«Fotofinish» bei Einzelsportlern

WIL. An der Nacht des Wiler Sports vom vergangenen Freitag im vollen Wiler Stadtsaal wurden die Wiler Sportler des Jahres gewählt. Es siegten Daniel Hubmann (Aktive), Pablo Brägger (Nachwuchs) und das U16-Team des UHC Wil.

Urs Nobel
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Die Wiler Sportler des Jahres: U16-Team des UHC Wil, Pablo Brägger (hinten, 6. v. l.), Daniel Hubmann (hinten, 7. v. l.) sowie Albert Schweizer (rechts) als Sportförderer. (Bild: uno.)

Die Wiler Sportler des Jahres: U16-Team des UHC Wil, Pablo Brägger (hinten, 6. v. l.), Daniel Hubmann (hinten, 7. v. l.) sowie Albert Schweizer (rechts) als Sportförderer. (Bild: uno.)

Zum vierten Mal wurde die Wiler Nacht des Sports im Stadtsaal Wil durchgeführt. Das Interesse an der Sportlerwahl war wiederum riesig, der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Wenn sich das Publikum noch entsprechend kleidet, darf die «Sportlernacht» bald auch einmal den Anspruch einer «Gala-Nacht des Wiler Sports» für sich beanspruchen.

Hubmann zum Fünften

Daniel Hubmann, der OL-Läufer der OL Regio Wil, siegte bereits zum fünften Mal in der Kategorie Einzelsportler. Der Hinterthurgauer, der unterdessen in Bern wohnt, totalisierte 37 Prozent aller Stimmen auf sich. «Nur» auf 36 Stimmenprozent kam Sandra Graf, die Rollstuhlsportlerin aus dem appenzellischen Gais. Sie gratulierte dem Sieger sofort nach Feststehen des Resultats und vermochte die «knappe Niederlage», die natürlich keine ist, sportlich zu verkraften.

Pablo Brägger war Favorit

In der Einzelkategorie Nachwuchs hatte vor der Wahl der Kunstturner Pablo Brägger vom TZ Fürstenland aufgrund seines Palmarès klar die Nase vorn und wurde allseits auch als Favorit gehandelt. Brägger wollte sich aber nicht auf die Äste hinauslassen und brachte eine riesige Fanschar mit, die ihn schon beim Auftritt auf der Bühne frenetisch bejubelte. Brägger totalisierte 41 Prozent aller Stimmen im Saal auf sich und liess Mirjam Fässler, der Laufsportlerin vom KTV Wil und der OL Regio Wil, keine Chancen. Chancenlos war auch der junge Boxer Ylber Tairi. Der sympathische junge Mann nutzte aber seine Chance auf der Bühne, um auf interessante Art und Weise aufzuzeigen, dass Boxen - auch wenn in Wil nicht praktiziert - eine ernstzunehmende Sportart ist und dass für den Erfolg ebenfalls hart trainiert werden muss.

Hockeyduell

In der Kategorie Teams stellten sich die Novizen des IHC Wil Eagles, das U16-Team des UHC Wil und eine Gruppe Nachwuchssportler der Wiler Stadtschützen zur Wahl. Letzteren wurde zum Verhängnis, dass sie sich aufgrund der zahlreichen Erfolge ihres Nachwuchses nicht auf ein einziges Team einigen konnten, welches ins Rennen geschickt werden sollte. So geriet die Wahl zu einem Duell der Inline-Hockeyaner und der Unihockeyaner. Die U16-Mannschaft hatte zum Schluss die Nase vorn, obwohl sie keinen Schweizer Meistertitel vorweisen konnte. Für den UHC Wil ist dieser Erfolg insofern viel wert, weil der noch junge Verein in der vergangenen Saison erstmals ein U16-Team stellte.

Nervosität beim Interview

Christa Klein führte durch das Programm und stellte den Kandidaten im Verlauf des Abends verschiedenste Fragen, welche die Sportler ins rechte Licht rücken sollten. Dabei kam es auch zu lustigen Antworten, die teilweise für aufgeräumte Stimmung sorgten. Nicht jeder junge Befragte wusste immer so richtig, was und wie er antworten sollte und sorgte so ungewollt für den einen oder anderen Lacher im Saal.

Pablo Brägger zeigte sich im Interview einiges routinierter und blieb bescheiden. «Um Erfolg zu haben, braucht es nebst dem vorhandenen Können auch Glück und eine gute Tagesform.» Olympia ist für ihn ein Thema, spätestens 2016 in Rio de Janeiro.

Titel und Podestplätze

Solche Hoffnungen muss sich Daniel Hubmann nicht machen. Die Sportart OL ist nicht olympisch. Er will seinen Sport aber noch möglichst lange auf professioneller Basis ausüben und dabei weitere Titel sammeln.

Nicht nur an den Paralympics dabei sein, sondern dort zuoberst aufs Podest zu kommen, darauf bereitet sich Sandra Graf jetzt schon vor. Sie ist trotz ihren 41 Jahren voller Tatendrang und der Erfolgshunger hat noch nicht abgenommen.

sport in der region 47

Bild: Urs Nobel

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