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FLAWIL: «Rosinen» aus 320 Filmdosen

Vor zehn Jahren ist der Flawiler Fotograf Pius Walliser verstorben. Hinterlassen hat er unzählige Fotonegative und Papierbilder aus und über Flawil. Diese wurden nun für eine Gedenkausstellung aufbereitet.
Andrea Häusler

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Wann wurde die ehemalige Bäckerei W. Keller an der Flawiler Oberdorfstrasse abgebrochen? Und, wie sah die Liegenschaft überhaupt aus? Fotos des 2008 verstorbenen Fotografen Pius Walliser aus dem Jahre 1976 beantworten die Fragen, lassen Erinnerungen wach werden. Die Pressebilder gehören zu den rund 500 Aufnahmen aus dem Nachlass Wallisers, die bis zum 18. November im Flawiler Ortsmuseum ausgestellt sind.

Die «Flowiler Bilder 1971 – 1990» seien nur ein kleiner Teil des gesamten Materials, sagte Urs Schärli, Präsident des Vereins Ortsmuseum an der Vernissage vom Sonntagnachmittag. Rund 40 Schachteln, die je etwa 80 Filmdosen mit bis zu hundert Bildern bargen, habe der Verein übernehmen dürfen.

Die ausgestellten Bilder beschränken sich – abgesehen von zwei Fotografien aus Magdenau – auf bisher unbekannte Einblicke in das Privatleben von Pius und Esther Walliser sowie besondere Ereignisse, die Flawil im definierten Zeitraum von zwanzig Jahren geprägt hatten. «Pius Wallisers Bilder zeigen nicht die grosse Welt, aber sie spiegeln mit ziemlicher Wucht, wie wir uns verändern, wie sich die Umwelt wandelt und zeigen, wie viele Menschen, die das Dorfbild oder die Familien geprägt hatten, nicht mehr da sind», betonte Schärli.

Ausstellungsbesucher als Informanten

Die Sammlung ist bereits als solche ein Schatz. Noch wertvoller wird sie jedoch für spätere Generationen, wenn die Entschlüsselung der Aufnahmen sukzessive vertieft und im Detail dokumentiert wird, was auf den Bildern zu sehen ist. «Wir haben uns bei der Zuordnung auf die Angaben auf den Filmdosen gestützt: Fehler und Irrtümer sind nicht ausgeschlossen», machte Urs Schärli klar und lud die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher ein, ihr Wissen über einzelne Sujets oder Porträtfotos auf den im Ortsmuseum aufgehängten Kartontafeln zu notieren.

Fasnachts-Trophäe mit Kalberstriegel

«Alli emoll do ane luege... säged Zöri... grad eso bliebe... guet – grad nomoll.» Es sei ihm, als höre er den Pius wie damals rufen, sagte Hans Ruedi Fischer, langjähriger Redaktor des «Volksfreunds» und des «St. Galler Tagblatts» über seinen damaligen Weggefährten. In seiner Laudatio liess er die Gäste imaginär ins damalige Fotogeschäft im Hotel Rössli blicken, begleitete sie wortgewandt ins Haus Nummer 13 an der Höhenstrasse, wo das Ehepaar Walliser nach 1980 gewohnt hatte, liess sie teilhaben an spassigen Episoden, der Verleihung der Chratzbörschte-Trophäre mit Kalberstriegel aus Bildhauer Ueli Steigers Werkstatt etwa; ein Erinnerungsstück, das ebenfalls im Lindengut ausgestellt ist. Den Reigen der Laudatoren beschloss Felicitas Bollinger, die Witwe des im Sommer 2015 verstorbenen «Dr. Gallenstei», Rolf Bollinger, indem sie aus dem Buch «Galle Stei Buch» rezitierte.

Gruppenweise wurden die zahlreichen Vernissagebesucherinnen und -besucher – unter ihnen auch die Stieftochter Wallisers, Yvonne Prinzing – schliesslich in die eigentliche Ausstellung oder, alternativ, in die Filmpräsentation entlassen. Erstmals wurde nämlich auch der SRF-Kaleidoskop-Film «Die Fotografen aus dem Jahre 1976» gezeigt. Eine Filmdokumentation, in denen Pius Walliser eine Rolle spielt. Der Streifen wird bis zum Ende der Jahresausstellung an ausgewählten Sonntagen gezeigt und dauert knapp eine Stunde. Die Ausstellung ist nächstes Mal am Sonntag, 21. Januar, 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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