Fluglärm
Nach der Auflösung des Hinterthurgauer Protest-Vereins sagt dessen ehemaliger Präsident: «Corona hat das Fluglärm-Problem gemindert»

Der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau hat sich aufgelöst. Seine Anliegen sollen jedoch, auf politischer Ebene, weiter berücksichtigt werden. Dies zumindest versichert Regierungsrätin Carmen Haag.

Christoph Heer
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Das war’s. Der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau ist Geschichte. Regierungsrätin Carmen Haag bedankt sich bei der Messstation auf dem Riesiberg in Balterswil, beim ehemaligen Vereinspräsidenten Josef Imhof für 15 Jahre Protestbewegung.

Das war’s. Der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau ist Geschichte. Regierungsrätin Carmen Haag bedankt sich bei der Messstation auf dem Riesiberg in Balterswil, beim ehemaligen Vereinspräsidenten Josef Imhof für 15 Jahre Protestbewegung.

Bild: Christoph Heer

Der Vorstand des «Bürgerprotests Fluglärm Hinterthurgau» hat sich entschlossen, den Verein zu liquidieren. «An der virtuellen Jahresversammlung Ende 2020 stimmten die über 400 Mitglieder (zu Spitzenzeiten waren es rund 480 Mitglieder) der Auflösung zu», sagt der ehemalige Präsident Josef Imhof. «Die Coronakrise hat das Fluglärm-Problem nicht gelöst, jedoch unerwarteterweise gemindert – wahrscheinlich für Jahre.»

Imhof war, mit vielen Mitstreitern und Vorstandskollegen, während 15 Jahren das Sprachrohr im Dienste der Bevölkerung. Dies sei eine enorm lange Zeit, für eine Bürgerprotestbewegung. «Einige Wenige haben begonnen, bis es schnell mehrere Hundert waren, die grösstenteils an der Sache dran und im Verein geblieben sind.»

Die berühmte Holzbrettaktion

Ein Höhepunkt war, nebst unzähligen Informationsveranstaltungen, die Holzbrettaktion im Jahr 2016. Protestbriefe auf Holzbretter montiert, machten sich auf den Weg nach Bundesbern. Darauf waren Slogans wie «Ihr Brett vor dem Kopf macht uns Bauchweh», oder «Der Himmel reicht vom Norden, Osten, Westen bis Süden: Auch für Flugzeuge», zu lesen. Bundesrätin Doris Leuthard und BAZL-Direktor Christian Hegner, sollten damit auf den Hinterthurgau und das Fluglärmproblem aufmerksam gemacht werden. Imhof sagt:

«Wir haben Geschichte geschrieben, viel Herzblut aufgewendet, Kontakte geknüpft und mit Politikern zusammengearbeitet. Auch darum kommt bei mir nun schon etwas Wehmut auf.»

Dass der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau fehlen wird, ist sich auch Regierungsrätin Carmen Haag, Vorsteherin Departement Bau und Umwelt, bewusst. «Der Verein hat wichtige Arbeit geleistet, sie waren für uns ein geeigneter Sparringpartner in der Problematik Fluglärm im Hinterthurgau. Das Fehlen des Bürgerprotests wird sich zeigen, wenn es um handfeste Änderungen wie die Verlängerung der Piste 28 geht. Mit gezielten Aktionen, hat sich der Verein in Bern einen Namen gemacht, der Bürgerschaft im Hinterthurgau eine Stimme gegeben, die nicht nur in Bundesbern gehört wurde», sagt Carmen Haag, welche die Politik im Sinne des Bürgerprotests weiter betreiben will.