Fleissig, kreativ und schlau: Was Schüler heute schon drauf haben

Die Schüler der dritten Oberstufe haben ihre Projektarbeiten fertiggestellt. Die Besten wurden an der Vernissage prämiert. Publikum und Fachjury waren sich grösstenteils einig: Bestnote A für zehn Projekte.

Christoph Heer
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Die Vernissage zu den Projektarbeiten der 27 Oberstufenschüler zog, wie schon in den vergangenen 13 Jahren, viel Publikum an. Es ist für die meisten der Höhepunkt ihres letzten Schuljahres an der Oberstufe in Bronschhofen. Stolze Eltern, Geschwister und Bekannte, die nicht nur ein Augenmass von den individuell gestalteten Projekten nahmen. Während längerer Zeit werden die bis ins Detail hervorragend geplanten und hergestellten Ausstellungsmodelle begutachtet. So gibt es zweitweise kaum ein Durchkommen im Schulhausflur.

«Die Idee kam mir zu Hause»

Mittendrin steht Adrian Freitag. Seine Sinus-Lampe leuchtet in den verschiedensten Farben und erhellt Raum und Gemüter. «Die Idee dazu kam mir zu Hause. In meinem Zimmer brauchte ich nämlich eine neue Beleuchtung, also überlegte ich mir etwas Spezielles», erklärt er. «Die Umfassung der Lampe erinnert an die Sinuskurve, die Löcher dazu habe ich mit einem Laser ausgemessen, damit die Kurve dann auch stimmt.» 56 Stunden hat Adrian Freitag für sein Projekt aufgewendet, bei dem er vorgängig mehrere Prototypen erstellt hat.

480 Stunden für einen Velowohnwagen

Jari Wehrli sagt, er sei sehr zufrieden mit seinem Werk. Sein Projekt besticht nicht nur durch seine Grösse, auch sein Datenblatt übertrifft die Erwartungen eines neutralen Betrachters. Ganze 480 Stunden hat er für seinen Blickfang investiert, dazu 400 Schrauben verwendet, um die insgesamt 47 Meter Profile zu verbinden. Daraus entstanden ist ein Velowohnwagen. «Von einem ähnlichen Projekt aus einer Maturaarbeit habe ich einmal gelesen. So habe ich mir gedacht, das probiere ich auch. Ich bin froh, passt alles, doch wenn der Wohnwagen am Velo angehängt ist, wird es enorm schwer, ihn mit blosser Manneskraft zu ziehen», sagt der Wohnwagenbauer.

Vorgabe: 20 bis 40 Arbeitsstunden

Als eigentliche Vorgabe wurde den Oberstufenschülern nahegelegt, eine reine Arbeitszeit von 20 bis 40 Stunden aufzuwenden – in ihrer Freizeit. Dass hierbei die Einen etwas motivierter zur Sache gehen und darum länger daran gearbeitet haben, ist normal. «Und dass sich andere in diesem Zeitrahmen befinden, ist auch okay», sagt Fachlehrperson Valeria Moreno. Sie betont, dass während der Projektarbeit ein guter Geist vorhanden war. «Es ist ja nicht nur das Handwerkliche, das für Aufwand sorgt. Es muss auch vieles recherchiert und nachher rapportiert werden. Das verlangt von unseren Schülern doch einiges ab.»

«Mein gefaltetes Leben»

Einzelne Projekte herauszuheben wird jedoch dem Engagement aller anderen nicht gerecht. Jedes Einzelne besticht durch seine Individualität. «Lichtblicke für ältere und eingeschränkte Menschen», «Von der Tanne zum Brunnen», «Der Islam» oder «Mein gefaltetes Leben» mit viel Selbstvertrauen und Freude wurde gebastelt, geschnitten, gemalt, geklebt, geschraubt und recherchiert. Lehrperson Emanuel Scialdone betont an der Preisverleihung, dass der Weg, innerhalb einer solchen Projektarbeit, das Ziel ist. «Und so sind doch einige über sich hinausgewachsen», sagt er lobend. Von 27 Projektarbeiten wurden zehn mit der Bestnote A bewertet. Fünf Projekte erhielten einen Publikumspreis.