FORSTSCHUTZ: Borkenkäfer sorgen für Uneinigkeit

Ein Anwohner befürchtet, dass die beim Wertholzsubmissionsplatz in Henau gelagerten Baumstämme ideale Bedingungen für die Entwicklung des Borkenkäfers bieten. Revierförster Bruno Cozzio gibt jedoch Entwarnung. Solche Bäume meide der Käfer.

Gianni Amstutz
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Bruno Cozzio steht vor einem Stapel Douglasien. Diese sind, wie die anderen gefällten Stämme beim Wertholzsubmissionsplatz an der alten Staatsstrasse in Henau, nicht durch Borkenkäferbefall gefährdet. Bei frisch gefällten Fichten ist jedoch Vorsicht geboten, weshalb man diese mit einem Mittel behandelt. (Bild: Gianni Amstutz)

Bruno Cozzio steht vor einem Stapel Douglasien. Diese sind, wie die anderen gefällten Stämme beim Wertholzsubmissionsplatz an der alten Staatsstrasse in Henau, nicht durch Borkenkäferbefall gefährdet. Bei frisch gefällten Fichten ist jedoch Vorsicht geboten, weshalb man diese mit einem Mittel behandelt. (Bild: Gianni Amstutz)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

An der alten Staatsstrasse in Hen­au liegen sie zu Dutzenden, ja sogar zu Hunderten. Manche sind schön säuberlich zu einem Stapel aufgeschichtet. Andere wiederum erwecken den Anschein, als wären sie eilig zwischen Asphalt und Waldstreifen deponiert worden. So türmen sich zu beiden Seiten der Strasse zahlreiche Baumstämme. Othmar Brühwiler aus Zuzwil geht jeden Tag mit seinem Hund an der Thur spazieren. Dabei fiel ihm das geschlagene Holz auf.

Brühwiler stört sich daran, dass viele der Stämme dort über Jahre hinweg lägen, ohne das jemand sie abholen würde. Er macht sich Sorgen, dass dies negative Auswirkungen auf die Natur haben könnte. «Ich befürchte, dass die gestapelten Holzstämme ideale Bedingungen für die Entwicklung und Vermehrung des Borkenkäfers bieten», sagt er. Der zuständige Revierförster Bruno Cozzio gibt jedoch Entwarnung. «Borkenkäfer fühlen sich nur in noch lebenden oder frisch gefällten Bäumen wohl.» Deshalb bestehe auch nur bei diesen das Risiko eines Befalls durch Borkenkäfer. Bäume, die bereits vor einiger Zeit gefällt wurden, würden sie hingegen meiden, erklärt er.

Borkenkäfer befällt vornehmlich Fichten

Zudem sei der Buchdrucker, jener Borkenkäfer, der in der Region zur Gefahr für Bäume werden könne, «spezialisiert» auf Fichten. Die anderen Baumarten auf dem Lagerplatz seien nicht gefährdet, sagt der Revierförster. Damit die Borkenkäfer nicht die frisch gefällten Fichten befallen, die jedes Jahr für die Wertholzsubmission nach Henau gebracht werden, behandle man die entsprechenden Baumstämme zusätzlich mit einem Mittel. Allerdings nicht mit einem chemischen, da die Gegend ein Wasserschutzgebiet sei, erklärt der Förster. Und doch beuge der Einsatz der Lösung dem Befall durch Borkenkäfer vor. «Das Mittel, das wir verwenden, könnte man sogar trinken», sagt Bruno Cozzio, der gleichwohl keinen Schluck davon nehmen würde. Man nehme die Bedrohung durch den Borkenkäfer aber ernst, versichert er. Deshalb beobachte man die Ausbreitung der Forstschädlinge ständig. Dazu setze man unter anderem auf Fallen. Die Anzahl der gefangenen Borkenkäfer erlaube einen Rückschluss auf deren Population. Wichtiger sei jedoch ein geschultes Auge.

«Befallenen Bäumen sieht man es an.» Die Nadeln zeigten sich dann in einer rötlichen Farbe. «Momentan ist die Lage nicht akut, da es noch keine längeren Trockenperioden gegeben hat.» Solche seien für die Ausbreitung des Borkenkäfers aber nötig,

Wertholz wird restlos verkauft

Brühwiler kritisiert jedoch zudem, dass die Baumstämme, die mit grossem Aufwand an die Staatstrasse gebracht würden, einfach so vor sich hin faulten. Cozzio sagt, dass das so nicht zutreffe. Das Holz für die Wertholzsubmission, die jeweils im Februar oder März stattfinde, werde restlos verkauft. «Die Bäume, die hier lagern, sind zum Grossteil Brennholz für den Winter.» Andere würden von Sägereien aus der Region dort gelagert. Insbesondere das Brennholz könne zwar mehr als ein Jahr lang an der alten Staatsstrasse in Henau liegen, verfaulen würde es jedoch nicht, denn früher oder später werde es abgeholt.

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