Flawiler bereits im Fasnachtsfieber

Flawils Fasnächtler, Guggenmusiker, Schnitzelbänkler stecken mitten in den Fasnachtsvorbereitungen – obwohl morgen in einem Monat schon alles wieder vorbei ist. Die Vorfreude auf den Schmutzigen Donnerstag ist in diesen Kreisen gross.

Zita Meienhofer
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Am Schmutzigen Donnerstag ist in Flawil der Fasnachts-Höhepunkt – mit Kinderfasnacht, Chratzbörschte-Verleihung, Guggen, Schnitzelbänklern. (Bild: Wyssbach-Geischter Flawil)

Am Schmutzigen Donnerstag ist in Flawil der Fasnachts-Höhepunkt – mit Kinderfasnacht, Chratzbörschte-Verleihung, Guggen, Schnitzelbänklern. (Bild: Wyssbach-Geischter Flawil)

FLAWIL. Der 4. Februar 2016 ist in viele Agenden als «besetzt» markiert. Besetzt für den Schmutzigen Donnerstag, den schönsten Tag für einen Fasnächtler – für einen Flawiler Fasnächtler. Am Nachmittag ist Kinderfasnacht im katholischen Pfarreiheim. Durchschnittlich 150 Personen besuchen diesen Anlass. Nadja Heuberger von den Organisatoren, dem Familientreff, weiss, dass diese Veranstaltung sehr beliebt ist, dass sie die Flawiler vermissen würden. Hauptattraktionen sind, nach wie vor, das Konfettiwerfen, Tanzen und der Auftritt einer Guggenmusik.

Keine Gesuche für Dekorationen

Am Abend geht es zur Verleihung der Chratzbörschte. Die organisiert der Flawiler Narrenrat, er ist zudem für die Beizenfasnacht – die Tour der Guggen und Schnitzelbänkler durch die Restaurants – zuständig. Waren einst fast alle Wirtshäuser fasnächtlich aufwendig dekoriert, gibt es das heute nicht mehr. Auf der Flawiler Ratskanzlei – dort werden die Bewilligungen für die Dekorationen ausgestellt – sind bislang keine Gesuche eingegangen. Mit diesen Papieren wird geregelt, dass die Dekoration von der Feuerpolizei kontrolliert wird, und die Erlaubnis ausgesprochen, dass die Schliessungszeiten verkürzt werden dürfen – allerdings kostet das den Wirt 25 Franken pro Tag.

Freinacht der Fasnächtler

Ganz ohne fasnächtliche Dekoration bleiben die Flawiler Restaurants am Schmutzigen Donnerstag jedoch nicht. In den Gaststuben, wo die Guggen und Schnitzelbänkler auftreten, hängen Girlanden, Fasnachtsschlangen oder Masken. Definitiv auf dem Fahrplan sind laut Auskunft von Roger Baumann vom Narrenrat die Lokale Dimitra, Café Keller, s'Kellers verwöhnt, Landhaus, Eschenhof, Krone, Rössli, Musigstübli, National. In Flawil ist am Schmutzigen Donnerstag Freinacht. Das heisst, die Schliesszeiten für die Restaurants werden aufgehoben. Es wird von öffentlicher Hand darauf hingewiesen, Rücksicht auf die Nachtruhe zu nehmen.

Schnitzelbänkler an der Arbeit

In Flawil sind zwei Schnitzelbankgruppen heimisch. Da sind einerseits die Brääseli, die seit rund 20 Jahren unterwegs sind, und anderseits die Alliglattohre, die ihre siebte Fasnacht vor sich haben. Christoph Ackermann und Tobias Fischer von den Alliglattohre stecken mitten in den Vorbereitungen. Jeder schreibt zurzeit Verse über nationale und internationale sowie regionale Themen zur Melodie «see you later alligator». Anschliessend wird geprüft, was «funktioniert», was passt. Letztlich sind es etwa 24 Strophen. Für Christoph Ackermann ist die Fasnacht ein Highlight, aber auch schon die Zeit im Vorfeld, wo geschrieben wird, wo er oft schmunzelnd vor dem Computer sitzt und die neuesten Texte von Fischer liest. Die Alliglattohre treten in Flawil am Schmutzigen Donnerstag und am Fasnachtssamstag am Schnitzelbank-Abend im «Rössli» auf sowie an weiteren Tagen in Gossau, St. Gallen, Herisau und Weinfelden.

Die Brääseli hingegen bleiben in Flawil. Sie sind am Schmutzigen Donnerstag sowie am Schnitzelbank-Abend im «Rössli» zu hören. Die Gruppe um Walter Frehner – er und Monika Remund gehören zu den Gründern – trägt als Markenzeichen Flammenhüte und singt zur Melodie «Drobe uf dä Ebenalp». Auch die Brääseli sind am Texten und Proben. Walter Frehner und Kurt Hugentobler schreiben die Verse, Christof Rütsche zeichnet die Karikaturen und Bruno Lauchenauer begleitet die Gruppe an der Handorgel. Von den Brääseli sind nur Strophen über Ereignisse in Flawil zu hören. Zudem sind sie es, die im Vorfeld wissen, wer die Chratzbörschte erhält und in ihren Versen darüber berichten.

Gugge tritt heute auf

Vorbei sind die Vorbereitungen bei Flawils Guggenmusik, den Wyssbach-Geischtern. Sie haben heute, um etwa 16 Uhr, den ersten Auftritt dieser Saison. Mit der Gugge aus dem befreundeten Isny spielen sie um 16 Uhr vor dem Gemeindehaus auf. Dann geht es für sie los. Am 29. Januar sowie am Schmutzigen Donnerstag sind sie in Flawil unterwegs und auch am Funkensonntag, 14. Februar.

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