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FLAWIL/DEGERSHEIM: Erneuerung unausweichlich

Die Kläranlage Oberglatt soll bis 2020 für knapp 20 Millionen Franken erweitert werden. Über die Investitionskosten stimmen die Flawiler und Gossauer am 4. März ab, die Degersheimer am 26. März.
Die Abwasserreinigungsanlage Oberglatt muss dringend auf den neuesten Stand gebracht werden. (Bild: Beat Schiltknecht)

Die Abwasserreinigungsanlage Oberglatt muss dringend auf den neuesten Stand gebracht werden. (Bild: Beat Schiltknecht)

Der letzte Ausbau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Oberglatt erfolgte zwischen 1999 und 2003. Nun hat sie ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Um auch in Zukunft über eine genügende Reinigungskapazität zu verfügen, muss nun die biologische Reinigungsstufe erweitert werden. Zudem sind die gesetzlichen Anforderungen an die Reinigungsleistung und an den Gewässerschutz gestiegen, wie der Gemeinderat von Flawil im Mitteilungsblatt schreibt. Die bestehenden vier Zellenpaare der Biofiltration sollen deshalb um drei zusätzliche erweitert werden. Die ist nötig, um sie für Wartung und Instandhaltung einzeln ausser Betrieb nehmen zu können, ohne dass in dieser Zeit die Gefahr einer Verschmutzung der Glatt besteht.

Mit modernen Messmethoden können Mikroverunreinigungen wie Medikamente, Kosmetika oder Reinigungsmittel, nachgewiesen werden, welche die Gewässerökologie beeinflussen und sich auch im Grundwasser wiederfinden. Viele dieser Stoffe gelangen über das häusliche und industrielle Abwasser zu Abwasserreinigungsanlagen und anschliessend in die Gewässer. Die ARA Oberglatt kann diese Stoffe nur schlecht entfernen.

Seit 2016 schreibt die Gewässerschutzgesetzgebung vor, dass grössere Abwasserreinigungsanlagen wie die ARA Oberglatt Massnahmen zur Entfernung von Mikroverunreinigungen treffen müssen. Dazu muss die ARA Oberglatt mit einer zusätzlichen EMV-Stufe nachgerüstet werden. Dafür notwendig sind verschiedene Becken, welche auf der Reservefläche erstellt werden.

Bund subventioniert 75 Prozent der Kosten

Die gesamten Investitionskosten für den Ausbau der ARA Oberglatt werden im Bauprojekt, welches der Abwasserverband den angeschlossenen Gemeinden Flawil, Degersheim und Gossau Anfang Juli 2017 übergeben hat, mit knapp 20 Millionen Franken veranschlagt. Allein der Betrag für die neue Stufe zur Elimination der Mikroverunreinigungen macht über 13 Millionen Franken aus – Kosten, welche der Bund zu 75 Prozent subventioniert. Allerdings wird der Bund die definitive Subventionszusicherung erst nach der Krediterteilung verfügen, weshalb der Bruttokredit beantragt werden muss. Der Anteil der Gemeinde Flawil beträgt brutto 6,5 Millionen Franken (netto 3,5 Millionen Franken), jener der Gemeinde Degersheim brutto 2,3 Millionen Franken (netto 1,2 Millionen Franken). In Flawil und Gossau befinden die Stimmberechtigten am 4. März an der Urne über den Kostenanteil der Gemeinde. In Degersheim wird an der Bürgerversammlung vom 26. März über die Investitionskosten abgestimmt.

Gemeindeantrag beantragt ein Ja

Der Flawiler Gemeinderat beantragt den Stimmberechtigten, dem Beitrag für die Erweiterung der ARA Oberglatt zuzustimmen. Weil verschiedene vom Gewässerschutz geforderte Grenzwerte nicht mehr eingehalten werden können, ist eine Erweiterung notwendig. Flawil ist auf eine gezielte und intensive Weiterentwicklung der Infrastruktur angewiesen. Der Gemeindeanteil wird über die Spezialfinanzierung Abwasserbeseitigung finanziert und hat keine Auswirkungen auf den Steuerfuss. Auch der Degersheimer Gemeinderat beantragt gemäss Mitteilung den Stimmberechtigten die Investitionskosten zu genehmigen. (gk/ad)

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