FLAWIL: Twitternd die Jugend erreichen

Das Leitbild zur Kinder- und Jugendpolitik ist thematisch abgehakt. Der Flawiler Gemeinderat hat das überarbeitete Papier verabschiedet. Die Vorgaben des Aktionsplans sind damit aber längst nicht erfüllt.

Andrea Häusler
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Flawil hat seine Kinderfreundlichkeit mit der Neugestaltung der Kindergarten- und Schulspielplätze untermalt. Gestern wurde nun der öffentliche Spielplatz Annagarten an der Landbergstrasse mit einer neuen Holzsitzgruppe aufgewertet. (Bild: Andrea Häusler)

Flawil hat seine Kinderfreundlichkeit mit der Neugestaltung der Kindergarten- und Schulspielplätze untermalt. Gestern wurde nun der öffentliche Spielplatz Annagarten an der Landbergstrasse mit einer neuen Holzsitzgruppe aufgewertet. (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Unicef Schweiz hat die Gemeinde Flawil im September mit dem Label «Kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet. Der Auszeichnung liegt ein Aktionsplan zugrunde, der als Ziel formuliert: «Flawil verfügt über ein Leitbild zur Kinder- und Jugendpolitik.» Das Projektteam «Kinderfreundliche Gemeinde» hat einen Entwurf entwickelt, der anschliessend der öffentlichen Vernehmlassung unterstellt wurde. Der Gemeinderat schreibt von «zahlreich eingegangenen Anregungen, Ergänzungen, Kritiken oder positiven Rückmeldungen zu Inhalt und Formulierung», die in die Überarbeitung eingeflossen seien (siehe Zweittext). Am 4. Juli hat er das überarbeitete Papier verabschiedet. Nun soll es bekannt gemacht werden: über die Gemeinde-Homepage und die Vereine.

Erster Zwischenbericht im nächsten Jahr

Das Leitbild ist das erste Ziel des acht Punkte umfassenden Aktionsplans. Das zweite bezieht sich auf das Spiel- und Pausenplatzkonzept. Nach der Fertigstellung der Anlage in Altersch­wil steht nun der Abschluss der Arbeiten auf dem Spiel- und Pausenplatz Grund an, wie Schulratspräsident Christoph Ackermann sagt. Hernach sei die Schule Enzenbühl an der Reihe. Beim Projekt «Lebenskompetenzen», ein Thema von Schule und Schulsozialarbeit, gehe es aktuell darum, den Lehrpersonen Instrumente für ressourcenorientiertes Schaffen zur Verfügung zu stellen: angelehnt an den neuen Lehrplan. «Handreichen» eruiert die Projektgruppe hinsichtlich des im Aktionsplan geforderten Ausbaus der Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Beim Thema «Familientreffpunkte» stehe man in engem Kontakt mit der Reformierten Kirchgemeinde, die im Rahmen des Generationenkirchenprojekts ähnliche Begegnungsmöglichkeiten plane, sagt Ackermann. Das subjektive Sicherheitsempfinden werde stets überprüft, wenn neue Projekt anstünden, und auch die verlangte Unterstützung von Vereinen sei ein laufender Prozess. «Umgesetzt wurde unter anderem deren Befreiung von den Gebühren für Gastwirtschaftspatente.» Noch nicht angegangen wurde der letzte Punkt des Aktionsplans, die Schaffung von Informationskanälen, um die Jugend zu erreichen: «Twitter oder Facebook sind nur zwei Varianten», sagt Christoph Ackermann. Mit der Umsetzung aller Planziele hat Flawil Zeit bis 2020. Im Herbst 2018 muss ein erster Zwischenbericht vorgelegt werden.