa gespielt haben.»

Herzog erwartet eine Zusage in den kommenden Wochen, womit die Kaderplanung für die nächste Saison abgeschlossen wäre. Bereits begonnen hat das Sommertraining, das ähnlich abwechslungsreich wie vor einem Jahr gestaltet werden soll.

Die Kräfteverhältnisse haben sich verschoben

Mit den bereits getätigten Transfers und der möglichen Verpflichtung einer weiteren Ausländerin nebst der in Wil heimisch gewordenen Finnin Leine Nummi haben sich die Kräfteverhältnisse in der NLB zu Gunsten des Frauenteams des EC Wil verschoben. Die Wilerinnen sollten jedenfalls in der Lage sein, zum Angriff auf die vier besten Teams der vergangenen Jahre – Brandis, Langenthal, Bassersdorf und die GCK Lions – zu blasen.