FLAWIL: Steuerfuss soll erneut sinken

Das zweite Jahr in Folge schlägt der Gemeinderat eine Steuerentlastung vor. Der Steuerfuss soll von 145 auf 140 Prozentpunkte gesenkt werden. Für das Budget 2018 wird mit einem kleinen Gewinn gerechnet.

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Die Flawiler Steuerzahler werden auch im kommenden Jahr entlastet. (Bild: Coralie Wenger)

Die Flawiler Steuerzahler werden auch im kommenden Jahr entlastet. (Bild: Coralie Wenger)

Vergangene Woche kündigte Gemeindepräsident Elmar Metzger an der HV der SVP Flawil eine Reduktion des Steuerfusses an (die «Wiler Zeitung» berichtete). Nun ist klar, wie hoch diese ausfallen wird. Der Steuerfuss soll von 145 auf 140 Prozentpunkte gesenkt werden. Dies nachdem die Gemeinde bereits auf dieses Jahr hin eine Reduktion um vier Prozentpunkte vorgenommen hatte.

Möglich wird die zweite Steuerfusssenkung in Folge durch mehrere Faktoren. Einerseits wird Flawil am Ende dieses Jahres wohl schuldenfrei sein. Das gibt der Gemeinde den nötigen Spielraum für die Steuerfusssenkung. Andererseits legt der Finanzausgleich des Kantons im kommenden Jahr zu. Flawil erhält 2018 als Gemeinde mit einer tiefen Steuerkraft rund eine halbe Million Franken zusätzlich. «Durch die Steuerfusssenkung werden wir zwar nicht zur Steueroase, aber immerhin können wir im Konzert der Nachbargemeinden einigermassen mitspielen», sagt Elmar Metzger. Von einem Steuerwettbewerb unter den Gemeinden könne aber nicht die Rede sein. Davon könnte man sprechen, wenn einzelne Gemeinden ohne finanziellen Rückhalt ihren Steuerfuss senken würden. Doch dies beobachte er nirgends, sagt Metzger.

Die Gemeinden hätten ihre Hausaufgaben gemacht und senkten nun ihren Steuerfuss auf das notwendige Niveau. «Heute werden keine Steuern mehr auf Vorrat erhoben. Der Gemeinderat schlägt die Senkung vor, weil es die finanzielle Situation in Flawil zulässt.»

Keine kurzfristige Senkung

Das Risiko, dass der Steuerfuss bereits in ein bis zwei Jahren wieder angehoben werden müsse, bestehe nicht. «Unser Finanzplan bis 2022 beinhaltet alle wichtigen Investitionen und rechnet dennoch bei gleichbleibendem Steuerfuss von 140 Prozent mit Ertragsüberschüssen», sagt der Gemeindepräsident. Zwar geht die Finanzplanung davon aus, dass die Verschuldung in den nächsten Jahren wieder leicht ansteigt. «Dies aber nur dann, wenn alle Investitionen ausgeführt werden und wenn die vorsichtig geplanten Jahresergebnisse nicht übertroffen werden.»

Trotz Steuerfusssenkung plant Flawil in den kommenden Jahren viele Investitionen. «Das ist die Kunst finanzieller Führung: Jahresergebnisse, Investitionen, Verschuldung und Steuerfuss müssen in einem guten Verhältnis zueinander stehen», sagt Metzger. 2018 sind 8,17 Millionen Franken an Nettoinvestitionen geplant, 4,12 Millionen zu Lasten des allgemeinen Haushalts. 4,05 Millionen betreffen die Spezialfinanzierung Abwasserbeseitigung. Diese wird über Gebühren und Abgaben finanziert und belastet den Gemeindehaushalt deshalb nicht. Für das Budget 2018 rechnet die Gemeinde mit einem Gewinn von 214100 Franken, bei einem Aufwand von 48,52 Millionen. (gia/rfk)