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Fräsen, schleifen und bohren sind nicht bloss Männersache: Workshops für handwerklich begabte Frauen sind beliebt

Frauen und Technik – passt das zusammen? Um dies herauszufinden, liessen sich zwölf Absolventinnen des Swiss-Tec-Ladies-Mentoringprogramms bei der Büchler Reinli + Spitzli AG in Flawil informieren und instruieren.
Andrea Häusler
Frauenpower an der Werkbank: Teilnehmerinnen am Swiss-Tec-Ladies-Mentoringprogramms im Produktionsbetrieb des Flawiler Werkzeug- und Formenbauers Büchler Reinli + Spitzli AG. (Bild: Andrea Häusler)

Frauenpower an der Werkbank: Teilnehmerinnen am Swiss-Tec-Ladies-Mentoringprogramms im Produktionsbetrieb des Flawiler Werkzeug- und Formenbauers Büchler Reinli + Spitzli AG. (Bild: Andrea Häusler)

Frauenberufe, Männerberufe – gibt es diese Unterscheidung noch? In einer Zeit, in der Männer selbstverständlich in Kindertagesstätten arbeiten und Frauen im Blaumann Automotoren reparieren? Die Geschlechteraufteilung der Berufsgruppen gibt es nach wie vor. Sowohl der Kita-Betreuer als auch die Automobilmechatronikerin sind die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Frauen sind in technischen Berufen nach wie vor untervertreten.

Das ist auch beim Flawiler Werkzeug- und Formenbauer Büchler Reinli + Spitzli AG so: Die Konstruktion und Fertigung ist von Mitarbeitern dominiert. Obwohl die Hände an den wenigsten Arbeitsplätzen mehr schmutzig werden und im Berufsalltag nicht primär Manneskraft, sondern Köpfchen, Selbstständigkeit und Genauigkeit verlangt werden.

Den Arbeitsalltag von Fachleuten in technischen Berufen möglichst authentisch aufzuzeigen, Berührungsängste ab- und Selbstvertrauen aufzubauen, sind die Hauptziele der Workshops und Betriebsbesichtigungen, die im Rahmen des Swiss-Tec-Ladies-Mentoringprogramms angeboten werden. 46 junge Frauen hatten den Zugang zu diesem Angebot der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) über eine «Online-Challenge», ein ausserschulisches Quiz, geschafft.

Praktisches Arbeiten berührt stärker

Zwölf Mädchen – alle im Alter zwischen 13 und 16 Jahren – hatten sich für das von der Büchler Reinli + Spitzli organisierte mehrstündige Programm angemeldet. «Einige sind aus Bern und Basel angereist», sagt Sandra Weidmann, Programmkoordinatorin von Swiss-Tec-Ladies und ergänzt: «Die mussten sehr früh aufstehen.» Das zeugt von Interesse. Dieses sei bei Workshops – solche werden auch von Grossbetrieben wie der Post, der SBB oder General Electric sowie Fachschulen durchgeführt – grösser als an Besichtigungen, weiss sie. «Wenn praktisch gearbeitet, selber Hand angelegt werden kann, berührt die Erfahrung stärker», weiss sie.

Hand anlegen war während des Samstags in den Büros und dem Produktionsbetrieb der Büchler Reinli + Spitzli nicht nur erlaubt, sondern explizit gewünscht. Fachkundige Mitarbeiter – unter ihnen auch BRS-Berufsbildner Ralf Mühlemann – führten die in Dreiergruppen aufgeteilten und von je einer Mentorin begleiteten Teilnehmerinnen von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz, liessen sie technische Zeichnungen interpretieren, Konstruktionsabläufe nachvollziehen, aber auch fräsen, schleifen und bohren.

Kostenlos, aber in der Freizeit

Die Oberstufenschülerinnen können an rund 20 solcher Workshops teilnehmen: kostenlos, aber in der Freizeit. Inwieweit das sichtliche Interesse der Mädchen an den bei Büchler Reinli + Spitzli vertretenen Berufsbildern ihre spätere Berufswahl beeinflusst, bleibt abzuwarten. Im gastgebenden Unternehmen jedenfalls wäre noch eine Polymechaniker-Lehrstelle frei.

Swiss-Tec-Ladies – Praktischer Zugang zu technischen Berufen

Swiss-Tec-Ladies steht für ein zweistufiges Förderprogramm, das sich an technisch interessierte Mädchen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren richtet. Qualifizieren können sich die Jugendlichen schweizweit in einer Online-Challenge. Wer erfolgreich abschneidet, kann sich für ein einjähriges Mentoringprogramm bewerben. In diesem werden sie von einer Mentorin aus einem technischen oder informatischen Beruf begleitet. Sie erhalten Einblick in deren Berufswelt und Tipps zur Berufswahl und Persönlichkeitsentwicklung. Das Mentoringprogramm umfasst zudem Betriebsbesichtigungen und Workshops, welche die Teilnehmerinnen mit Gleichgesinnten zusammenführen und ihnen eine reale Vorstellung von technischen Berufen vermitteln. Das Coaching soll Mädchen ermöglichen, Selbstbewusstsein und Sicherheit in der Berufs- und Studienwahl zu gewinnen. Das Programm wird von der SATW angeboten und von der Werner-Siemens-Stiftung sowie dem Eidgenössischen Gleichstellungsbüro finanziell unterstützt. (ahi)

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