FLAWIL: Vor 100 Jahren war so vieles anders

Im Weiler Burgau laufen die Proben für das Freilichtspiel «Recht und Gerechtigkeit» auf Hochtouren. Laiendarsteller üben das Stück, das vor mehr als 100 Jahren handelt, auf dem Dorfplatz ein. Ein Probenbesuch.

Zita Meienhofer
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Auf dem Dorfplatz im Weiler Burgau spielt «Recht und Gerechtigkeit». Ein Stück, das über das Leben in der Burgau vor etwas mehr als 100 Jahren erzählt. (Bilder: Zita Meienhofer)

Auf dem Dorfplatz im Weiler Burgau spielt «Recht und Gerechtigkeit». Ein Stück, das über das Leben in der Burgau vor etwas mehr als 100 Jahren erzählt. (Bilder: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Xaver Köpfli sitzt auf einem Stuhl neben dem Dorfplatz im Weiler Burgau und schaut konzentriert dem Geschehen auf dem Platz zu. Dort steht Ruth Moosberger und führt als Sprecherin in das Stück ein: «Und hat dennoch einer den guten Pfad verlassen, begegnet ihm Wohlwollen in Burgaus alten Gassen». Xaver Köpfli und Ruth Moosberger waren es, die vor einem Jahr vom Vorhaben, ein Freilichttheater auf Burgaus Dorfplatz aufzuführen, erzählten. Xaver Köpfli hatte das Theaterstück bereits geschrieben – auf Anstoss von Ruth Moosberger. Ein Organisationskomitee unter der Leitung von Werner Isenegger bildete sich und nahm die Planung rund um das Theater in die Hand. Seit Februar wird geprobt.

Vorfreude und Anspannung auf die Erstaufführung

Es sei wahrscheinlich nicht einfach für die Darsteller, sich in das Stück, das vor mehr als 100 Jahren handelt, zu versetzen. Damals sei anders gesprochen, anders gehandelt worden, sagt Xaver Köpfli. Er ist jedoch sehr zufrieden mit den Darstellenden. «Sie machen ihre Sache gut, ich freue mich auf die Aufführungen». Das konnte er nicht immer sagen. Gesundheitliche Probleme eines Familienmitgliedes liessen ihm die Freude und Konzentration auf das Stück nehmen. Er übergab die Regiearbeit an Walter Brunner, der schon seit Jahrzehnten Theater spielt und auch Regie führt – unter anderem bei der Theatergruppe des Gemischten Chors Egg, von der einige Mitglieder im Freilichttheater auch mitspielen. Brunner führt jedoch nicht nur Regie, er spielt auch den Pastor Eligius Ehrenzeller. Er hätte lieber einfach nur gespielt, sagt er, verhehlt aber nicht, dass er die Regiearbeit sehr gerne macht. Er lobt die Mitwirkenden und sagt, dass er sich auf die Aufführungen freue. «Ich bin sehr gespannt, wie das Stück beim Publikum ankommt.»

Kinder, Gesang und Musik bereichern das Stück

Plötzlich springt eine Gruppe Kinder über den Platz, mitten drin Willi (Lucienne Pfründer) und Sämi Steiacher (Fabio Fässler). Sie sind die Hauptakteure der Kindergruppe, die einst das Leben im Weiler und zurzeit das Freilichtspiel bereichern. Kinder, die Streiche spielen, die über das Seil hüpfen und die Schule besuchen müssen. Sie sorgen immer wieder für Lacher mit ihrer kindlichen Neugier und ihrem Witz. «Gang rüef dä Brune», ertönt es, nachdem die Kinder in die Schulstube verschwunden sind. Auch Gesang und Musik gehören zum Freilichtspiel. Der Männerchor Alterschwil unter der Leitung von Esther Stalder hat diese Aufgabe übernommen, begleitet werden sie von La Verne Schweizer am Akkordeon.

Hinweis

Das Freilichtspiel «Recht und Gerechtigkeit» wird aufgeführt am 24./25./26. August und am 1./2./3. September. Ersatz: 7./8./9./10. September. Beginn auf dem Dorfplatz ist um 19.30 Uhr. Vor und nach den Aufführungen ist die Festwirtschaft offen. Tickets unter www.freilichtspiel-burgau.ch.