Flawiler Possen in der Fasnachtszeitung «Chratzbörschte»

Heute erscheint die Flawiler Fasnachtszeitung «Chratzbörschte» und gibt manche lustige Episode preis.

Zita Meienhofer
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Die Flawiler Fasnachtszeitung ist eine der wenigen, die noch erscheint.

Die Flawiler Fasnachtszeitung ist eine der wenigen, die noch erscheint.

Bild: PD

Die Flawiler «Chratzbörschte» ist eine jener wenigen Fasnachtszeitungen, die seit Jahren regelmässig erscheinen. Auch heute liegt sie dem Flawiler Mitteilungsblatt «Flade» bei. Auch heute sind die Seiten vollflächig knallig gelb bedruckt, damit die in Schwarz gehaltenen Texte mit lustigen und peinlichen Ereignissen, die sich in Flawil in den vergangenen Monaten ereigneten, genug Aufmerksamkeit erhalten. Sandro Fischer vom Narrenrat Flawil hat die Zeitung gestaltet, das – seit Jahren unbekannte – Redaktionsteam war unterwegs und hatte recherchiert. Sandro Fischer sagt denn auch:

«Es hat viele verschiedene Geschichten im Blatt. Das zeugt davon, dass Leute im Redaktionsteam sind, welche die Flawilerinnen und Flawiler kennen.»

Ruhebänke, Massagesalon und ein Terroralarm

Dass in der «Chratzbörschte» eine Geschichte zu den benutzeruntauglichen Ruhebänken am Bahnhofsplatz nicht fehlen darf, war zu erwarten. Ebenso zu erwarten waren Texte über die abgesagten Flawiler Erlebnistage und den Massagesalon an der Enzenbühlstrasse. Doch in der Untertoggenburger Metropole ereigneten sich auch noch etliche weitere Vorkommnisse, die zum Schmunzeln anregten, die eine unerwartete Reaktion auslösten, die hätten geheim gehalten werden sollen oder bei denen der Zufall im Spiel war. So ist in der «Chratzbörschte» von einem «Terroralarm in Flawil» zu lesen: Eine besorgte Person, die eine Situation falsch interpretiert, ein grosses Polizeiaufgebot und Landwirt Walter Brunner, der einzig und allein seine Arbeit verrichtet. Oder die Beizerin, die den tropfenden Bierhahn nicht dichtmachen kann und in ihrer Verzweiflung mitten in der Nacht die Nummer der Polizei, des Freund und Helfers, wählt. Nicht weniger amüsant ist die Geschichte jener Frau, deren Autoschlüssel mit dem Abfallsack in den Unterflurbehälter fällt und den die Güsel-Detektive des ZABs wiederfinden und zurückbringen. Da ist ein Mitglied eines Organisationskomitees, das, wegen Festivitäten am Samstag und Müdigkeit danach den Schlussgang am Eidgenössischen Schwingfest in Zug verpasst. Auf den 16 Seiten finden sich durchaus amüsante Geschichten, die das Leben schrieb, die allen passieren könnten. In der «Chratzbörschte» ist auch von jenen Personen zu lesen, die im Dorfleben auffallen, die durch ihre Arbeit, ihr Amt ein Teil der Öffentlichkeit sind. Der Gemeinderat fehlt da ebenso wenig wie der höchste St. Galler Daniel Baumgartner oder Stefan Kramer, Geschäftsführer des Sicherheitsverbundes, Liegenschaftsverwalter Oliver Gehrer oder «Mister Kultur» Daniel Müller.

Der Flawiler Narrenrat mit Judith Siegenthaler, Sandro Fischer, Barbara Reut Schatzmann und Mischa Sutter (von links).

Der Flawiler Narrenrat mit Judith Siegenthaler, Sandro Fischer, Barbara Reut Schatzmann und Mischa Sutter (von links).

Bild: PD

Das Geheimnis um den «Chratzbörschte»-Träger

Der seit dem Vorjahr neu zusammengesetzte Narrenrat Flawil ist nicht nur Herausgeber der Fasnachtszeitung, er bestimmt auch den Preisträger der «Chratzbörschte» und zwar am Schmutzigen Donnerstag. Wer diese besondere Ehre erhält, ist deshalb noch streng geheim. Sandro Fischer sagt dazu: «Das könnte sich ja noch ändern, je nachdem, was in den nächsten Tagen noch passiert.» So schnell wie die Geschichte auf der «Chratzbörschte»-Titelseite eine Wende nahm. «Der Text zu den Flawiler Erlebnistagen war schon geschrieben, als das Organisationskomitee die Absage des Anlasses kundtat», so Fischer. Die «Chratzbörschte»-Redaktion hat jedenfalls schnell reagiert. Getreu dem diesjährigen Flawiler Fasnachtsmotto: «gitnüntwosnödgit».

Hinweis
Am Schmutzigen Donnerstag, 20. Februar, 19.11 Uhr, wird vor dem Flawiler Gemeindehaus die «Chratzbörschte» verliehen. Vor dem Anlass findet ab 18 Uhr ein Warm-up der Guggenmusiken statt. Nach der Preisverleihung ist Beizenfasnacht. Am Samstag, 22. Februar, 14 Uhr, startet der Fasnachtsumzug durch Flawils. Er endet beim Gemeindehaus mit einem Guggenkonzert. Infos: www.narrenrat.ch