FLAWIL: Neue Wartehalle für Bahnreisende

Das Wartehaus auf dem Mittelperron des Flawiler Bahnhofs ist Geschichte. Wo früher Fahrgäste vor Wind und Wetter geschützt auf ihre Züge warteten, stehen Baustellenabschrankungen und lagert Schutt.

Andrea Häusler
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Die letzten Zentimeter werden derzeit dem schmalen Flawiler Bahnhofperron abgerungen. Das Wartehäuschen ist weg und die Brüstungsmauern verschwinden. (Bild: Andrea Häusler)

Die letzten Zentimeter werden derzeit dem schmalen Flawiler Bahnhofperron abgerungen. Das Wartehäuschen ist weg und die Brüstungsmauern verschwinden. (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Die Platzverhältnisse und damit verbundenen Sicherheitsdefizite im Bereich der bestehenden Treppenaufgänge und des Wartehauses waren in der Vergangenheit immer wieder Thema. Speziell im Vorfeld der Abstimmung über das (nun abgelehnte) Passerelle-Projekt im Herbst vergangenen Jahres. Obwohl der Perron beim Wartehaus und bei den Treppenbrüstungen sieben Meter breit ist, kamen sich hier Wartende sowie ein- und vor allem durchfahrende Züge gefährlich nahe. Eine Verbreitung des Perrons setzte eine Verlegung der Gleise voraus. Ein kostenintensiver Eingriff, der für die SBB nie Thema war.

Mehr Raum für Zugpassagiere

Jetzt wird zur Verbesserung der Verhältnisse eine bauliche Alternative umgesetzt. Anfang dieser Woche wurde das Wartehaus abgebrochen. Gestern und vorgestern stand der Rückbau beziehungsweise das Abfräsen der Brüstungen bei den Rampen und Treppen an mit dem Ziel, mehr Platz für die wartenden Fahrgäste zu schaffen. Ausserdem galt es, den Aushub für die neue Wartehalle zu bewältigen.

Die Bauarbeiten wurden weitgehend während der Nacht ausgeführt. «Aus betrieblichen und sicherheitsrelevanten Gründen», wie es bei der Medienstelle der SBB auf Anfrage hiess. Die Nähe zur Fahrleitung und zu den fahrenden Zügen zwängen dazu, gewisse Arbeiten bei ausgeschalteter Fahrleitung auszuführen. «Um die Sicherheit des Bahnverkehrs zu erhöhen, stehen zudem akustische Warnanlagen im Einsatz», hiess es weiter.

Abschluss Anfang September

Mit der nächtlichen Aktivität – jeweils zwischen 23.15 Uhr und 05.40 Uhr – wird es in der nächsten Woche weitergehen. Nach den Abbruch- stehen die Neubauarbeiten an. Zunächst wird der Boden der neuen Wartehalle erstellt. Es folgen die Montage von provisorischen Geländern und Ausbesserungsarbeiten an den Brüstungen bei den Treppen und Rampen. Schliesslich werden der Belag eingebracht und die taktile Linie ausgeführt. Ab diesem Zeitpunkt steht der Lieferung und Montage der neuen Wartehalle nichts mehr im Weg. Die lärmintensive Phase mit den Fräsarbeiten am Asphalt ist bereits vorbei, wird von den SBB versichert. Bis zum Abschluss des Bauprojekts am 8. September sei noch mit mittleren bis ­geringen Lärmbelastungen zu rechnen. Vor allem in der Schluss­phase, wenn es um Maler- und Ausbesserungsarbeiten gehe, bräuchten die Anwohner keine Immissionen mehr hinzunehmen.