Frauchiger soll Rektor werden

Die Berufsfachschulkommissionen von Uzwil und Wil haben Marco Frauchiger als Rektor der beiden zu vereinigenden Berufsbildungszentren gewählt. Der Bildungschef hat die Wahl zu bestätigen. Das Auswahlverfahren ist auf Kritik gestossen.

Philipp Stutz
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UZWIL/WIL. In einem offenen Brief haben sich 39 Lehrpersonen des Berufs- und Weiterbildungszentrums Wil beim Regierungsrat beschwert. Sie fühlen sich bei der geplanten Wahl des neuen Rektors übergangen und sprechen von einer Farce (vgl. Wiler Zeitung vom 20. September).

Einer statt zwei Rektoren

Die Berufs- und Weiterbildungszentren Uzwil-Flawil und Wil werden organisatorisch zusammengeführt. Neu werden die beiden Berufsbildungszentren nur noch von einem statt von zwei Rektoren geleitet. Beide Berufsfachschulkommissionen haben den Auftrag, die Zusammenlegung an die Hand zu nehmen. Dazu gehört auch die Bestimmung des Leiters der Schule. Uzwils Berufsfachschulkommission hat sich für die Wahl von Marco Frauchiger, heutiger Rektor in Uzwil, ausgesprochen und diesen Entscheid auch dem Bildungsdepartement mitgeteilt.

Auch Wil hat entschieden

Die Berufsfachschulkommission Wil hat ebenfalls Stellung genommen. «Wir haben Marco Frauchiger als Rektor der vereinigten Schule gewählt», sagt Urs Cavelti, Präsident der Berufsfachschulkommission Wil. Frauchiger habe seine Aufgabe bisher gut erfüllt und überzeuge durch Fachkenntnis. Auch pflege er eine gute Zusammenarbeit mit Kurt Leuenberger, Rektor in Wil. Dieser wird auf Ende des Schuljahrs in den Ruhestand treten.

Laut Regierungsrat Stefan Kölliker ist es zutreffend, dass er die Ausschreibung der auf Sommer 2013 vakanten Stelle des Rektors des BZ Wil gestoppt hat. «Hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht interveniert, wäre nach der Rücktrittsankündigung von Kurt Leuenberger die Rektoratsstelle für eine Schule ausgeschrieben worden, die es nach der Zusammenführung in dieser Form nicht mehr geben wird», sagt der Bildungschef.

Den Vorwurf, dass das Amt für Berufsbildung Marco Frauchiger bereits für diese Stelle bestimmt hat, ohne den bisherigen Wiler Rektor und die Berufsfachschulkommission informiert zu haben, relativiert Kölliker wie folgt: «Diese Unterstellung ist unzutreffend. Mit meinem Auftrag vom 30. August 2012 an die Präsidenten der Berufsfachschulkommissionen zur Einleitung der organisatorischen Zusammenführung der beiden Schulen war auch die Zuständigkeit für die Wahl des Rektors verbunden.»

In einer Besprechung zur Klärung des Auftrags seien die beiden Präsidenten darauf hingewiesen worden, dass die Zuständigkeit für die Wahl gemäss Einführungsgesetz und Verordnung zur Berufsbildung bei ihren beiden Kommissionen liegt, wobei dem Departementsvorsteher die Genehmigung der Wahl obliege. Das Vorgehen zur Wahl des Rektors sei durch die beiden Präsidenten der Berufsfachschulkommissionen festgelegt worden. «Zwischenzeitlich habe ich informell Kenntnis davon, dass Marco Frauchiger sowohl von der Berufsfachschulkommission des BZ Uzwil-Flawil als auch von derjenigen des BZ Wil als Rektor der zusammengeführten Schule gewählt ist», sagt Kölliker. Formell lägen die entsprechenden Anträge zur Wahlgenehmigung aber noch nicht vor.

«Persönlich habe ich nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich Marco Frauchiger als geeigneten Rektor für die neue Schule betrachte», betont Kölliker. Damit habe er allerdings nicht in die Kompetenz der Berufsfachschulkommissionen eingegriffen.

Lehrer haben keine Mitsprache

Eine öffentliche Ausschreibung sei nicht vorgeschrieben, ergänzt Urs Cavelti und nimmt damit Stellung zu der von Lehrpersonen in Wil geäusserten Kritik. Mitarbeiter der Schule hätten keinen Einfluss auf die Wahl des Rektors – es bestehe kein Mitspracherecht. Zwar sei eine Lehrervertreterin bei den Sitzungen der Berufsfachschulkommission dabei, aber ohne Stimmrecht. Die Wahl obliege den Berufsfachschulkommissionen. Sie hätten den Vorschlag dem Chef des Bildungsdepartements zu unterbreiten.