Flawiler will «Sonne» erstrahlen lassen

Der Flawiler Architekt Bobby Allenspach hat per 1. August das Hotel-Restaurant Sonne in Gossau gekauft. Er möchte die «Sonne» wieder ihrer alten Nutzung zuführen – als Restaurant und Hotel, allenfalls mit Saal.

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Bobby und Nelly Allenspach vor der von ihnen neu erstandenen «Sonne». (Bild: bos.)

Bobby und Nelly Allenspach vor der von ihnen neu erstandenen «Sonne». (Bild: bos.)

Flawil/Gossau. Die Leidensgeschichte der Gossauer «Sonne» hat ein Ende. Am 28. Juli wurde auf dem Grundbuchamt der Besitzerwechsel besiegelt. Nachdem der Beauftragte der bisherigen Besitzerin Liselotte Ellensohn fast zwei Jahre lang – erfolglos – mit einem Kaufinteressenten verhandelt hatte, kam der Verkauf an Bobby Allenspach innert kurzer Zeit zustande. Allenspach: «Der Erwerb der <Sonne> ist nicht von langer Hand geplant.

Ich bin von einigen alteingesessenen Gossauern nachhaltig ermuntert worden, die <Sonne> zu kaufen. Und da ich seit vielen Jahren eine gute Beziehung zur <Sonne>, zum Ehepaar Ellensohn und zu Gossau pflege, habe ich nicht lange gezögert. Mit dem Kauf verfolge ich hauptsächlich ein Ziel: Es soll der <Sonne> als Teil des Stadtlebens nützen.»

Sonne Immo AG

Bobby Allenspach ist Senior-Chef des Flawiler Architekturbüros HAB AG. Das in der Region bekannte und angesehene Büro realisierte in den vergangenen 30 Jahren in Gossau zahlreiche Bauprojekte. «Ich habe aus dieser Zeit als Flawiler eine enge Beziehung zu Gossau und den dortigen Gewerbetreibenden aufgebaut», blickt Bobby Allenspach zurück. Der gute Draht zu Gossau wurde nie gekappt, und so liegt ihm Gossau auch heute noch «nahe am Herzen».

Allenspach, der immer noch aktiv im Architekturbüro mitarbeitet, hat für den Kauf und als Trägerschaft des Hotel-Restaurants Sonne die im Architekturbüro HAB AG in Flawil domizilierte Sonne Immo AG gegründet.

Noch kein fixfertiges Konzept

Der Kauf der «Sonne» ist so rasch über die Bühne gegangen, dass Bobby Allenspach noch kein endgültiges Konzept für ihre künftige Nutzung vorlegen kann.

Er will zusammen mit seinem HAB-Team zuerst die Lage beurteilen und dann in Ruhe ein Konzept entwickeln. Die künftige Nutzung soll, so Allenspach, auf den bisherigen vier Stützen Restaurant, Hotel, Saal und Sonnen-Drogerie basieren. «Wir sind jedoch offen für gute Ideen», erklärt der Flawiler. Ziel sei es, langfristig eine Lösung zu finden, bei welcher es darum gehe, die «Sonne» nachhaltig zum Leben zu erwecken.

Pächter fehlt noch

Auch wenn die weitere Zukunft der «Sonne» noch offen ist, ist eines klar: Die Ära Ellensohn ist vorbei. Liselotte und Krista Ellensohn werden die «Sonne» zwar noch auf Zusehen hin als Garni betreiben, ihr endgültiger Rückzug ist jedoch beschlossen. Deshalb soll, ohne zu überstürzen, aber doch so schnell als möglich ein Pächter gefunden werden, der das Gasthaus wieder eröffnet und wie «vor dem 1. April 2009 führt».

Bobby Allenspach: «Wir werden alle Arbeiten vornehmen, die für eine Wiedereröffnung des Restaurants nötig sind, und sind offen für ausgewiesene Interessenten, welche die <Sonne> als Stadtgasthaus führen können und wollen.»

Die im 15. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte «Wirtschaft Sonne» war seit rund 60 Jahren im Besitz der Familien Schneebeli und Ellensohn.

Seit November 2003 führte Krista Ellensohn das Hotel-Restaurant in Eigenregie, bevor sie aus gesundheitlichen Gründen im April 2009 zum Garni- und Bankettbetrieb übergehen musste. (bos.)

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