Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Frage um Perimeterpflicht
der Anstösser bleibt offen

Kühles Wasser oder ein faulig-stinkendes Mückeneldorado? Die Offenlegung der Bäche um den Flawiler Marktplatz weckt Befürchtungen. Speziell bei den benachbarten Grundeigentümern, die sich allenfalls an den Baukosten beteiligen müssen.
Andrea Häusler
Der Bach umschliesst den Marktplatz auf drei Seiten und bildet eine natürliche Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum. (Bild: PD)

Der Bach umschliesst den Marktplatz auf drei Seiten und bildet eine natürliche Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum. (Bild: PD)

Die Pläne sind mehrfach vorgestellt, Sinn und Zweck der Offenlegung des Tüfibachs und des Dorfbachs im Dorfzentrum wiederholt dargelegt worden. Fragen blieben gleichwohl. Dies zeigte der Dialogabend, zu dem der Gemeinderat am Mittwoch geladen hatte.

Zwar war der Zulauf mit rund 25 Interessierten eher bescheiden, doch sorgten diese für einen ausgesprochen regen Austausch. Der Diskussion stellten sich der Projektverantwortliche Adrian Baumgartner von der Gruner Wepf AG in Degersheim, Christoph Bernet als Jurist, und André Schmid von der Schmid Landschaftsarchitekten GmbH.

«Es geht nicht um die Markthalle, das Kulturhaus und die Tiefgarage», machte Gemeindepräsident Elmar Metzger klar. Thema seien allein die Bäche. Jenes Projekt könnte auch isoliert von der Marktplatzgestaltung ausgeführt werden, während die oberirdische Gestaltung und die Parkgarage nur als Gesamtpaket zur Ausführung gelangen könne. Metzger rechnet mit der Urnenabstimmung über den Baukredit im Herbst 2019.

Vorerst müsse nun der im April gestartete Partizipationsprozess abgeschlossen werden. Die Ergebnisse dürften im November vorliegen. Das Grundlagenpapier diene den Architekten schliesslich als Planungsgrundlage.

Tatsächlich hat das Architekturbüro Schmid/Esch-Sintzel das siegreiche Wettbewerbsprojekt nicht weiterbearbeitet, wie André Schmid sagte. «Das Vorprojekt wird Ende Jahr angegangen.»

Beste von mehreren geprüften Varianten

Vier Varianten sowie mehrere Untervarianten waren zur Behebung des Hochwasserschutz-Defizits im Zentrum geprüft worden. Der Entscheid zu Gunsten der Offenlegung der Bäche über weite Teile und die Bachbettführung um den Marktplatz (Los 1 von insgesamt 5 Sanierungsabschnitten) begründete Adrian Baumgartner mit einer optimalen Ausnützung der Platzfläche, dem maximalen Schutz vor Hochwasser, dem ökologischen Wert, aber auch den Kosten: "5000 bis 8000 Franken kostet ein offener Bach je Laufmeter, zwischen 18000 und 25000 Franken ein eingedohlter." Hinzu komme, dass der Kanton an unterirdisch geführte Bäche keine Beiträge leiste.

Alternativen sind aufwendiger und teurer

Um auf dem Marktplatz möglich viel Gestaltungsraum zu erhalten, werden die Ufer nicht natürlich gestaltet, sondern mit Steinblöcken verbaut: «Der Platzbedarf von Bachsohle und Uferzone beträgt dadurch rund fünf Meter», sagte Baumgartner. Eine Entlastung des Tüfibachs/Dorfbachs über den Goldbach, wie dies aus dem Publikum angeregt wurde, ist für den Planer keine Alternative. Denn dieser könnte die auf ein 100-jähriges Hochwasser ausgerichteten Kubaturen nicht aufnehmen. Und beim Vorschlag, den Bach via Schweissbrunnstrasse zu führen, winkte Baumgartner erst recht ab: «Das bedeutete 100 Meter mehr eingedohlten Bach." Entwarnung gab er hingegen bei der geäusserten Befürchtung, die nahestehenden Gebäude könnten der Feuchtigkeit wegen Schaden nehmen: «Die Frage stelle sich bei Uferverbauungen nicht – im Gegensatz zu natürlichen Ufern.»

Und was, wenn im Sommer der Bach austrocknet, zur Kloake wird, Mücken anzieht und dadurch die Liegenschaften entwertet werden? Elmar Metzger dazu: «Wir können die Bäche nicht zuschütten. Und, wir müssen Hochwasserschutz betreiben.»

Die Sache mit der Perimenterpflicht

Wer zahlt? Dieser Frage widmete sich nicht nur Christoph Bernet in seinen Erläuterungen zu den Anforderungen an derlei Projekte. Sie beschäftigt auch die Grundeigentümer. Ob diese in den Beitragsplan einbezogen werden, also perimeterpflichtig werden, ist derzeit allerdings nicht klar, wie Elmar Metzger sagte. Dies hänge davon ab, wie gross der Sondervorteil der Anstösser sei. Entsprechend mochte er auch zur Höhe allfälliger Beiträge keine Angaben machen.

Bei Gemeindegewässern sind, laut Bernet, Beiträge von Bund und Kanton von maximal 75 Prozent, seitens der Gemeinde von mindestens 25 Prozent zu erwarten. Gemäss Praxis entfielen auf die Grundeigentümer 0 bis 25 Prozent. Christoph Bernet stellte, angesichts der Vielzahl Involvierter im Bewilligungsverfahren, eine wahrscheinlich längere Verfahrensdauer in Aussicht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.