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FLAWIL: Viel Zündstoff und kein Funke

Der Hauseigentümerverband Flawil wird das Referendum gegen die Einführung einer kostenpflichtigen Bioabfuhr nicht ergreifen. Die Mitglieder sprachen sich klar dagegen aus. Die Frist endet am 1. Dezember.
Andrea Häusler
ZAB-Geschäftsleiter Claudio Bianculli informierte die Mitglieder des Hauseigentümerverbandes über das Angebot aus Bazenheid und darüber, dass die Entsorgung weiterhin mit Fahrzeugen der Brunner Umweltservice AG, Flawil, erfolgen werde. (Bild: Franz Wismer)

ZAB-Geschäftsleiter Claudio Bianculli informierte die Mitglieder des Hauseigentümerverbandes über das Angebot aus Bazenheid und darüber, dass die Entsorgung weiterhin mit Fahrzeugen der Brunner Umweltservice AG, Flawil, erfolgen werde. (Bild: Franz Wismer)

Andrea Häusler

anderea.haeusler@wilerzeitung.ch

Der Entscheid fiel in seiner Deutlichkeit wider Erwarten aus: lediglich 13 der 81 Verbandsmitglieder, die den Montagabend für die ausserordentliche Mitgliederversammlung im «Mattenhof» reserviert hatten, sprachen sich in der Abstimmung für das Referendum aus. Fünf enthielten sich der Stimme. Dies nach einer rund zweieinhalbstündigen Diskussion über die Tauglichkeit des vom Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) angebotenen Modells, mögliche Alternativen, die Kosten und den ökologischen Sinn der vorgesehenen ganzjährigen Sammlung.

Freiwillig erfolgt die Umstellung von der bisherigen kostenlosen Grünabfuhr im Sommer auf die kostenpflichtige ganzjährige Bioabfuhr nicht, sondern auf Verfügung des Departements des Innern. Diese verlangt, dass die Abfallbeseitigung in Flawil per 1. Januar 2018 generell selbsttragend sein muss. Der Gemeinderat hat sich mit dem ZAB auf ein Modell verständigt, das nebst der Grünabfuhr die Entsorgung von Küchenabfällen und Speiseresten einschliesst und bereits in 13 Gemeinden des Verbandsgebiets angewendet wird. Unter anderem in der Nachbargemeinde Degersheim. Der sogenannte «III. Nachtrag zum Reglement über die Abfallentsorgung» wurde genehmigt und dann dem fakultativen Referendum unterstellt.

Entsorgungskosten bleiben gleich

Neben kritischen Stimmen zum Entsorgungssystem und -unternehmen kristallisierten sich im Laufe des Abends viele Fragen heraus. Diese nutzte Gemeindepräsident Elmar Metzger für klärende Ergänzungen. Nur dank der Toleranz des ZAB, der in Flawil das Entsorgungsmonopol besitzt, habe die Brunner Umweltservice AG die Grünabfälle eingesammelt, sagte er. Die beiden Anbieter seien nun übereingekommen, dass das Flawiler Unternehmen – auch nach einer Übernahme der Entsorgung durch den ZAB – die Sammeltouren fährt. Und nicht nur das. «Der ZAB gleicht der Brunner AG das Defizitrisiko aus», sagte ZAB-Geschäftsleiter Claudio Biancullo. Die Menge werde abnehmen, die Zusammensetzung des Entsorgungsguts sich ändern. Und die Kosten? Die bleiben laut Metzger etwa gleich: «Heute zahlen wir 226,50 Franken je Tonne, nachher 231 Franken.». Die Gebühren seien in allen angeschlossenen ZAB-Gemeinden dieselben: «Wie bei den Kehrichtsäcken».

Die Sache mit der Halbjahresvignette

Eine Frage beschäftigte im Besonderen: Warum gibt es keine Halbjahresvignetten für Haushalte, welche die Bioabfuhr nur im Sommer nutzen wollen? Weil es die Möglichkeit der Einzelleerungen gebe, begründete Elmar Metzger. Erst ab der 18. Leerung der Behälter sei die Pauschale günstiger. Er machte auch klar: «Niemand ist gezwungen mitzumachen». Selbst dann, wenn nur wenige vom Angebot Gebrauch machten, habe dies keinen Einfluss auf die Gebühren. Der ZAB hat die Tarife seit 1997 nicht mehr erhöht.

Keine Option ist für Elmar Metzger der Vorschlag, statt der Bioabfuhr weiterhin eine Grünabfuhr anzubieten: «Die Kosten wären unwesentlich tiefer», sagte er. Gleichzeitig hob er den ökologischen Nutzen der Verwertung biogener Reststoffe zu Biogas hervor – in einem gemeindenahen Unternehmen, der Axpo Kompogas AG in Niederuzwil. «Wir verhandeln mit dem ZAB darüber, das produzierte Biogas direkt bei den Technischen Betrieben Flawil einzuspeisen, sagte der Gemeindepräsident.

Folgen des Referendums

Jede Verzögerung, sei es durch ein Referendum oder eine Volksmotion, die auf eine Trennung vom ZAB hinzielte, hätte einen Stopp sämtlicher Entsorgungsangebote im Bereich Grünabfälle zur Folge. «Ende 2017 gibt es keine Grünabfuhr mehr», machte Elmar Metzger klar. Zumindest bis auf weiteres.

Nach der Schlussabstimmung ist das Thema Referendum zumindest beim HEV vom Tisch.

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