Flawil strebt Entschuldung an

Am Mittwoch orientierte die Gemeinde Flawil über das Budget 2011. Das oberste Ziel des Gemeinderates ist die Entschuldung des Gemeindehaushaltes. Der Steuerfuss bleibt wie bisher auf 149 Prozent.

Melanie Graf
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Flawil. Der Flawiler Gemeinderat hat drei wichtige Ziele gesetzt. Er will die Entschuldung vorantreiben, Investitionen tätigen und die Steuern tief halten. Der Voranschlag der Gemeinde rechnet für dieses Jahr mit einem Defizit von 315 000 Franken. Dieser Fehlbetrag entspricht den im Finanzplan erwarteten Zahlen. Die Gemeinde hat für das Jahr 2011 den individuellen Sonderlastenausgleich beim Finanzausgleich des Kantons beantragt. Dieser schlägt mit rund 1,9 Millionen Franken zu Buche. Die Beiträge tragen beispielsweise zur Sanierung der Magdenauerstrasse oder des Bahnhofplatzes bei.

Neuer Kostenpunkt

Der budgetierte Gesamtaufwand der Gemeinde steigt von 49,4 auf 52,5 Millionen Franken. Infolge der Neuregelung der Pflegefinanzierung, über welche am vergangenen Sonntag abgestimmt wurde, müssen die Gemeinden die Kosten übernehmen. In Flawil rechnet man mit einem Aufwand von 318 000 Franken zusätzlich. Weiter stehen Netto-Investitionen von über 11,5 Millionen an.

In diesen Investitionen ist der jährliche Aufwand an Strassenbauvorhaben von rund 850 000 Franken als grösster Posten verzeichnet. Ebenfalls im Investitionsbudget enthalten sind bereits bewilligte Investitionen wie unter anderen die Projektierung des Feuerwehrdepots, der zweite Teil der Sanierung im Oberstufenzentrum oder auch die Sanierung der Deponie Lehmtobel.

140 Prozent 2015

Die Finanzplanung ist eine rollende Planung und muss den aktuellen Begebenheiten angepasst werden. Dieser wird jedes Jahr neu berechnet und verfolgt die Tendenzen des Vorjahres. Für die Berechnung der Haushaltsausgaben greift die Gemeinde zum Finanzcontrolling, einem Instrument zur strategischen Führung der Finanzen. Mit Werten wie Nettoschuld, dem Eigenkapital oder dem Investitionsanteil werden die Steuerfuss-Tendenzen berechnet.

Das Eigenkapital soll bis zum Ende der Planungsperiode im Jahr 2015 von rund 3,3 Millionen auf rund 3,9 Millionen anwachsen. Die Nettoschuld betrug Ende Dezember 2010 rund 30 Millionen Franken. Der Steuerfuss ist derzeit auf 149 Prozent. Der Finanzplan sieht jedoch vor, den Steuerfuss bis ins Jahr 2015 auf 140 Prozent zu senken. Für dieses Jahr sind Bruttoinvestitionen in der Höhe von rund 12,85 Millionen Franken geplant. Im Budget sind Abschreibungen von über 8 Millionen Franken enthalten. Der Finanzplan und das Finanzcontrolling zeigen der Gemeinde auf, dass auch mit der Strategie zur Entschuldung trotzdem noch Investitionen getätigt werden können.

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